"Kliniken gegen resistente Keime fast machtlos - 20.000 Tote im Jahr in Deutschland" So liest man es häufig und immer häufiger.
Ich habe mir darüber schon lange so meine Gedanken gemacht. Ich gehörte ehemals zum sog. "Medizinischen Personal". Was mir die ganzen vielen Jahre auffiel ist, dass sich kaum mal jemand, wenn er einen medizinischen Bereich (Klinik, Arztpraxis und der gleichen) betritt, die Hände wäscht.
Ja, sie lesen richtig. Kaum jemand sucht mal die Toilette auf, um sich nach Betreten dieser Stätten mal die Hände zu waschen. Tun Sie's? Wahrscheinlich auch nicht. Ja, nie daran gedacht. Aber wenn irgendwo ein Behälter mit Desinfektionsmittel hängt, langt man schon mal da hin. Kostet ja keine Zeit.
Wir hören und lesen immer mehr von Resistenz vieler Erreger. Vielleicht sind wir schuld daran? NEIN! Wir desinfizieren doch so viel. Kann doch gar nicht sein! Und wenn vielleicht der Grund doch in unserem Hygieneverständnis zu finden ist?
Wir waschen nicht mehr - wir glauben mit ein Bisschen Desinfektionsmittel tun wir mehr als genug. Ich meine, das Gegenteil ist eher der Fall.
Mit ein "bisschen" Desinfektionsmittel en passant geben wir doch den Erregern so richtig die Chance sich anzupassen. Auch Desinfektionsmittel haben Wirkzeiten. Der Operateur weiß dies, wäscht sich entsprechend lange und lässt wirken! Der Arzt und med. Personal (wenn überhaupt) desinfiziert mal eben en passant und schon gibt er dem nächsten Patienten die Hand.
Sicher, man hat heute nicht mehr die Zeit, sich die Hände zu waschen. Aber man hat dann Zeit genug, um die inzwischen resistent gewordenen Erreger mit Antibiotika zu behandeln.
Man kann doch ganz einfach verfolgen, dass es immer mehr Resistenzen gibt seit es immer mehr Desinfektionsmittel gibt. Liege ich sooo falsch mit meiner Annahme?
Da sollte doch die Forschung mal ansetzen und nicht immer neue Desinfektionsmittel entwickeln, weil nur die wirklich Geld bringen. Darum geht es doch in erster Linie. In jeder Beziehung. Auch Antibiotika bringen Geld. Klar!?