(Online-Artikel.de) - Das fragt sich jede fünfte Frau im Alter zwischen 20 und 30. Was dahinter steckt und wie die Mähne wieder schön dicht wird Grässlich, wenn bei jedem Kämmen ganze Strähnen in der Bürste hängen bleiben. Da beruhigt auch das Wissen nicht, dass um die 100 verlorene Haare pro Tag völlig normal sind. Zählen Sie trotzdem mal grob nach. Denn bei langen oder sehr dicken Haaren sieht das Büschel oft nach mehr aus, als es ist. Aber selbst wenn es über 100 Haare sind, besteht kein Grund zur Panik. Ganz wichtig: erst mal die Ursache für den Haarverlust herausfinden.
WENN LICHT DIE MÄHNE LICHTET
Hat Ihr Schopf in den letzten Tagen oder Wochen deutlich an Volumen verloren? Dann ist wahrscheinlich der „saisonal verstärkte Haarausfall" schuld daran. Den haben die meisten im August und September. Seine Ursache ist noch nicht genau geklärt.
Medikamente und Operationen können haarige Folgen haben
BESSER ZUM ARZT GEHEN?

Wer noch grübelt: „Bilde ich mir alles nur ein oder habe ich wirklich Haarausfall?", sollte erst mal folgenden Test machen: Mit gespreizten Fingern entgegen der Wachstumsrichtung ins Haar fassen, dann langsam mit locker geschlossener Faust in die Wuchsrichtung ziehen. Es bleiben mehr als fünf bis zehn Haare hängen? Leider tatsächlich ein Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Viele Ausfallprobleme können Sie zunächst selbst behandeln. Zeit für einen Besuch beim Hautarzt wird es aber zum Beispiel, wenn länger als drei, vier Monate jeden Tag deutlich mehr als 100 Haare ausgehen. Oder sich gleich ganze Haarbüschel leicht und schmerzlos auszupfen lassen.
Damit der Dermatologe den tatsächlichen Verlust beurteilen kann, sammeln Sie eine Woche vor dem Termin möglichst alle verlorenen Haare: vom Kopfkissen, aus dem Waschbecken, der Dusche, von der Kleidung, der Haarbürste. Zur genauen Diagnose wird nach der Anamnese und einer gründlichen Kopfhautinspektion z. B. eine lichtmikroskopische Haarwurzelanalyse, Kopfhaut-Biopsie oder Blutuntersuchung gemacht.
ZU VIEL DRUCK IM JOB...
... oder privater Ärger? Forscher glauben, dass akuter und chronischer Stress eine Entzündung am Haarfolikel auslösen kann. Die Folge: der so genannte diffuse Haarausfall. Er verteilt sich dann ohne erkennbares Muster über den ganzen Kopf. Helfen können Präparate mit L-Cystin und B-Vitaminen (z. B. Pantovigar N, rezeptfrei in der Apotheke). Oder eine 2-prozentige Minoxidil-Lösung, die 2-mal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen wird (Regaine Frauen, in Apotheken). Noch wichtiger ist es jedoch, den Stress in den Griff zu bekommen, etwa mit Relax-techniken wie autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen.
IMMER DIESE HORMONE!
Wie dicht und in welcher Qualität die Haare wachsen, hat viel mit Hormonen zu tun. Kein Wunder also, dass sich starke Schwankungen der Botenstoffe auf dem Kopfbemerkbar machen. So lichtet sich bei vielen Frauen zwei bis drei Monate nach der Geburt eines Kindes die schöne, volle Mähne wieder, die sie während der Schwangerschaft durch den hohen Ostrogenspiegel bekommen haben. Denn ist das Baby da, sinkt der Pegel stark ab, und viele Haare wechseln gleichzeitig von der Wachstums- in die Ruhephase.
Das Gleiche passiert manchmal auch, wenn die Antibabypille abgesetzt oder gewechselt wird. Durch eine Alfatradiul-Lösung (z. B. Pantostin) lässt sich dieser Prozess verzögern. Normalerweise wachsen die Haare aber auch ganz ohne Therapie wieder nach. Hin und wieder werden auch die in der Pille oder Hormonspirale enthaltenen Gestagene für Haarverluste verantwortlich gemacht. Prof. Dr. Hans Wolff von der dermatologischen Klinik der Ludwig-Maximilians Universität in München bezweifelt jedoch, dass da ein Zusammenhang besteht.
Fakt ist dagegen: Produziert die Schilddrüse zu viel oder zu wenig ihrer Hormone, kann das eine Menge Haare kosten. Lassen Sie beim Hausarzt den TSH-Wert im Blut checken. Das Ergebnis verrät, ob eine Hormontherapie oder eine andere Behandlung nötig ist. Erreicht das Botenstofflevel dadurch wieder seine gesunde Balance, wachsen auch die Haare wieder nach.