Kunstrasen
Keine Frage: Der Kunstrasen ist auf dem Vormarsch. Die Zeiten, in denen Fußballer das synthetische Grün mit der steten Angst vor Abschürfungen und Verbrennungen betraten, sind vorbei. Spätestens mit Einführung der dritten Generation des Kunststoffrasens ist das Produkt ausgereift genug, dass optisch kaum noch ein Unterschied zu erkennen ist, wenn es um die High-End-Varianten geht.
Die Wettbewerbe der FIFA und UEFA auf Kunstrasen
Bei den Verbänden FIFA und UEFA ist der Kunstrasen, sofern er einer eigens zertifizierten Kategorie angehört, für Wettbewerbe freigegeben. In Deutschland kommt dies zwar nicht zur Geltung, aber immerhin sind unter anderem die Nationalstadien der Schweiz und Russlands mit einem solchen Belag ausgestattet. Kurioserweise ließ die UEFA für die Euro 2008 im Berner Stade de Suisse Naturrasen in Dicksoden-Rollen verlegen. Nach dem Turnier erfolgte dann sogleich der Rückbau. Innerhalb des Wettbewerbs mussten in allen Stadien gleiche Bedingungen herrschen. In der laufenden WM-Qualifikation allerdings sorgt bekanntlich der Kunstrasen im Moskauer Luzhniki-Stadion für Gesprächsstoff. Jogi Löw muss sich mit seiner Mannschaft auf einem Platz vergleichbarer Bauweise auf die Partie gegen Russland vorbereiten. Das Spiel nimmt auf dem künstlichen Belag durchaus eine andere Charakteristik an als auf Naturrasen, dessen Eigenschaften wegen höherer Beanspruchung im Strafraum oder unterschiedlichen Wachstums in schattigen Ecken des Stadions sowie auch durch einzelne Beschädigungen im Laufe der Partie Veränderungen unterliegen. Auf dem synthetischen Spielfeld hingegen ist jeder der 7.140 Quadratmeter nahezu mit allen anderen identisch. Und wer den gepflegten Flachpass beherrscht, kann seine technische Überlegenheit voll ausspielen, weil der Ball hier einfach flotter unterwegs ist.
Kunstrasen im Sportplatzbau
Auf der Ebene des Profi-Fußballs oder des internationalen Wettbewerbs ist die Verwendung von Kunstrasen dort besonders populär, wo extreme Wetterbedingungen herrschen und/oder das Stadion multifunktional genutzt wird und ein Naturrasen schlechte Überlebenschancen hat, wenn die Arena auch als Schauplatz für Konzerte dient. In Deutschland wird Profi-Fußball ausschließlich auf Naturrasen gespielt – für Trainingszwecke aber steht auf so gut wie jeder Vereinsanlage auch Kunstrasen zur Verfügung, der auch dann nicht geschont werden muss, wenn kurz vor dem Mannschaftstraining noch ein Schneeschauer über das Land gegangen ist.
Kunstrasen auch im Breitensport beliebt
In Deutschland rollt die Neu- oder Umbauwelle, mit der Kunstrasenplätze entstehen, vornehmlich im Bereich des Breitensports. Für kommunale Betreiber ist hierbei vor allen Dingen die Tatsache entscheidend, dass mit einem Kunstrasenplatz auch während der Frostperiode eine Trainings- und Wettkampfanlage bereitsteht, die intensiv genutzt werden kann. Investoren müssen jedoch einkalkulieren, dass ein Kunstrasensystem eine begrenzte Lebensdauer hat und die Oberfläche im Durchschnitt nach 13 Jahren ausgetauscht werden muss. Zudem bedarf auch ein Kunstrasen der regelmäßigem Pflege.
Weitere Artikel zum Thema Kunstrasen, Naturrasen, Sportrasen sowie zur Pflege von Sportstätten und dem Zubehör der Sportplatzpflege finden Sie im Oktober erscheinenden Themenspecial „Rasen / Kunstrasen / Pflege&Zubehör" bei Stadionwelt.
Die Anbieter und Hersteller von Kunstrasen
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