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Wirtschaftliche Entwicklung: FRANKREICH

Autor: Poeschl | Erstellt am: 06.10.2009 | Gelesen: 1786
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Trotz Wachstum im 2. Quartal bleiben Signale gemischt

Erneutes Wachstum im zweiten Quartal 2009 …

Nach einem Rückgang von 1,3% in den ersten drei Monaten des Jahres hat das französische BIP im zweiten Quartal 2009 um 0,3% gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Grund für das Wachstum waren unter anderem gestiegene Ausfuhren und ein stärkerer privater Konsum , der durch den staatlich geförderten Neufahrzeugkauf und Beschäftigungsprogramme im öffentlichen Bereich angekurbelt wurde. Obwohl der Auftragsindex der Gesamtindustrie im Juni erneut schwach blieb, war eine leichte Verbesserung in einzelnen Sektoren wie z. B. in der Chemie-, der Pharma- und der Textilindustrie zu verzeichnen. Auch wenn die staatlichen Förderprogramme die Automobilindustrie bis dato massiv gestützt haben, bleibt eine genaue Prognose der mittelfristigen Branchenentwicklung schwierig. Die französische Bauindustrie hat sich etwas robuster gezeigt als von uns vor drei Monaten prognostiziert. Trotz der weiterhin eher trüben Lage für den Bausektor hat sich das Auftragsvolumen beinahe stabilisiert. Die vorliegenden Aufträge reichen für die kommenden 5,3 Monate (gegenüber 5,6 Monaten im März 2009). Dank des moderateren, doch immer noch robusten privaten Verbrauchs registriert der Einzelhandel einen Aufschwung. Laut Meinung von Geschäftsführern aus den wichtigsten französischen Wirtschaftsbranchen hat sich das Geschäftsklima im Juli 2009 weiter leicht verbessert. Der Geschäftsklimaindex zeigt einen Anstieg auf 75 Punkte gegenüber 74 Punkten im Juni an, und liegt damit ganze 7 Punkte über dem im März erreichten Tiefststand. Dennoch bleibt der Indikator weit unter seinem langfristigen Durchschnittswert.

Generell leidet die französische Industrie weiterhin an Produktionsüberkapazitäten. Daher werden sich die Investitionsausgaben 2009 voraussichtlich um mehr als 20% verringern. Die Vergabe von Firmen- und Privatkrediten ist seit Herbst 2008 rückläufig. Nach einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen von 21% (15.000 Fällen) in den ersten drei Monaten dieses Jahres hat sich der negative Trend fortgesetzt. Aus den Zahlen von Altares geht hervor, dass die Firmenzusammenbrüche im zweiten Quartal 2009 mit 14.000 Fällen um 15% im Jahresvergleich zugenommen haben. Immerhin belegen die jüngsten Zahlen eine Abschwächung der negativen Entwicklung in einigen wichtigen Branchen wie der Bauindustrie, dem Einzelhandel, der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie.

… doch die Signale für Frankreichs Wirtschaft bleiben gemischt

Trotz einiger positiver Anzeichen bleiben die Wirtschaftsprognose für den Rest des Jahres unsicher. Während im ersten Quartal 2009 die Talsohle erreicht wurde, wird sich das französische BIP im dritten Quartal voraussichtlich auf niedrigem Niveau einpendeln. Consensus Economics prognostiziert für das Gesamtjahr 2009 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 2,9% und für das kommende Jahr eine leichte Erholung mit einem Wachstum von 0,3%. Nach einem massiven Abbau der Lagerbestände in den letzten neun Monaten erwarten wir, gestützt von der Auslandsnachfrage, einen Anstieg der Inlandsaufträge. Der französische Einkaufsmanager-Index erreichte im Juli mit 48,1 Punkten seit über einem Jahr wieder einen Höchststand. Doch wird mit wachsenden Arbeitslosenzahlen in den kommenden Monaten gerechnet, was wiederum den privaten Verbrauch, zurzeit eine der wichtigen Konjunkturstützen, beeinträchtigen könnte. Deshalb wird die begonnene Erholung in den restlichen Monaten des Jahres verhalten bleiben. Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im zweiten Halbjahr 2009 hoch bleiben wird. Mit Ausnahme der Landwirtschaft sowie der Lebensmittel- und Pharmaindustrie werden alle Branchen davon erheblich betroffen sein. Dennoch besteht die Möglichkeit eines leichten Rückgangs in Vergleich zu den Vormonaten. Der französische EDF-Indikator zur Messung der Ausfallwahrscheinlichkeit ist seit einigen Monaten rückläufig. Dennoch bleibt er über dem langfristigen Niveau und weist so auf ein hohes Ausfallrisiko bei börsennotierten Unternehmen hin
 
 
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