Der Hammer der Woche
Der Pleitegeier schlägt 2009 noch heftiger zu: Kuckuskleber und Insolvenzabteilungen der Amtsgerichte sowie Schuldnerberatungsstellen werden auch 2009 wieder Hochsaison haben. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen soll nach Expertenberechnungen in diesem Jahr um 50% auf bis zu 145.000 Fälle steigen. Verschuldeten Privatpersonen bleibt dann nur die Möglichkeit die Privatinsolvenz einzuleiten, um nach einigen Jahren Durststrecke wieder solvent zu sein. Hierüber informieren und beraten Schuldnerberatungsstellen und die Verbraucherverbände meistens gegen eine geringe Gebühr. Auch die teurere Variante die Privatinsolvenz gleich über einen Rechtsanwalt zu betreiben ist in Deutschland möglich. In jedem Fall ist zu empfehlen, dass sich der Rechtssuchende erst vorher genau informiert und kostensparende Eigeninitiative zeigt.
Vielen bonitätsschwachen Firmen wird der Gang zum Insolvenzgericht nicht erspart bleiben, da aufgrund der geringen Nachfrage in Deutschland zusammen mit den Kreditvergaberichtlinien der Banken und Sparkassen die weitere Existenz zumindest von Kleinunternehmen und Mittelstand stark gefährdet ist. Besonders hart dürfte es die Autozulieferungsbetriebe, die Autohändler, die Transport- und die Logistikunternehmen, Unternehmen in Dienstleistungsbereichen und Personalvermittlungsagenturen treffen. Für diese Branchen dürfte es auch kein wohlwollendes Eilpaket von der Bundesregierung geben, wie bei den Bankenpleiten. Die sich aus den Firmeninsolvenzen ergebenden volkswitrschaftlichen Schäden könnten sich nach vorsichtigen Schätzungen im Jahr 2009 auf 35 Milliarden Euro belaufen.
Die Verbraucherinsolvenzen waren im Jahre 2008 noch gesunken, jedoch die Firmenpleiten zeigten schon erstmals seit 5 Jahren eine steile Tendenz nach oben. Daher bleibt abzuwarten, welche bereits vom bundesrepublikanischen Staat ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen und welche noch unverzüglich zu beschließen wären. Eine Nullrunde im Bereich Wirtschaftswachstum scheint allerdings unabwendbar zu sein. Auch wird zu beobachten sein, welche Maßnahmen gegen die zunehmende Abwanderung der Großindustrie in Billiglohnländer unternommen werden. Für den Maschinen- und Anlagenbau und die Elktroindustrie ist "Made in Germany" noch ein Vorteil, der sich allerdings nur noch in bare Münze verwandeln lässt, wenn entsprechende Maßnahmen verhindern, dass diese Industriezweige zum Abwandern gezwungen werden.
Klartext: Fakt ist, dass wenn hohe Arbeitslosigkeit herrscht, wobei die reale Arbeitslosigkeit zu betrachten ist und nicht die propagandierten Zahlen aus Nürnberg, die Krisen vorprogramiert sind. Die Kaufkraft der Verbraucher würde weiter sinken, was noch mehr Pleiten zur Folge haben dürfte. Der Blick in das immer leerer werdende Portemonaie lässt jetzt schon viele Bundesbürger die Zornesröte ins Gesicht steigen, da der Gürtel nicht mehr enger zu schnallen geht. Es können also tatsächlich nur wirkungsvolle Maßnahmen greifen, wenn diese allen, den Unternehmen und den Bürgerinnen und Bürgern eine Stütze sind. Einzelne Eilpakete wie zum Beispiel bei den weltweiten Bankenpleiten und Pannen erscheinen wenig hilfreich zu sein, da nur Makulatur, und werden offensichtlich der Allgemeinheit keinen großen Nutzen bringen. Selbstverständlich kann der Staat nicht für alle Fehler Dritter den Kopf hinhalten, was einer sozialen Marktwirtschaft auch widersprechen würde, aber bei zu beschließenden Gesetzen und Regelungsmaßnahmen sollte immer das Allgemeinwohl und nicht das Wohl einzelner Personen oder Branchen in den Fordergrund treten. Wenig hilfreich sind Gesetze und Verordnungen, die dem Normalverbraucher nur einige Euro in die eine Tasche spülen und mehrere aus der anderen wieder nehmen. Hier gibt es noch viel zu verändern. Die Wahl des deutschen Bundestags steht in diesem Jahr an, aber abzuwarten bis eine neue Bundesregierung aufgestellt wird, wäre angesichts der gegenwärtigen ernsten Lage wohl die falsche Taktik, denn es ist bereits Hight Noon und auszusitzen gibt es nichts mehr.
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