Optimum der Verdichtung
Viele Risikosituationen sind auf dem besten Weg, sich zusätzlich auch mathematisch darstellen zu lassen. Es geht um die Wahrnehmung des Risikos und der zugehörigen Wahrscheinlichkeiten. Wissensmanagement bedeutet daher bis zu einem gewissen Grad gleichzeitig auch Risikomanagement. Nicht zuletzt deshalb, weil mit Erhöhung des Risikos nicht immer automatisch auch eine Erhöhung der Chancen verbunden sein muss.
Das Management steht vor der Herausforderung, eine ausgewogene Balance herauszufinden zwischen: a) einerseits Beherrschung der Zunahme an Komplexität von Informationssystemen; b) andererseits Optimierung der Informationsauswahl zur Reduktion von Komplexität. Die Trennlinie zwischen ausufernden Datensammlungen und relevanten Informationen lässt sich immer nur speziell auf das jeweilige Unternehmen hin bestimmen. Um Wettbewerbsvorteile durch Informationen zu erzielen, sollte sich das Management u.a. auf die folgenden Strategieziele konzentrieren: Schnellere Reaktion der Informationsverarbeitung auf Veränderung der Geschäftsprozesse, gezielte Identifikation von Risikofaktoren, Anbindung großer Kunden und Lieferanten, Optimierungspotentiale in Infrastruktur-Projekten ausschöpfen, Wissen über Kunden und ihr Verhalten, interne und externe Kunden besser bedienen, Kundengeschehen über Zahlen hinaus transparent machen können, Supply Chain Management, Lagerbestände reduzieren, Beschleunigung der eigenen Geschäftsprozesse. Vgl. zu grundsätzlichen Maßnahmenpotenzialen u.a. Jörg Becker: Wissensbilanz und Geschäftsplanung, ISBN 978-3-8370-7564-9.
Transformationsprozesse der Rohdaten zu entscheidungsrelevanten Informationen: Das Informationssystem stellt demnach eine Infrastruktur für die Befriedigung des situativ relevanten Informationsbedarfs zur Verfügung und entkoppelt sozusagen die dispositive und die operative Sphäre im Unternehmen. Dem Anwender werden mit diesem System Daten und Instrumente für die Analyse zur Verfügung gestellt. Zu berücksichtigen ist, dass es sich bei ein und demselben Zahlenmaterial einmal um Daten, in einem anderen Fall um Informationen handeln kann (je nach Informationsbedarf), andererseits die gleiche Entscheidungssituation bei verschiedenen Personen einen unterschiedlichen Informationsbedarf auslösen kann.
Mit der Vorverdichtung werden hochaggregierte Daten redundant bereitgehalten. Die Metadaten enthalten zum einen die Beschreibung der Abbildungsregeln. Daneben werden auch Hierarchien und Dimensionen für die mehrdimensionale Analyse bereitgestellt. Detaillierte Daten haben eine niedrige Granularität, d.h. mit steigender Verdichtung der Daten erhöht sich gleichfalls die Granularität. Es können auch verschiedene Granulariätsgrade bestimmt werden. Beispielsweise kann mit zunehmendem Alter der Daten eine steigende Datenverdichtung vorgesehen werden. Vgl. zu grundsätzlichen Entscheidungstechniken u.a. Jörg Becker: Entscheidungstechniken als Krisenschutz – Erfolg=Summe richtiger Entscheidungen, ISBN 978-3-8391-2906-7
Jörg Becker
(www.beckinfo.de)