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Wohneigentum als Altersvorsorge

Autor: fabfab | Erstellt am: 25.03.2011 | Gelesen: 763
Kategorie: Geld - Versicherung & Vorsorge | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Deutschland ist ein Mieterland. Und obwohl die Miete besonders im Rentenalter eine sehr hohe Belastung darstellt, wohnt immer noch knapp die Hälfte der Deutschen nicht in den eigenen vier Wänden.

© siepmannH / PIXELIO
© siepmannH / PIXELIO

Deutschland, einig Mieterland

Deutschland ist ein Mieterland. Obwohl sich die Lage in den letzten Jahren bereits etwas geändert hat, lebt immer noch knapp die Hälfte der Deutschen zur Miete. Und das, obwohl Wohneigentum wohl effizienteste Art der Altersvorsorge darstellt. Warum das so ist, lesen Sie hier.

Es ist kein Geheimnis, dass die gesetzliche Rente – die bereits heute vielen Rentnern keine großen Sprünge mehr erlaubt – in Zukunft nur noch eine Grundversorgung darstellen wird. Ohne eine zusätzliche Form der Altersvorsorge werden alte Menschen in Zukunft immer öfter auf die Unterstützung durch den Staat zurückgreifen müssen. Doch das muss nicht sein.

Ein Beispiel aus der Praxis

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Herr Maier, 65 Jahre alt und seit kurzem in Rente, hat seit seinem 18. Lebensjahr immer fleißig gearbeitet. Er ist zwar nicht reich geworden, hat aber als Arbeitnehmer immer gut verdient. Seine gesetzliche Rente beträgt ca. 1.200 Euro. Zusammen mit der Betriebsrente kommt er auf ca. 1.500 Euro monatliche Einkünfte.

Herr und Frau Maier leben zur Miete in einer 4-Zimmer-Wohnung. Diese schlägt mit 1.000 Euro Warmmiete zu Buche. Somit bleiben Herrn und Frau Maier nur noch ca. 500 Euro pro Monat übrig.

Sein Nachbar, Herr Schmidt, ist ebenfalls vor kurzem mit 65 Jahren in Rente gegangen. Er bekommt wie Herr Maier ca. 1.500 Euro Rente und lebt mit seiner Frau in einer vergleichbar großen Wohnung wie Herr Maier.

Herr Schmidt hat aber vor ca. 30 Jahren beschlossen, die Wohnung zu kaufen, anstatt sie zu mieten. Dank dieser Entscheidung bleiben dem Ehepaar Schmidt von den 1.500 Euro Rente nun jeden Monat ca. 1.200 Euro übrig (300 Euro werden für Wohngeld und sonstige Nebenkosten benötigt). Das sind 700 Euro mehr, als das Ehepaar Maier übrig hat. Und das nur, weil Herr und Frau Schmidt keine Miete mehr zahlen müssen.

Die Frage ist jetzt: mit wem würden Sie lieber tauschen?

Die Antwort dürfte nicht schwer fallen. Da stellt sich doch die Frage, warum es den Deutschen so schwer fällt, die Entscheidung für die eigene Immobilie zu treffen.

Warum trauen sich die Deutschen nicht ins Wohneigentum?

Die Gründe hier im Detail zu diskutieren, würde zu weit führen.

Hauptsächlich dürften wohl die Angst vor dem Aufnehmen von Schulden oder die Frage des Wohnortwechsels, etwa durch einen Arbeitsplatzwechsel, dafür verantwortlich sein, dass viele Menschen den Schritt in die eigenen vier Wände nicht wagen. Und obwohl diese Ängste nachvollziehbar sind, können sie relativ leicht entkräftet werden:

  1. Angst vor Schulden: bevor man 45 Jahre lang (und darüber hinaus!) Monat für Monat Geld bezahlt, von dem man nie wieder etwas sieht, um in einer Wohnung leben zu dürfen – warum nicht lieber stattdessen dasselbe Geld in eine eigene Immobilie investieren? „Schulden" ist ein irreführendes Wort, denn die Raten, die der Köufer einer Immobilie zur Tilgung der Schulden bezahlt, muss der Mieter auch bezahlen – nur, dass es dann eben „Miete" heißt. Und dass man in die Tasche des Vermieters zahlt, statt in die eigene.

  2. Bei einem Wohnortwechsel bleibt immer noch die Möglichkeit, die Wohnung entweder zu vermieten und von den Mieteinnahmen die Kosten für die Wohnung am neuen Wohnort zu verwenden. Oder man verkauft die Wohnung wieder. Das ist sicherlich die weniger optimale Lösung – zur Not aber auch kein Beinbruch.


