lentz.de
…so oder so ähnlich könnte der Slogan der Suchmaschinen und Suchdienste lauten. Jeder, der sich um eine neue Stelle bewirbt, recherchiert erst im Internet. Wie stellt sich das Unternehmen dar? Und fast noch wichtiger: Was schreiben Angestellte der Firma auf Webseiten wie
Jobvoting oder
Kununu?!?
Anders herum läuft es aber genauso: Auch die Firma schaut sich einen Bewerber genau an. Wo und wie taucht der Bewerber im Web auf? Wo hat er seinen „digitalen Fingerabdruck" hinterlassen. Hat er in letzter Zeit in vielen Foren gepostet?!? Oder sucht er vielleicht nach kostenlosen Logins für Pornosites?!? Hat ein Bewerber gefährliche Hobbys, oder ist er Mitglied in Foren?!? Sucht der Bewerber mit Foto vielleicht eine nette Bekanntschaft für gelegentliche, diskrete Treffs?!?
Immer mehr Informationen sind im Internet gespeichert – auch über Anwender. Und Sie sind wahrscheinlich ebenfalls betroffen.
Was im ersten Moment vielleicht nach einem lustigen Schnappschuss von Ihnen bei einer tollen Party aussieht, macht bei nächster Gelegenheit auf den Personalchef der Wunschfirma, den Kreditgeber bei der Hausbank oder die Nachbarn wohl keinen so tollen Eindruck. Fotos und Videos sollten Sie nur dann für alle sichtbar online stellen, wenn Sie diese auch wirklich jedem zeigen möchten. Das gilt entsprechend für schriftliche Äußerungen, und ganz besonders, wenn Sie diese – warum auch immer – unter Ihrem tatsächlichen Namen veröffentlichen. Sind Sie vor der Preisgabe so kritisch wie nur irgend möglich und wägen Sie bei jedem Detail genau ab, ob Sie es verraten wollen.
Ein Beispiel:
Sie geben in einem Forum einen Tipp gegen chronische Rückenschmerzen. Eine Suchmaschine kann Sie dann mit einer chronischen Krankheit in Verbindung bringen. Im schlimmsten Fall wird Ihr Antrag bei einer Krankenversicherung vielleicht abgelehnt – schließlich scheinen Sie an einer nicht nur schmerzhaften, sondern für die Versicherung auch sehr teuren Krankheit zu leiden.
Machen Sie den Selbsttest. Fast jeder hat seinen eigenen Namen schon mal „gegoogelt". Wenn nicht: Machen Sie das! Wenn Sie dann unter ihrem Namen Sachen finden, von denen Sie glauben dass Sie nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt sein sollten und mehr Geld als Zeit haben, können Sie auf einen professionellen Löschdienst zurückgreifen. Deutschsprachig ist etwa
Reputation Defender. Der Dienst sucht zuverlässig für $ 29 alle Fundstellen zu Ihnen und lässt Ihnen dann die Wahl, welche Funde er löschen soll.
Der gläserne Anwender ist schon lange Realität im Internet. Einige Suchdienste haben sich darauf spezialisiert, Informationen über Personen zu sammeln. Je nach Geschäftsmodell des Anbieters gibt`s die Auskünfte gratis oder gegen eine kleine Gebühr. Datenschützer haben zum Beispiel den Anbieter
Spock schon als „Datenerfassungsmonster" bezeichnet. Dabei läuft dieser Suchdienst erst in der Betaversion, also einer Testversion. Aber auch andere Suchdienste, wie zum Beispiel
Wink oder
Yasni oder
Zoominfo funktionieren nach ähnlichem Prinzip. Letzterer richtet sich insbesondere an Firmen, die Informationen zu neuen Mitarbeitern suchen. Kostenlos spuckt der Dienst nur ein paar Basisinfos zu einer Person aus. Wer mehr Fundstellen einsehen will, muss bezahlen.