Es gibt mehrere Zukünfte
Technische Entwicklungen, verändertes Nachfrageverhalten, stärkere Konkurrenz, politische Krisen/Umbrüche können zu Diskoniunitäten des Umfeldes führen, auf das Standorte kaum Einfluss haben. Was sie aber in der Hand haben, ist die hierauf am besten geeignete Reaktion. Im Denkmodell der Szenarioanalyse gibt es nämlich nicht nur "die" Zukunft, sondern es gibt sogar mehrere "Zukünfte", mit denen man rechnen muss.
Während sich die eigene Vorstellungskraft häufig auf ein lineares Weiterdenken konzentriert, kann sich die Situation aufgrund o.a. Umwälzungen plötzlich ganz anders darstellen. Es geht darum, Bilder einer möglichen, datenmäßig vielfach noch ungewissen Zukunft abzubilden. Die Namensgebung für Szenariotechniken erfolgte in Anlehnung an die Szenenbeschreibungen in Filmdrehbüchern: ein Szenario ist die Beschreibung einer vorstellbaren zukünftigen Situation. Ziel der Szenariotechnik ist es, auf ökonomische Problematiken übertragen, ebenfalls Bilder einer möglichen Zukunft darzustellen. Hierfür kann eine entsprechend aufgebaute Standortbilanz Instrumente bereitstellen, die eine ganzheitlich ausgerichtete Standortbestimmung auf lokaler und regionaler Ebene und damit die im Wettbewerb notwendige Schärfung des individuellen Standort-Profils unterstützen, mit dem insbesondere auch „weiche" Standortfaktoren in einem übersichtlichen Gesamtrahmen identifiziert, gemessen und abgebildet werden können.
Vgl. Becker, Jörg: Non-Financial Standortbilanzen für Wirtschaftsförderer und Standortentscheider, ISBN 978 3 8370 6240 3.Aus den Analysen und Ergebnisse einer solchen Standortbilanz können potentialorientiert Maßnahmen- und Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Einfach verständliche Ampel-Diagramme mit rot-gelb-grün-Sektoren für eine überschaubare Einordnung von Standortfaktoren verstärken die Akzeptanz. Arbeitsschritte und Milestones können beispielsweise sein: Bewertung und Messung der Standortfaktoren . Selbstbewertung als Schlüssel für Verbesserungsmaßnahmen. Beispiel-Bewertungsfragen und –Bewertungsbegründungen. Überprüfung der Standortpotentiale durch Messung mit Indikatoren. Zuordnung von Indikatoren auf Standortfaktoren. Wirkungsbeziehungen zwischen Standortfaktoren. Analyse der Wirkungsstärke von Standortfaktoren. Analyse der Wirkungsdauer von Standortfaktoren. Analysen und Auswertungen der Standortbilanz. Das QQS-Portfolio des Standortes. Ein QQS-Balkendiagramm mit Ampel-Bewertungssystem. Bewertung der Standortfaktoren anhand QQS-Profildiagramm. Potential-Portfolio verdeutlicht Entwicklungsoptionen des Standortes.
Vgl. Becker, Jörg: Non-Financial Standortbilanzen für Wirtschaftsförderer und Standortentscheider, ISBN 978 3 8370 6240 3.Standortprozesse können heute mehr denn je von Risiken begleitet und negativ beeinflusst werden. Sinn und Zweck eines systematischen Risikomanagements sind daher, trotz vorhandener oder sogar zunehmender Risiken, das Erreichen der Standortziele erfolgreich zu gestalten. Es geht um die Wahrnehmung des Risikos und der Wahrscheinlichkeiten. Eine Risikosituation ist an ein Möglichkeitsspektrum gebunden, das von einer Wahrscheinlichkeit bestimmt ist. Einzelne Risikosituationen unterscheiden sich u.a. dadurch, ob sie kontrollierbar sind oder nicht.
Jörg Becker
(www.beckinfo.de)