Wikileaks
Der Begründer der Internetplattform
Wikileaks – mit Namen
Julian Assange - ist inzwischen in aller Munde. Bekannt wurde das Informations-Netzwerk für empfindliche und unangenehme Daten durch die Veröffentlichungen zum US-Amerikanischen Militär. Zuletzt trafen die Publikmachungen der Seite die Außenminister der Staaten und sorgten für einen ausgewachsenen Skandal. Nun kündigte man bereits das nächste Ziel an; die Großbanken der USA.
Diese Pläne äußerte Forbes zumindest gegenüber dem Forbes Magazin und schien sich dabei sehr sicher zu sein, dass auch die bevorstehenden Offenlegungen von Informationen für viel Aufsehen sorgen werden. Er kündigte an, dass man "wahre und repräsentative Einsichten, wie sich Banken auf der Managementebene verhalten", erwarten kann. Dass dabei nicht nur saubere Westen zum Vorschein kommen, versteht sich von selbst. Aber was Assange hier ankündigt, scheint viele Erwartungen und Befürchtungen zu übertreffen. Tatsächlich spricht er von einem „Ökosystem der Korruption", dass mit den neusten Wikileak-Veröffentlichungen erkennbar werden soll. Weitere Zitate aus seinen Äußerungen gegenüber dem Forbes Magazin wären „unethische Praktiken" und „ungeheuerliche Übertretungen."
Gerade in der jüngeren Vergangenheit kam es mehr und mehr zu dem Schlagworten Casino-Kapitalismus. So manch einer, der das Schalten und Walten der hohen Ebenen der Welt-Finanz-Struktur von außen betrachtet, dachte bei den letzten großen Katastrophen der Weltwirtschaft wirklich eher an das Zocken an einem Glücksspieltisch im Casino, als an verantwortungsvolles Investieren. Nur geht es hier nicht um die pure Unterhaltung, sondern um Milliarden-Beträge. Allerhand Veröffentlichungen von Büchern, die mit Erfahrungs- und Ereignisberichten ein düsteres Bild von den oberen Etagen der Finanzwirtschaft zeichneten, sollen von Wikileaks Offenlegungen aber noch übertroffen werden.
Assange will tief in die Strukturen von Entscheidungen der Großbanken eindringen und zeigen, wie sich daraus eine – zweifellos fragwürdige – Ethik im Management entwickelt hat. Der Begründer von Wikileaks ist sich dabei recht sicher, dass diese Informationen folgen haben werden – das sollen dann "vermutlich Untersuchungen und Reformen sein."
Franziska Steiner