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Wissensmanagement - Entscheidungsstrukturen auf Basis Prozessinformationen

Autor: beckinfo | Erstellt am: 08.02.2011 | Gelesen: 444
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Prozesskostenmanagement baut auf dem Wissen über Prozess-Strukturen auf

Prozesswissen für Kostenmanagement
Prozesswissen für Kostenmanagement
Mit der Bildung von Prozesskostensätzen wird in der Kalkulation die Inanspruchnahme von Leistungen in den indirekten Bereichen durch die Kostenträger berücksichtigt. Es werden Kennzahlen gebildet, mit denen eine Kostenkontrolle auf Prozessebene ermöglicht wird. In der prozessorientierten Kostenrechnung können Kosten über die Bildung von Zuschlagsätzen sowie mittels Prozesskostensätzen auf die Kostenträger verrechnet werden.

Im ersten Schritt werden auf Kostenstellen kontierte Kosten den in den Kostenstellen stattfindenden Teilprozessen zugerechnet. Aus den Prozessmengen und den auf Teilprozesse verteilten Kostenarten wird ein Prozesskostensatz ermittelt, der die für die einmalige Prozessdurchführung anfallenden Kosten beschreibt. Im zweiten Schritt können durch die Bewertung von Teilprozessen mit Prozesskostensätzen die Kosten für ganzheitliche und abteilungsübergreifende Geschäftsprozesse ermittelt werden. Z.B. Analyse der im Hauptprozess Auftragsabwicklung enthaltenen Teilprozesse Auftragsakquisition, Angebotserstellung, Auftragannahme, Produktionsplanung, Materialbeschaffung, Wareneingang, Lagerung, Qualitätssicherung, Versand, Fakturierung und Debitoren-Management. Kalkulationsobjekte der Prozesskostenrechnung sind also Geschäftsprozesse. Relevante Prozesse werden identifiziert àzum einen entsprechend der Höhe ihrer Prozesskostensätze, zum anderen zusätzlich nach dem Verlauf der Teilprozesskosten (à Inanspruchnahme multipliziert mit dem Teilprozesskostensatz). Im Falle einer größeren Zahl von Produktvarianten führt die prozessorientierte Kalkulation zu erheblichen Kostendivergenzen, d.h. zu einer verursachungsgerechteren Gemeinkostenverrechnung. Prozessmengen der Sekundärprozesse (Anzahl Vorfertigungsaufträge) können von Prozessmengen der Primärprozesse (Anzahl Kundenaufträge) abhängig sein. Eine prozessorientierte Ergänzung der Kalkulation empfiehlt sich, wenn Produkte oder Aufträge inhomogen sind bzw. die Ressourcen im Gemeinkostenbereich in unterschiedlichem Maß in Anspruch genommen werden. Vgl. ergänzend aus der BusinessIntelligence-Reihe von Becker, Jörg: Entscheidungstechniken als Krisenschutz, ISBN 9783839129067.

Bei Sortiments-Umstrukturierung müssen Teile, bei denen das Marktpreisniveau nicht ausreicht, um die prozessbezogen zugerechneten Gemeinkosten zu decken nach Möglichkeit durch Produkte/Dienstleistungen ersetzt werden, bei denen in Relation zur Ressourcenbeanspruchung bessere Preise durchsetzbar sind. Vor Eliminierung von Produkten mit zu geringem Nettoergebnis muss geprüft werden, ob dadurch frei werdende Kapazitäten auch tatsächlich durch rentablere Produkte genutzt werden können. Falls Umstrukturierungen nicht möglich sind, muss geprüft werden, ob durch Sortimentsstraffung Kosteneinsparungen realisierbar sind, die Erlöseinbußen überkompensieren. Die Ergänzung der kurzfristig orientierten Deckungsbeitragsrechnung um prozessbezogen zugerechnete Gemeinkosten legt offen, dass beispielsweise -kurzfristig gleich rentabel erscheinende Produktgruppen wegen ihrer unterschiedlichen Inanspruchnahme der Prozessleistungen der Kostenstellen längerfristig gesehen differenzierter zu beurteilen sind. Vgl. ergänzend aus der Wissensbilanz-Reihe von Becker, Jörg: Entscheidungstechniken als Krisenschutz, ISBN 9783839129067

Jörg Becker
www.beckinfo.de

 
 
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