Nunmehr ist es schreckliche Gewissheit. Attentate an Schulen sind keine Einzelfälle mehr. Immer öfter und in immer kürzeren Abständen erreichen uns aus allen Teilen der Republik neuerliche, erschreckende Nachrichten.Jetzt musste ein Berufsschullehrer sterben, davor war es eine Lehrerin, davor… Es fällt bereits schwer, die Schreckensnachrichten der letzten Jahre aus deutschen Schulen aufzuzählen, so viele sind es geworden. Die Gesellschaft scheint machtlos zu sein. Wir müssen es hinnehmen. Müssen wir das wirklich? Wahrscheinlich nicht, denn ursächlich verantwortlich ist die gesteigerte Aggression in den Schulen als Folge der zu großen Klassen.
Dabei sind Erkenntnisse, dass je mehr Individuen in einem Raum zusammengefasst werden, desto größer das Aggressionspotential der beteiligten Individuen untereinander ist, seit langem bekannt. Nichts anderes sehen wir in unseren Schulen. Der verschärfte angriffslustige Umgang der Menschen in unserer Gesellschaft, als auch die abgenommene Hemmschwelle zu Gewalt insgesamt, ballt sich in den Schulen zu einer stets scharfen Bombe.
Die Gesellschaft hat sich verändert und das geht an unseren Schulen nicht vorbei. Die Politik ist sich diesem Umstand sehr wohl bewusst. Trotzdem hat sie es unterlassen, die Schulen den neuen Gegebenheiten anzupassen und die Klassen drastisch zu verkleinern.
Des Sparens wegen hat sie sogar in den letzten zwei Jahrzehnten den Weg von größeren Klassen gewählt. Verheerend, wie man nun weiß und leider nur schwer wieder umkehrbar, da jedes Bundesressort an jedem einzelnen Euro klebt wie die Made am Speck. Zudem erschwerend ist, dass die Lastenverteilung von Bund und Ländern schnelle Veränderungen ausschließen. Fakt ist jedoch, dass in deutlich kleineren Klassen die Aggressionsbereitschaft zwischen Schülern, als auch zwischen Lehrperson und Schülern nachweislich geringer ist. Auch wenn man dadurch Attentate nicht komplett ausschließen kann, so würden sie doch deutlich unwahrscheinlicher werden.
Ein Blick in unsere Nachbarländer ist lohnenswert. Klassen im Schnitt von bis zu 50 Prozent weniger Schülern pro Klasse funktionieren eindeutig besser. Dass man mit einer angenehmeren Lernatmosphäre nebenbei auch bessere Lernergebnisse erzielen würde, ist ebenfalls erwähnenswert. Doch die Forderung scheint für Deutschland, gerade in der jetzigen Zeit utopisch zu sein. Daher verbleiben für Deutschland nur zwei Alternativen. Entweder wir schaffen die Schule, wie sie jetzt existiert, komplett ab und kreieren dafür einen ganz neuen Modus des Lernens oder aber wir finden uns mit den auch künftigen Schreckensnachrichten aus deutschen Schulen ab.
Frentzel