Barbara Gieseler bietet Achtsamkeits-Training für Paare an
Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein besonderes Gericht kosten und bekommen die Anweisung wie z.B. "halten Sie den Löffel 6 Sekunden vor Ihren Mund. Dann nehmen Sie genau die Hälfte vom Löffel in den Mund und halten das Essen dort für 4 Sekunden. Kauen Sie 11 mal, ehe Sie es schlucken". Denken Sie, das Kosten würde Ihnen wirklich Spaß machen? Denken Sie, Sie würden wirklich viel schmecken?
Oft entsprechen Anleitungen bei Sexualstörungen (die nicht körperlicher Natur sind) diesen Anweisungen: tun Sie dies auf jeden Fall, jenes auf keinen Fall, und dieses auf genau jene Art. Wie soll Lust und Genuss entstehen, wenn ich die ganze Zeit auf Anweisungen achten muss?
Was entsteht statt dessen, wenn Achtsamkeit ins Spiel kommt? Die Aufmerksamkeit richtet sich auf den Moment, auf das, was jetzt gerade zu erleben ist. Und welch Reichtum an Erleben ist in jedem einzelnen Moment gegeben! Angefangen bei Körperwahrnehmungen. Ich brauche ja nur meine Hand auf die meines Partners oder meiner Partnerin zu legen und habe schon zahlreiche Körpererfahrungen: Ich spüre die Wärme meiner eigenen Hand ebenso wie die der anderen Hand. Die Schwere und den Druck meiner eigenen Hand, die Weichheit oder Festigkeit des Gewebes, die Spannung oder Nachgiebigkeit meiner Hand ebenso wie die der anderen. Und das sind nur die "wenigen" Wahrnehmungen, die sich direkt auf die Hand beziehen. Wenn ich den Fokus erweitere und meinen gesamten Körper mit einbeziehe, habe ich eine immense Auswahl von Wahrnehmungen. Und habe doch noch gar nichts "gemacht".
Was, wenn ich zusätzlich darin geübt bin, diese Wahrnehmungen zu beschreiben, so dass auch meine Partnerin oder mein Partner darum weiß? Dann kann eine Verbindung entstehen, die allein schon faszinierender ist als mancher Sex! Und dabei ist noch gar nichts "passiert".
Wenn diese Qualität der Wahrnehmung geschult wird, kann Sex wieder zu einer "heißen" und aufregenden Sache werden. Dazu sind weder komplizierte Stellungen oder ausgefallene Hilfsmittel nötig. Was nötig ist, ist nur eine Unterstützung, damit Neugierde auf sich selbst und auf die Partnerin oder den Partner wieder möglich werden. Dann kann ein Kribbeln entstehen - mindestens so schön wie in der Zeit des frisch-verliebt-Seins, aber getragen von der Vertrautheit der Beziehung.
Achtsamkeit ist eine wunderbare Technik, die hilft, deutlicher zu fühlen und gleichzeitig gelassener zu bleiben. Mehr zu genießen und weniger in den Erwartungen gefangen zu sein. So bekommen sexuelle Schwierigkeiten einen ganz anderen Stellenwert und es entsteht der Raum, wieder auf aufregende Entdeckungsreisen zu gehen.
Ein Angebot für Paare gibt es in der Praxis "A New Beginning" in Hannover. Unter der Anleitung der Hakomi-Therapeutin Barbara Gieseler können Paare lernen, einander mit dieser achtsamen Haltung zu entdecken. Wenn dieses Wissen dann in der Zweisamkeit eingesetzt werden kann, kann es letztendlich zu "Steckdosen-Sex" kommen: elektrisierend - heiß - brennend!
Barbara Gieseler