kreative Wege suchen
Als Lehrer will man es immer besonders gut machen. Das betrifft auch Hilfen für die Schüler. Doch nicht immer ist die Hilfe sinnvoll.Man will seinen Schülern möglichst viel beibringen. Das kann die Vermittlung von Wissen oder aber kreativen Wegen sein, Lösungen zu finden. Damit das Erworbene nicht sofort wieder verlorengeht und auch damit Schüler die Möglichkeit haben, sowohl im Unterricht selbst, als auch später schnell einen Überblick über eine Materie zu gewinnen, sind Hilfen sinnvoll. Es können gemeinsam formulierte Merksätze sein, überschauliche Tafelbilder etc.
Doch wie viel Hilfen sind sinnvoll und wo ist es des Guten zuviel?Pauschal lässt sich das sicherlich nicht beantworten. Es hängt von einigen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem zu verfolgenden Ziel, nicht zuletzt von der Lehrperson selbst. Wenn man jedoch merkt, dass die Schüler am Ende nur darauf warten, dass der Lehrer ihnen das Wichtigste ausformuliert vorsetzt, weiß man, dass man immer ein Stückchen zu viel geholfen hat. Wenn man gar hört, dass die Schüler ein ausformuliertes Arbeitsblatt mit den wichtigsten Thesen und Tipps am Ende einer Themeneinheit fordern, ist es Zeit, entgegenzusteuern.
Menschen neigen dazu, eigenes Handeln und Denken einzustellen, wenn es immer andere für einen machen. Schüler unterscheiden sich da nicht sonderlich von Erwachsenen. Wenn man ihnen immer alles vorsetzt, gewöhnen sie sich daran und hören auf, selbst zu denken, Initiative zu zeigen und mit ihrer Kreativität zu spielen. Nichts anderes passiert, wenn man es mit den Hilfen übertreibt. Die gutgemeinte Hilfe wird so schnell zu einer intellektuell-kreativen Falle, die genau das Gegenteil dessen bezwecken kann, was der Lehrer eigentlich erreichen will.
Auch Eltern, die ihren Sprösslingen immer zuviel helfen, helfen ihnen vielleicht die Hausaufgaben zu erledigen, fördern damit jedoch vor allem deren kreative Unselbstständigkeit, sodass auch hier sowohl das richtige Maß, als auch die Methode der Hilfe selbst immer wieder reflektiert werden sollte. Im Sinne der "
Pisaresierung" des Unterrichts ist jedoch zukünftig weniger Kreativität gefordert, als reines Wissen selbst, sodass der spielerische Umgang mit Lösungswegen an Bedeutung verliert, ebenso die Ausgangsfrage dieses Artikels selbst.