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Winde: Anwendungsgebiete und Nutzung von Seilwinden

Autor: Waagen24 | Erstellt am: 01.02.2012 | Gelesen: 447
Kategorie: Wissenschaft - Forschung & Technik | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Ihre Bauart, Anwendungsgebiete und Sicherheitsbestimmungen

Deutscher Feuerwehrwagen im Bergeeinsatz
Deutscher Feuerwehrwagen im Bergeeinsatz

Prinzipiell ist eine Seilwinde eine Vorrichtung, mit der man, wie man dem Namen entnehmen kann, unter Zuhilfenahme eines Seils etwas bewegen kann. Dabei nutzt man in der Regel eine zylindrisch geformte Umlenkrolle, an welcher das Seil entweder durch Muskelkraft oder durch einen Motor aufgewickelt wird. Das dabei verwandte Seil kann entweder aus herkömmlicher Naturfaser, Metalllegierungen oder hochmodernem Polyethylen bestehen. Die verschiedenen Seilwinden unterscheiden sich in ihrem Aufbau. Es gibt Trommelwinden und sogenannte Treibscheibenwinden.

Trommelwinden

Bei der Trommelwinde wird das Seil entweder mechanisch, hydraulisch oder elektrisch aufgerollt. Die geordnete nebeneinander liegende Ablage der einzelnen Seilwindungen kann entweder durch einen korrekten freien Streckenabstand zwischen Seil und Trommel, oder durch eine zusätzliche Seilführung erreicht werden. Bei solchen Konstruktionen wird die gesamte Zugkraft vom Seil auf die Trommel übertragen, wobei die Abhängigkeit von Antriebsdrehmoment und Radius mit der Zunahme der Lagen auf der Trommel unausweichlich zu einer Abnahme der Zugkraft führt. So verringert sich die Zugkraft einer Winde von innerster Lage zu äußerster Lage um ca. 50% (ausgehend von 4-5 Seillagen also geschätzte 5% pro Lage).

Treibscheibenwinde

Bei dieser Bauart wird das Seil um ein Seilspill herumgeschlungen und erst danach auf einer Haspel aufgewickelt (deshalb nennt man diese auch Spillwinde). Die Haspel übt in diesem Verbund nur eine Vorspannung aus, damit das Seil eine ausreichende Reibung am Spillkopf aufweist. Durch diese Funktionsweise generiert die Winde eine konstante Zugkraft und Seilgeschwindigkeit über die gesamte Seillänge. Nachteilig daran ist nur der erhöhte Platzbedarf dieser aufwendigeren Bauart.

Anwendungsbereiche

Die verschiedenen Konstruktionen werden nach Art und Größe dem jeweiligen Anwendungsbereich angepasst. Sehr beliebt ist der Ein – bzw. Anbau an Fahrzeugen, welche zur Selbsthilfe, zum Beispiel bei Geländewagen(kann sich selbst aus schwerem Gelände ziehen) oder bei Bergeeinsätzen durch z.B. Feuerwehr, THW und Katastrophenschutz eingesetzt werden.

Zu beachten ist bei der Nutzung von Seilwinden grundsätzlich der Bereich der Anbringung, so gibt es eine Unterteilung in heckseitig angebrachte und vorn angebaute Winden. Die heckseitig angebrachten Winden sind in der Regel günstiger in ihrer Belastung des Trägerrahmens, also des Fahrzeuges, da dieses auf Druck statt auf Zug(wie bei Frontanbringung) belastet wird. Bei den genannten Heckwinden wird das Seil frei oder geschützt durch Rohre, durch den Fahrzeugrahmen nach vorn geführt und dort durch ein Seilfenster oder eine Propellerrolle eingefasst.

Der Winkel des Seilzuges zum Fahrzeug darf in seiner seitlichen Abweichung nie 15 Grad überschreiten, da sonst Schäden durch zum Beispiel Verziehen des Fahrgestelles entstehen können. Moderne Winden sorgen hier durch eine automatische Abregulierung der Zugkraft vor. Um die Belastung der Winde und des Seils so gering wie möglich zu halten werden hydraulische Antriebe durch Überdruckventile und mechanische Geräte durch Scherbolzen als eingebaute Sollbruchstell geschützt. Umso länger das auf der Winde aufgerollte Seil ist, desto mehr muss man die Anzahl der Seilwindungen und Lagen und den damit verbundenen Zugkraftverlust berücksichtigen.

Grundsätzlich wird die Seilgeschwindigkeit bei hydraulischen Winden über ein Steuerventil, bei mechanischen Winden über die Motordrehzahl geregelt. Der Bediener kann bei neueren Winden über ein Display an der Fernbedienung die prozentuale Auslastung der gezogenen Last überwachen und notfalls durch manuelle Abschaltung eingreifen.

Sicherheitshinweise

Im Normalfall werden die Windenbewegungen allerdings vom Fahrerhaus des Trägerfahrzeuges gesteuert, wobei die Fahrgastzelle auch gleichzeitig der Sicherheit dient, falls das Seil unter der Zugkraft zu reißen droht. Der einzuhaltende Sicherheitsabstand zum Seil unter Zug beträgt das 1,5fache der ausgezogenen Seillänge. Um Unfälle zu vermeiden muss das Windenseil regelmäßig komplett abgerollt und dann kontrolliert und gewartet werden. Sowie erkennbare mechanische Mängel wie Seilknicke oder gebrochene Litzen zu erkennen sind muss das Seil ausgemustert werden. Gleichzeitig muss das mit der Seilwinde ausgestattete Fahrzeug gegen Eigenbewegung gesichert werden, dies kann durch Unterlegkeile, eine Allradbremse oder eine externe Verankerung erreicht werden.

 
 
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