René Schnitzler - Zwischen Fußball und Spielsucht
René Schnitzler war ein hoffnungsvolles Talent in der Fußballwelt. Als ein Stürmer verpflichtete er sich beim FC St. Pauli und konnte in der Rolle als Torschütze durchaus überzeugen. Inzwischen ist es aber ruhig um Spieler geworden. Er verbringt große Teile des Tages mit schlafen, weil er mit niemanden reden möchte. Über die Gründe spricht er ungern, aber die Öffentlichkeit weiß recht gut bescheid.
Eigentlich begann der Abstieg des Sportlers bereits an seinem 18. Geburtstag. Mit Freunden zog er ins Casino Aachen um den Ehrentag zu feiern. Damals zog das Glücksspiel in seinen Kopf ein und verließ ihn danach lange nicht. Bereits in dieser ersten Nacht am Roulette-Tisch verlor René Schnitzler eine Menge Geld. Aber das war nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. An seinen schwärzesten Tagen ließ er bis zu 150 tausend Euro in den Casinos. Wechselte die Orte, an denen er spielte und verlor weiteres Geld.
Der Fußball lief dabei eine ganze Weile erfolgreich wie in einem Doppelleben nebenher. Dort konnte René Schnitzler Punkten, aber sein Herz lag mehr und mehr am Spieltisch. Er spielte auf dem Sportplatz um Geld für den Spieltisch zu bekommen. Bald konnte aber das verdiente Geld die Spielsucht nicht mehr finanzieren und er ließ sich mit fragwürdigen Geldgebern ein. Konnte er Schulden nicht zurückzahlen, kamen die breitschultrigen Geldeintreiber auch schon mal zum Training auf den Sportplatz, um den Schuldner zu ermahnen. Eine verheerende Bekanntschaft mit Paul Rooij brachte seine fragwürdige Zockerkarriere zu seinem traurigen Höhepunkt. Der holländische Wettpate gab dem Fußballspieler Geld – viel Geld; insgesamt 100 tausend Euro. Dafür sollte René Schnitzler vier Spiele verlieren.
Am Ende soll er keines der Spiele geschoben haben – das beteuert Schnitzler bis heute. Die Deutsche Fußball Bund urteilte dennoch hart, als die Sache ans Tageslicht kam: René Schnitzler ist gesperrt bis ins Jahr 2013. Nun denkt der Ex-St. Pauli Stürmer wieder ans Spielen. Vom Casino hat er wohl genug. Aber nochimmer sitzen ihm die Schulden seiner zurückliegenden Zocker-Karriere im Nacken.
Franziska Steiner