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Zocken gegen Drogen

Autor: FranziSteiner | Erstellt am: 17.02.2011 | Gelesen: 749
Kategorie: News & Pressetexte | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wie man mit Glücksspiel gegen Kokain vorgehen will

Wie man mit Glücksspiel gegen Kokain vorgehen will
Wie man mit Glücksspiel gegen Kokain vorgehen will
Es ist ausreichend bekannt, dass Glücksspiele in manchen Charakteren suchtartige Phänomene auslösen können, welche eine Therapie verlangen um sie überwinden zu können. Natürlich gibt es aber auch echte Drogen, bei denen die psychologische Sucht um einiges stärker ausgeprägt ist und außerdem eine körperliche Abhängigkeit hinzukommt. Kokain beispielsweise gehört zu diesen Substanzen. Auch hier sind ausgefeilte Therapien notwendig, um einen Drogensüchtigen wieder von dieser Substanz unabhängig zu machen. Neu ist aber der Gedanke, die eine Sucht mit der anderen zu bekämpfen – mit Glücksspiel gegen das Kokain.

Die Idee stammt von dem Psychologen François Crespo, der aus diesem Grundkonzept eine Form der Therapie entwickelt hat, die wohl in einigen Probeläufen schon Erfolge gezeigt haben. Der Ablauf dieser Therapie sieht aber nicht so aus, wie man es sich jetzt vielleicht vorstellt: man setzt die Kokainabhängigen nicht einfach im nächsten Casino ab. Nein, es funktioniert vielmehr als ein unterstützender Mechanismus, der in eine konventionelle Therapie eingebettet ist. Dabei erhalten die Therapieteilnehmer, wenn sie zu einem routinemäßigen Drogentest erscheinen und dort bestehen, für ihren Erfolg Lose. Mit diesen Losen können sie tatsächliche Preise gewinnen – keine besonders wertvolle Dinge, eher Kleinigkeiten wie einen Füllfederhalter.

Entscheidend ist aber, dass durch das Prinzip des Glückspiels das Belohnungszentrum des Gehirns angesprochen wird und der Körper des Therapierten Stoffe ausschüttet, die euphorisierend wirken. Dabei ist es offenbar auch über weite Strecken egal, ob das erhaltene Los für den Therapierten eine Niete oder einen Hauptgewinn enthält. Crespo unterstreicht bei dem Konzept sogar, dass es dabei nicht ausschließlich um das Belohnen der Abhängigen geht. Es ist vielmehr das Zusammenspielt aus der Belohnung mit Losen und der Aussicht auf einen potentiellen Gewinn – also dem Anteil des Glückspiels.

Auch wenn es also unkonventionell klingen mag, mit Zocken gegen Drogen vorzugehen, scheint ein glaubhaftes Konzept dahinter zu stehen, welchen den Kokainabhängigen dabei hilft, die Spielregeln der Therapie einzuhalten.

 
 
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