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Wieso fallen mir die Haare aus?

Autor: Angelika Gattinger | Erstellt am: 02.10.2007 | Gelesen: 13922
Kategorie: Beauty - Kosmetik & Wellness | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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TABLETTEN UND INFEKTE

tabletten und haarausfallDie Region um den Scheitel wird immer dünner? Diese unschöne Nebenwirkung können Medikamente wie Blutdruck- oder Cholesterinsenker, Antibiotika und Antidepressiva sowie einige Schmerz- oder Rheumamittel haben (ausgenommen Produkte mit Acetylsalicylsäure, wie z.B. Aspirin). In diesem Fall die Arznei nicht einfach absetzen, sondern den Verdacht mit dem behandelnden Arzt besprechen. Er kann vielleicht eine Alternative verschreiben. Ist dies unmöglich, Ruhe bewahren. Denn nach Ende der Behandlung wachsen die Haare wieder nach.
Fieberhafte Infekte wie eine Grippe oder eine Operation unter Vollnarkose können drei bis vier Monate später ebenfalls Haarausfall auslösen. Auch hier ist Geduld die beste Therapie. Denn alle Haare wachsen innerhalb weniger Wochen oder Monate wieder nach. Eine Kopfhautmassage (1- bis 2-mal täglich) kann die Haarwurzeln stimulieren und damit das Wachstum beschleunigen. So geht es: Die Fingerkuppen beider Hände mit sanftem Druck kreisen lassen, sodass sich die Kopfhaut leicht auf der Schädeldecke hin und her bewegt. Bei der Stirn beginnen, dann über Haaransatz und Kopfmitte zum Nacken durcharbeiten.

FEHLEN BIOSTOFFE?

Dauermüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel, blasser Teint und dazu seit über sechs Monaten Haarausfall: alles Symptome für einen Eisenmangel. Er entsteht durch starke Monatsblutungen, Schwangerschaft, Stillzeit, Crash-Diäten oder einseitige Ernährung, chronischen Durchfall oder entzündliche Darmerkrankungen. Jetzt bloß nicht auf Verdacht Eisenpräparate schlucken! Denn zu viel des Spurenelements kann unter anderem Übelkeit, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen zur Folge haben, im schlimmsten Fall sogar erhöhtes Krebsrisiko, Arteriosklerose oder Herzinfarkt.
Lassen Sie einen Bluttest beim Hausarzt oder Dermatologen machen. Muss tatsächlich Eisen genommen werden, zahlen die Krankenkassen die Therapie. Sobald der Mangel behoben ist, sprießen die Haare wieder. Wer täglich 10 bis 20 mg Eisen mit der Nahrung zu sich nimmt, kann einem Mangel ganz einfach vorbeugen. Der Biostoff Entspannen Sie sich! Das hilft der Seele und dem Haar ist beispielsweise in Fleisch, Fisch, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Spinat, Erbsen, Karotten, Thymian und Minze enthalten.
Neben Eisen brauchen unsere Haare vor allem auch Zink (z. B. in Rind- und Schweinefleisch, Roggen- und Weizenkeimen, Eiern, Käse und Meeresfrüchten), Folsäure (in grünem Blattgemüse) und Biotin (in Milch- und Vollkornprodukten, Eiern und Hülsenfrüchten). Gegen leichten diffusen Haarausfall kann deshalb oft schon die Einnahme von Biotin Tabletten über mindestens drei Monate helfen (z. B. Bio-H-Tin, rezeptfrei in der Apotheke).

KEIN SCHÖNES ERBE

haare und biostoffeHaarausfall kann auch genetisch bedingt sein (Androgenethische Alopezie). Wie ausgeprägt er auftritt, ist individuell verschieden. Immer typisch jedoch: Das Haar wird vom Scheitel aus über einen langen Zeitraum hinweg dünner, immer mehr Haarwurzeln bringen nur noch kurzen, fast farblosen Flaum hervor. Ursache ist eine Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Dadurch werden die Haarwurzeln schlechter durchblutet, bekommen nicht mehr genug Nährstoffe und sterben ab. Ob und wann die Veranlagung sichtbar wird, lässt sich nicht beeinflussen.
Es ist also völlig egal, ob das Haar lang oder kurz getragen wird und wie oft man die Haare schneiden lässt. Beginnt der Ausfall, ist das wirksamste Mittel die Minoxidil-Lösung. Sie stoppt den Schwund, macht ihn manchmal sogar teilweise rückgängig. Wer allergisch auf die Lösung reagiert, kann es mit einem Koffein-Shampoo oder -Tonikum versuchen (z. B. Plantur 39). Auch eine Wirkstoffkombination mit L-Cystin kann die Wurzeln wieder kräftigen, wenn man sie konsequent drei Monate lang einnimmt (z. B. Priorin, rezeptfrei in Apotheken). Und in manchen Fällen helfen Antibabypillen mit Antiandrogenen (z. B. Valette, Diane 35, Belara).

KREISE AUF DEM KOPF

Entdeckt man runde kahle Stellen in der Frisur, ist auf alle Fälle ein Besuch beim Dermatologen angesagt. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um den so genannten kreisrunden Haarausfall. Er ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung. Forscher nehmen an, dass dabei Immunzellen, die sich eigentlich um die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen kümmern soll- ten, plötzlich die Zellen der Haarwurzel bekämpfen. In leichten Fällen behandelt man äußerlich mit einer kortisonhaltigen Lösung und/oder Zinktabletten (z.B. Curazink). Bei schwerem kreisrundem Haarausfall am besten in die Haarsprechstunde einer Hautklinik gehen. Beruhigend: Bei bis zu 80 Prozent der Patienten verschwinden die kahlen Stellen innerhalb von drei bis sechs Monaten, spätestens aber nach einem Jahr.
 
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