Die Organisation von gespeichertem Wissen ist die Basis für Innovationen. Information alleine haben weder einen besonderen Wert, noch einen Zweck an sich. Sie dienen lediglich als Mittel zur Wissenserweiterung. Gleichzeitig aber muss dieses Wissen archiviert und nachvollziehbar kategorisiert werden. Die Vergeudung von Wissensressourcen geht einher mit dem Horten von Herrschaftswissen und dem Festhalten an starren Entscheidungsstrukturen. Nur geschicktes Wissensmanagement macht es möglich, an die „skills" der Mitarbeiter heranzukommen. Unternehmen erkennen, dass eine der wichtigsten Grundlagen von Geschäfts- und Entwicklungsprozessen eine effektive Informationslogistik ist. Die Qualität der Unternehmensleistung basiert nicht nur auf betriebswirtschaftlichen oder sachlichen Daten, sondern ebenso auf Informationen über interne Abläufe, Strukturen, Erfahrungen, Bewertungen von Informationen, Verdichtungen, Vernetzungen etc. Wissen manifestiert sich in Kommunikationsnetzwerken, d.h. wer hat mit wem zur Lösung welcher Fragestellung kommuniziert. Wissensmanagement ist Chefsache und muss auf dieser Ebene verantwortlich gefördert werden.
Im Zusammenhang mit Personalauswahl und Personalbilanz beschäftigt sich mit diesen Themen u.a. vor dem Hintergrund einer Wirtschaftskrise Becker, Jörg: Führungspositionen ohne Klinsmann-Syndrom, ISBN 9783839106440.
Information und Wissen haben verschiedene Aspekte und dürfen nicht miteinander verwechselt werden: Information muss nicht bereits Wissen sein ! Daraus folgt: moderne Hardware und Datenbanken alleine reichen nicht aus, erworbenes Know-how im Unternehmen zu halten. Diesem entspricht nicht, wenn beispielsweise im Wege von Lean Management sich Unternehmen durch Frühpensionierung einer ganzen Schicht von wichtigen Wissensträgern selbst beraubt. Vor der Wissensanwendung steht aber immer erst der notwendige Wissenserwerb. Wissensmanagement hat somit auch immer mit Ausbildung zu tun. Eine Wissensvermittlung auf Vorrat von früher reicht aber heute bei weitem nicht mehr aus. Dabei ist eine Verschiebung vom Fakten- zum Zugriffswissen sowie vom Oberflächen- zum Konzeptwissen feststellbar. Wissensmanagement erfordert zunächst auf Führungsebene die Bewertung von im Unternehmen zirkulierenden Informationen.
Um mit dem strategischen Gut „Wissen" richtig umzugehen sind folgende Rollen sinnvoll. Knowledge Enabler: ist für die nötigen Werkzeuge und Methoden zuständig, um das für die Durchführung von Prozessen notwendige Wissen abrufen zu können, daraus eigenes Wissen abzuleiten und dieses Wissen über die gemeinschaftliche Wissensbasis wiederum anderen bereitzustellen. Knowledge Processor: ist die Nahstelle zwischen technischer Wissensbasis und Knowledge Enabler. Er setzt Informationen und Regeln so um, dass sie als Wissen im System vorgehalten werden können. Knowledge Creator: recherchiert im Markt nach zusätzlichen relevanten Informationen, die dann in die Wissensbasis eingeflochten werden. Knowledge Engineer: sammelt das vorhandene Informations- und Wissenspotential der Mitarbeiter und erzeugt strukturiertes Wissen, indem er für einzelne Prozesse verbindliche Regeln aufstellt. Knowledge Broker: stellt das Wissen in Form eines Abfragesystems bereit und bietet darüber hinaus allgemein zugängliches Unternehmenswissen.
Becker, Jörg: Führungspositionen ohne Klinsmann-Syndrom, ISBN 9783839106440.Jörg Becker (www.beckinfo.de)