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Zweisprachige Erziheung von Kindern

Autor: rt1962 | Erstellt am: 08.06.2011 | Gelesen: 883
Kategorie: Babys - Kinder & Erziehung | Bewertung: rateArateArateArateArateB
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(Online-Artikel.de) - Die Mutter spricht deutsch, der Vater polnisch - beide wollen Ihrem Kind "ihre" Sprache und Kultur näher bringen - Zweisprachigkeit, eine größere Welt für Ihr Kind

Zweisprachigkeit - Eine größere Welt
Zweisprachigkeit - Eine größere Welt

Die Mutter spricht deutsch, der Vater polnisch und beide wollen ihrem Nachwuchs „ihre" Sprache und Kultur mit auf den Weg geben. Normalerweise ist Zweisprachigkeit kein Problem und es wird Ihrem Sprössling ein Mehr an Bildung und kulturenübergreifende Ansichten vermitteln. In unserer, modernen Welt ein Vorteil in vielfältiger Hinsicht, denn die Internationalisierung wird in unseren nachfolgenden Generationen eine immer bedeutendere Rolle spielen. Die Lernfähigkeit Ihres Kindes wird normalerweise kein Hemmnis für eine zweisprachige Erziehung sein. Doch bereits vor der Geburt sollten sich die Eltern über einige Regeln der zweisprachigen Erziehung einigen, und diese Regeln dann auch konsequent durchsetzen:

Erstens sollten sich Mutter und Vater grundsätzlich darüber einigen, dass das Kind zweisprachig aufwachsen soll. Dazu gehört, dass beide die Kultur und die Sprache des jeweils anderen achten. Klären Sie das auch mit den noch in Ihrer Familie lebenden Personen, wie z.B. den Großeltern und größeren Geschwistern. Nur dann wird auch Ihr Kind beide Sprachen gleichberechtigt akzeptieren lernen.

Zweitens ist zu beachten, dass ein Kleinkind immer eine dem Umfeld entsprechende Kommunikation aufbauen wird. Das bedeutet Sie müssen eine Sprachaufteilung festlegen, die mit einem bestimmten Umfeld assoziiert. Dafür gibt es verschiedenen Möglichkeiten:

  • Mama spricht die eine Sprache, Papa und die Großeltern die zweite Sprache, und das unabhängig davon wo und mit wem sonst man sich befindet, oder
  • Sie definieren eine Familiensprache und eine Umfeldsprache, das bedeutet z.B. zu Hause wird Deutsch und außerhalb Polnisch gesprochen.

Unabhängig von der Situation, in der sich die Familie befindet, wird fast immer eine Sprache stärkeren Einfluss auf das Kind haben als die andere. Eltern sollten deshalb als normal akzeptieren, dass eine Sprache besser beherrscht (gesprochen, gelesen, geschrieben) wird als die andere. Werden übersteigerte Ansprüche gestellt, kann allzu großer Leistungsdruck leicht in Ablehnung einer Sprache umschlagen. Viele Eltern verschieben deshalb das Lesen- und Schreibenlernen der schwächeren Sprache auf später, um dem Schulunterricht in der stärkeren Sprache nicht in die Quere zu kommen. Eltern können sich auch entschließen, von einem Prinzip auf das andere umzusteigen. Das Prinzip "eine Person, eine Sprache" funktioniert meist sehr gut, wenn der Elternteil, der die schwächere Sprache spricht, relativ viel Zeit mit dem Kind verbringt. Wird dieses Gleichgewicht gestört, z.B. weil das Kind in die Schule kommt, kann es angebracht sein, dass auch der andere Elternteil zur schwächeren Sprache wechselt und diese dadurch zur Familiensprache wird.

Circa ab dem sechsten Lebensjahr können Sie auch an eine andere Aufteilungen denken. Beispielsweise wird eine Sprache immer im Urlaub gesprochen, oder immer am Wochenende, oder immer im Auto usw. Wichtig dabei ist, ein Prinzip auszuwählen, mit dem sich die Eltern wohlfühlen und das ihnen natürlich erscheint. Auch werden die Eltern bald erkennen, was funktioniert und was nicht, und die Sprachaufteilung auf ihre ganz persönliche Situation abstimmen. Nicht zu vermeidende Abweichungen (beim Arzt oder mit Lehrern, wenn einsprachige Spielkameraden zu Besuch kommen oder wenn über ein Gespräch, das in der anderen Sprache stattgefunden hat, diskutiert wird) gibt es natürlich immer und sollten flexibel gehandhabt werden.

Ein Hinweis noch zum Abschluss: Ihr Kind und Zweisprachigkeit ist keine Shownummer! Fordern Sie es nicht auf, seine Sprachkenntnisse vor anderen zur Schau zu stellen (und reden Sie es auch wohlmeinenden Kindergärtnerinnen und Lehrern aus). Je "normaler" Sie es Ihrem Kind erscheinen lassen, dass es zwei Sprachen spricht, umso mehr Freude wird es daran haben.

(Christine Merkel / Ralf Thomas)

 
 
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