Kooperation Subsysteme
Insgesamt ist die Erfassung der Leistungsfähigkeit bedeutsamer als die Beurteilung aktueller Leistungen. Damit stets eine aktuelle Informationsgrundlage für das Kooperationsmanagement gegeben ist, erfolgt eine Erhebung zu Beginn der Kooperation. Als Grundlage kommen alle Quellen der Beschaffungsmarktforschung, direkte Befragung, Selbstauskünfte des Zulieferers oder Erfahrungen von Einkäufern in Frage.
Erstens wäre zunächst das Potential des Zulieferers - gewissermaßen neutral nach den vorhandenen sachlichen und personellen Faktoren (Know-how, Personal, Fertigungseinrichtung und -organisation, Zulieferer, Abnehmer und Absatzorganisation) zu untersuchen, die die Leistungsfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten des Zulieferers determinieren. Zweitens ist aber für das Kooperationsmanagement entscheidend, wie die Zusammenarbeit in den einzelnen Subsystemen der Kooperation gestaltet werden kann. Vgl. auch Becker, Jörg: Data Mining als Wissensbilanz-Zubringer, ISBN 9783837021639.
Die Anwendungsmöglichkeiten und -ziele eines Lieferantenprofils im Rahmen des umfassenden Managements von Kooperationen sind vor allem: Entwicklung von Sollvorstellungen durch die Zuordnung von Anforderungen zu den Merkmalen des Lieferantenprofils (=Anforderungsprofil), Vergleich und Auswahl von Zulieferern aufgrund vergleichender Betrachtung erhobener Lieferantenprofile (= Eignungsprofil, Ableitung erforderlicher Maßnahmen der Zuliefererentwicklung oder der Ausreifung von Kooperationen aus dem Soll/ Ist-Vergleich bzw. dem Vergleich von Anforderungs- und Eignungsprofil, Ermittlung der Entwicklungstendenzen und Beurteilung der Wirkungen der Kooperationsmaßnahmen durch den Zeitvergleich von Lieferantenprofilen eines Kooperationspartners, Ableitung von Optimierungsmöglichkeiten des Kooperationsnutzens durch Aufdeckung von in der Beziehung nicht genutzten vorhandenen Potentialen. Vgl. auch Becker, Jörg: Management-Cockpit der Wissensbilanz, ISBN 9783837046540.
Von großer Bedeutung für die praktische Anwendung ist die hierdurch erreichbare Objektivierung der Zuliefererbetrachtung. Diese beruht vor allem darauf, dass einzelne Merkmale nicht mehr so stark das Gesamtbild prägen, dass die einheitliche methodische Vorgehensweise zu mehr Konsistenz in der Beurteilung und Maßstabsbildung führt, dass die Transparenz der Beurteilung aufgrund vorliegender Unterlagen zur besseren Überprüfbarkeit führt sowie Beurteilungsdivergenzen besser aufgedeckt werden können. Weitere Vorteile können darin gesehen werden, daß die Komplexität der vielschichtigen Zuliefererbetrachtung besser bewältigt werden kann und sonst nur personengebundenes Knowhow dokumentiert wird. Um über Ansätze zur Verdichtung mehrdimensionaler Merkmalstrukturen zu einem Gesamteindruck durch sogenannte Argumentenbilanzen oder Lieferantenportfolios hinaus, auf der Basis der Beurteilungskriterien und den erfassten Merkmalsausprägungen der Lieferantenprofile eine quantifizierende Beurteilung vorzunehmen, empfiehlt sich die Anwendung des Scoring-Modells mit Zuordnung von Gewichtungsfaktoren. Vgl. Becker, Jörg: Entscheidungstechniken als Krisenschutz, ISBN 9783839129067.
Jörg Becker
www.beckinfo.de