Wissensintensive Beschaffung
Die Untersuchung der Angebotsseite liefert u.a. Daten über Marktform, geografische Verteilung, Absatzwege, Marktmacht, staatliche Einflüsse oder die Preis- und Kostenstruktur der (potentiellen)Lieferanten. Wie entwicklen sich die Angebotspreise ? Wie groß sich die Preisunterschiede auf der Angebotsseite ? Aus welchen Bestandteilen setzen sich die Preise zusammen (Lohn-, Material-, Fertigungskosten.....) ? Wie ist die Kostenstruktur der Lieferanten ? Welche Faktoren beeinflussen das Preis- und Kostengefüge ? Die Analyse der Nachfragestruktur liefert Hinweise über die Nachfragekonkurrenz (Anzahl, wirtschaftliche Situation ......) und ihr Marktverhalten.
Informationsquellen: Die richtige und sorgfältige Auswahl der Informationsquellen beeinflußt die Qualität der Ergebnisse und der dann darauf vom Einkäufer getroffenen Entscheidungen. Ein Blick in den Einkaufsalltag zeigt: mehr als dreiviertel der Einkaufsabteilungen beziehen ihre Informationen überwiegend aus
Sekundärquellen. Sekundärdaten werden einer Vielzahl von Quellen entnommen und müssen vom Einkäufer häufig noch aufbereitet und auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden. Das richtige Auswählen der Quellen ist hier noch wichtiger als das Auswerten. Die wichtigsten
Primärquellen sind: die Lieferanten selbst, der Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen und der Beschaffungsmarktberater. Vgl. hierzu ergänzend Becker, Jörg: Entscheidungstechniken als Krisenschutz, ISBN 9783839129067.
Der Lieferant ist natürlich die Hauptinformationsquelle. Von ihm kann der Einkauf durch schriftliche oder mündliche Befragung die gewünschten Daten bekommen. Der persönliche Kontakt zum Lieferanten muss bei Betriebsbesichtigungen, Messebesuchen und Lieferantenbesuchen aufgebaut und intensiv gepflegt werden. Nichts beeinflusst das Einkaufsergebnis negativer als kontakt- und kommunikationsschwache Einkäufer. Nur durch Gespräche, Eindrücke und gesammelte Erfahrungen „im Markt" kann sich ein Einkäufer ein Bild machen, sich in seinem Umfeld orientieren und erfolgreich einkaufen. Nun wird der Verkäufer, aus seiner Sicht verständlich, nicht alle Fragen des Einkäufers beantworten wollen, selbst bei einer noch so guten und partnerschaftlichen Geschäftsbeziehung. Gerade diese nicht genannten Informationen sind für den Einkauf von besonderem Interesse. Wer könnte diese Daten liefern? Hier zahlen sich die Kontakte zu Einkaufskollegen, die auf Fachtagungen, in Seminaren und berufsständischen Vereinigungen geknüpft werden können, aus. Mit der Bereitschaft, selbst Informationen zu liefern, lässt sich in relativ kurzer Zeit ein effektives Netzwerk aufbauen. Einkaufen ist ein Informationsberuf. Der Beschaffungsmarktberater ist ein Profi, der das gesamte Instrumentarium der Einkaufsforschung anwenden kann. Als externer Dienstleister sucht er für Unternehmen nach neuen Einkaufsquellen, erstellt Produkt- und Lieferantenanalysen, Branchen- und Marktprognosen, Länderprofile und führt Datenbankrecherchen durch. Sein Know-how wird genutzt bei akuten Problemen und Vorhaben, Auf- und Ausbau der Einkaufsmarkt-Aktivitäten sowie für die Qualifizierung der Mitarbeiter. Beschaffungsmarktforschung ist erfolgreich und gewinnbringend, wenn die Ergebnisse der Analysen, Beobachtungen und Gespräche in der täglichen Einkaufspraxis verwendet werden. Ergebnisse der Beschaffungsmarktforschung sind: sichere Informations- und Entscheidungsgrundlagen, mehr Markttransparenz sowie Finden von neuen Produkten und Technologien, Vgl. hierzu ergänzend Becker, Jörg: Entscheidungstechniken als Krisenschutz, ISBN 9783839129067.
Jörg Becker
www.beckinfo.de