Die Zahlen sprechen für sich

Die folgende Rechnung soll darüber hinaus verdeutlichen, warum sich der Kauf von Wohneigentum lohnt. Sehen wir uns nochmal unsere beiden Ehepaare aus dem oben aufgeführten Beispiel an:

Herr und Frau Maier haben seit ihrem 20. Lebensjahr – also bisher 45 Jahre lang – Miete bezahlt. Nehmen wir an, sie hätten zu Beginn umgerechnet 300 Euro monatliche Miete bezahlen müssen und nehmen wir an, die Miete wäre jährlich um durchschnittlich 3 Prozent gestiegen, so ergibt sich, dass Herr und Frau Maier bis jetzt bereits ca. 340.000 Euro Miete bezahlt haben. Für dieses Geld bekommt man in den allermeisten Regionen in Deutschland eine sehr ordentliche 4-Zimmer-Wohnung!

Das Erschreckendste an dieser Zahl ist aber nicht, dass Herr und Frau Maier für dieses Geld problemlos eine gleich große Wohnung hätten kaufen können, sondern dass sie auch in Zukunft weiterhin Miete zahlen werden. Und zwar tendenziell noch mehr als bisher.

Herr und Frau Schmidt hingegen haben über die letzten 30 Jahre monatlich geringfügig mehr bezahlt als Herr und Frau Maier, sind aber jetzt – pünktlich zur Rente – stolze Besitzer einer abbezahlten 4-Zimmer-Wohnung. Das bedeutet, dass sie nie wieder Miete zahlen müssen. Außerdem können sie ihren Kindern eine Immobilie vererben, die im Laufe der Zeit mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit noch ordentlich an Wert zulegen wird.

Von der 3-Zimmer-Wohnung in die 200qm-Villa?

Ein sehr wichtiger Leitspruch sollte hier noch erwähnt werden: Kaufen Sie sich nur die Immobilie, die Sie auch mieten könnten!

Viele Menschen, die sich mit der Entscheidung für eine eigene Immobilie schwer tun, begründen dies mit Sätzen wie „Wenn ich schon was kaufe, dann aber bitte was ordentliches!" oder „Ich kaufe doch keine 3-Zimmer-Wohnung!". Doch genau diese Einstellung ist fatal. Wenn ein Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen Einkommen von 2.500 Euro Brutto in einer 70 qm-Mietwohnung für 600 Euro Warmmiete lebt, so wird er sich in seiner jetzigen Situation keine Doppelhaushälfte mit 150 qm Wohnfläche leisten können. Aber ist das schlimm? Lieber sollte er sich die Wohnung, die er momentan mietet, kaufen, anstatt mit 65 Jahren immer noch auf die „richtige" Immobilie zu warten – nur, um enttäuscht festzustellen, dass man ein großes Haus nie für dasselbe Geld bekommen wird wie eine 70 qm-Wohnung.

Deshalb gilt: lieber mitfrei wohnen im Alter in einer vielleicht etwas kleineren Wohnung als jeden Monat von der – sowieso schon viel zu geringen – Rente auch noch Miete zahlen zu müssen!

Die eigenen vier Wände bieten Freiraum

Wohneigentum ist die wohl effektivste und zugleich schönste Art der Altersvorsorge. Neben der Tatsache, dass man als Wohnungs- oder Hausbesitzer jeden Monat in die eigene Tasche zahlt – statt in die des Vermieters – bietet eine eigene Immobilie nämlich auch den Freiraum zur Gestaltung des Wohnraums nach den eigenen Wünschen, den ein Mietobjekt in der Regel nicht bietet. Sie wollen das Dachgeschoss Ihres Hauses ausbauen? Dann tun Sie es doch einfach. Sie wollen das Bad anders fliesen und die Badewanne austauschen? Niemand wird Sie als Eigentümer davon abhalten – außer vielleicht Ihr/e Partner/in.

In die eigene Wohnung oder das eigene Haus investiert man doch auch viel lieber mal etwas mehr Geld als in eine gemietete Wohnung – die immer noch jemand anderem gehört.

Fazit
Um der Altersarmut zu entgehen und um die eigene Lebensqualität auch in der langen Zeit vor der Rente erheblich zu steigern, sollte jeder von uns gründlich darüber nachdenken, ob und wann der Wunsch nach der eigenen Wohnimmobilie realisierbar ist.

Dieser Artiel wurde verfasst von: Fabian Engel, Finanzberatung-München.com

 
 
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