Dynamische Wirkungsbeziehungen
Wenn der Standort seine Fähigkeiten nicht kennt, verpasst er die Gelegenheit, sie zu nutzen. Die Schaffung interner Wissenstransparenz umfasst die Feststellung des Status-Quo. Eine Bestandsaufnahme mit einer Identifikation und Evaluation kritischer Fähigkeit ist somit eine Voraussetzung für das Management von Standortressourcen. Eine Standortbilanz ermöglicht die Analyse anhand von Kausalnetzen: dabei treten, ansonsten vielleicht kaum wahrnehmbare dynamische Zusammenhänge zutage.
Standort-Erfolgsfaktoren (GE) bündeln, hebeln: Es geht um mehr Transparenz über erfolgswirksame Standortfaktoren. Wer im Standortwettbewerb erfolgreich sein will, muss seine Erfolgshebel zuvor systematisch identifiziert haben. Standortentscheidungen werden aufgrund von operativen Kriterien, allgemeinem wirtschaftlichen Umfeld oder finanziellen Kriterien getroffen. Unter operative Kriterien fallen jene Faktoren, die den geschäftlichen Ablauf unmittelbar beeinflussen können (Qualität der Infrastruktur mit Transport/Logistik, Qualifikation/Flexibilität der Arbeitnehmer, Verfügbarkeit von Gewerbeflächen u.a.). Unter Kriterien zum allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld fallen Faktoren wie soziale Struktur, regionale Kompetenzen, Lebensqualität. Finanzielle Kriterien beinhalten Aspekte, die einen direkten Einfluss auf die Kostenstruktur eines potenziellen Investments haben (z.B. Arbeitskosten, Steuerlast, Verfügbarkeit von Fördermitteln. Vgl. Becker, Jörg: Standortanalyse aus dem Indikator-Cockpit, ISBN 9783842318588.
Weiterführend zur Definition/Beschreibung der Kernprozesse des Standortes müssen die Faktoren identifiziert und beschrieben werden, mit denen diese Prozesse letztendlich zum Erfolg geführt werden können. Daraus folgt: Die Erfolgsfaktoren des Standortes leiten sich von den zuvor definierten Kernprozessen ab. D.h. Hauptfaktoren, die den Standort nach vorne bringen, an denen der Erfolg des Standortes festgemacht werden kann. Fragen: Welche sind die wichtigsten Standort-Erfolgsfaktoren ?, z.B. Gewerbesteuereinnahmen, Arbeitskosten, Kundenzufriedenheit (Standortimage, Wachstums-/Ausbaupotential, Anpassungs-geschwindigkeit/ Innovations- und Reaktionsfähigkeit bezüglich Wandel der Rahmenbedingungen, Flexibilität hinsichtlich Kundenbedürfnissen u.a.). Vgl. Becker, Jörg: Standortanalyse aus dem Indikator-Cockpit, ISBN 9783842318588.
Erfolgsfaktoren sind vor allem auch Erfolgspotentiale. Für die Messung werden daher Indikatoren zur %-Ausschöpfung der Erfolgspotentiale (Potentialausschöpfungs-Indikatoren) abgeleitet. Nach der Justierung eines Benchmark-Wertes erhält man das realistische Potenzial, für das konkrete, umsetzbare Optimierungsmaßnahmen abgeleitet werden können. Das Zahlenkleid eines Standortes muss hierbei vielen Anforderungen und Wünschen gerecht werden. Als da wären: Es soll ein möglichst zeit- und wirklichkeitsnahes Abbild zu vielfältigen und komplexen Sachverhalten abgeben, es soll möglichst transparent und nachvollziehbar sein, um als breite Kommunikations- und Diskussionsplattform die Vorbereitung von oft kontroversen Standortentscheidungen unterstützen zu können, es die Basis für Vergleiche mit anderen Standorten bereitstellen, es soll Entscheidungs- und Informationshilfe für Ansiedlungsinteressierte gleichzeitig sein und es soll potentielle Investoren aufmerksam machen und für den Standort einnehmen.
Jörg Becker
www.beckinfo.de