Wohlstand Zufriedenheit und Glück
Unter Wohlstand soll in diesem Zusammenhang das verfügbare Einkommen verstanden werden.Vom Einkommen weiß man, dass ab einer gewissen Schwelle, nicht mehr das absolute, sondern das relative Einkommen für das Empfinden der Zufriedenheit zählt. Innerhalb von Gesellschaften sind die Reichen durchaus zufriedener, aber andererseits gibt es Erkenntnisse, dass die Zufriedenheit der Menschen kaum gestiegen ist, auch wenn sich das durchschnittliche Einkommen einer Gesellschaft vervielfacht hat. Die Gesellschaften haben sich rasch an den „Reichtum" gewöhnt. Der Beurteilung der Zufriedenheit liegt immer der Vergleich mit den anderen Bürgern einer Gesellschaft zu Grunde.
Laut einer Studie (2007 in Deutschland im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung mit 1.004 Personen ab 14 Jahren durchgeführt) sind 57 % der Befragten „zufrieden" und 5 % "unzufrieden". Arbeitslose sind deutlich unglücklicher als Erwerbstätige und Beamte sind am glücklichsten. Die wichtigsten Parameter für Zufriedenheit waren die eigene Gesundheit bzw. die Gesundheit der Familie, das Aufwachsen in einem intakten Elternhaus, Freunde, Partnerschaft, Freiheit von Geldsorgen und ein sicherer Arbeitsplatz mit entsprechender Selbstbestimmung.
Zufriedenheit stellt sich ein, wenn Erwartungen erfüllt werden, wenn es Sinn gibt, wenn die Arbeits- und Lebensbedingungen stimmen und wenn Menschen anerkannt und mit Respekt und Würde behandelt werden. Zufriedenheit ist eine Erkenntnis, Glück ist ein affektiver Vorgang, ein in der Regel kurz andauerndes Hochgefühl. Viele Glücksmomente machen zufrieden - aber andererseits ist Zufriedenheit auch der Humus für Glücksmomente. Zufriedene Menschen werden öfters in Gelegenheiten kommen, Glücksgefühle erleben zu können. Diese Auslöser für Glücksmomente sind besondere, oft unerwartet positive Ereignisse, besondere Anteilnahme oder Zuneigung, übererfüllte Erwartungen oder eine faszinierende Natur in einem Umfeld das Vielfalt, Spontaneität, Freiheit und Kreativität zulässt.
Glück ist, wenn die Seele vor Begeisterung hüpft - kann jedoch nicht zur Routine werden. Der Versuch die Häufigkeit der Glücksmomente durch Anreize anzuregen, endet dann oft in einer Abhängigkeit von dem Reiz, von einer Droge. Ein Mangel dieser Reize erzeugt dann Unwohlsein, ein „Unglücksgefühl". Wird dieser Mangelzustand behoben, wird lediglich das „Unglück" beseitigt.
Zufriedenheit und Glück sind die wesentlichen "Zutaten" für ein gelungenes Leben.
Damit erreichen Menschen öfter ein glückliches und gesundes Alter. Das wäre eigentlich Anlass genug, für eine prominentere Beachtung als Steuergröße für Volkswirtschaften - für einen „Bürgerzufriedenheitsindex", mit dem die Zufriedenheit einer Gesellschaft gemessen wird und der eine wesentliche Ergänzung zum „Bruttoinlandsprodukt" - bei dem der Gesamtwert aller Güter die von einer Volkswirtschaft hergestellt werden erfasst werden – sein könnte. Eine gründliche Analyse der Bürgerzufriedenheit würde uns helfen, die besseren Prioritäten zu finden. Allemal ein lohnendes Ziel.
Das abgeschiedene südasiatische Königreich Bhutan ist bereits am Weg und möchte den Grad der Zufriedenheit seiner Einwohner künftig messen lassen. Der Index - "Bruttonationalglück" ist im Gespräch - ist nicht als Gegenentwurf zu Messungen wirtschaftlichen Wachstums (BIP) zu verstehen.
Es soll damit auch überprüft werden, ob Pläne, Politik und Programme der Regierung dem Bruttonationalglück zuträglich seien. Das Wachstum sollte auch das beinhalten, was die Menschen wünschen. Danach sind Wohlbefinden, Gesundheit, Bildung, Staatsführung, der Lebensstandard und ökologische Vielfalt besonders wichtig.
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