Ohrschmuck aus verschiedenen Materialien
Was ist Ohrschmuck? Nun zunächst liegt das erst mal im Auge des Betrachters, ob Schmuck oder nicht. Aber fast immer geht das Tragen eines solchen mit der Verstümmelung der Ohrläppchen einher. Bei den meisten Menschen in westlichen Gefilden bleibt es aber meist bei kleinen dezenten Löchern, die mittels einer Pistole geschossen werden. Natürlich mit einer speziell dafür gefertigten Ohrlochpistole und keiner Smith and Wesson, 9mm. Sonst würde es wahrscheinlich oft bei nur einem Ohrloch bleiben. Andere Mutige piercen sich auch mit Sicherheitsnadel und Kartoffel. Danach wird das Loch gefüllt, auf das es nicht wieder zu gehe. Dazu eignet sich im Prinzip so Allerlei, doch werden in Fachgeschäften Stecker aus Edelstahl dafür genutzt.
Dabei könnte man das ganze nun belassen. Tun die meisten auch, bis auf einen mehr oder weniger häufigen Austausch von Ohrschmuck nach Verheilen des Lochs. Aber immer größerer Beliebtheit erfreut sich das Dehnen des Ohrlochs. Inzwischen gibt es eine große Palette an dafür vorgesehenen Dehnern und Weitern. Für ganz Eilige (und ganz Mutige) gibt's noch den Dermal-Punch. Da kann man sich das langwierige Dehnen einfach schenken und lässt das gewünschte Loch, in passender Größe, einfach ausstanzen. Für weniger Mutige naht aber Hoffnung. Das Angebot an Fake Piercings wächst ständig. Heißt, ein Ohrring, für kleine Löcher gemacht, der aber beim Tragen große Löcher vorgaukelt. Nur mit einem Tunnel kann man nicht täuschen, da er zwar das Loch füllt, man aber (wie der Name schon sagt), wie durch einen Tunnel hindurch sehen kann. Und am Ende bleiben ja noch die zwar unbequemen aber Schmerzfreien Ohrclips. Gibt's die überhaupt noch!?
Im übrigen, ist das Dehnen von Ohrlöchern auch nicht neu. Wer kennt sie nicht, die Mursi aus Äthiopien, mit den Tellern in den Ohren? Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Teller als Schmuck galten oder verunstalten sollten, um vor Entführungen durch Sklavenhändler oder benachbarte Stämme zu schützen.
Sid Kroker