Burn-out & Co
Stress und Unzufriedenheit im Beruf können gesundheitlichen Schaden anrichten. Das zeigen aktuelle Forschungsergebnisse und die ansteigende Zahl psychischer Erkrankungen.
Angenommen, die Stellenausschreibung eines Unternehmens, das eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an gesundheitsbedingten Ausfällen zu verzeichnen hat, würde wie bei einer Zigarettenpackung die Warnung „
Hier zu arbeiten, kann Burn-out verursachen" tragen?
Aber alleine die Unternehmenspolitik und -kultur dafür verantwortlich zu machen, wäre falsch. Denn oft ist es nicht nur der Arbeitsstress, das dynamische Umfeld und der Erwartungsdruck Anderer, sondern vielleicht vor allem der eigene, überhöhte Leistungsanspruch und verquere Glaubenssätze, die Menschen krank machen.
Das Zitat von Erich Kästner „
Es ist leicht, das Leben schwer zu nehmen, und es ist schwer, das Leben leicht zu nehmen" ist sinnbildlich für eine Gesellschaft, die sich eine „
schwere" Welt konstruiert. Es ist an der Zeit, aus dieser schweren Wirklichkeitskonstruktion auszubrechen und sich Schlupflöcher zu suchen oder sagen wir besser Türen zu öffnen, Schweres leicht zu nehmen, um vielleicht irgendwann die Leichtigkeit des Seins zu erleben.
Auch das ist wiederum ein hoher Anspruch. Fangen wir deshalb klein an:
Wenn wir etwas verbessern, überdenken, anschieben und erreichen wollen, muss es sich dann wie Arbeit anfühlen? Nein, denn in Verbindung mit dem, was wir genießen, entsteht unser volles Potenzial: Träume, waghalsige Verbindungen, paradoxe Möglichkeiten, die sich auf Innovatives, Neues und Belebendes im realen Leben übertragen lassen!
Oft sind wir festgefahren in unserem Denken und Handeln, fokussieren das Negative oder haben Angst, es könnte etwas eintreten, dass uns schadet. Oder wir trauen uns nicht, einmal ganz anders zu handeln, um unserem Leben neue Wege und Möglichkeiten zu geben. Vielleicht wissen Sie, wie es sich anfühlt, wenn sich das Leben festgefahren, starr oder erdrückend anfühlt?
Viele von uns haben die innere Kompetenz und Stärke, sich daraus zu befreien – alleine oder mit Hilfe Außenstehender, Freunde, kollegialer Arbeitskollegen, Mentoren oder Coachs und Weitere. Es gibt einige Varianten, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. Die Dauer und Kraftaufwendung dafür ist allerdings unterschiedlich. Oder sogar den Karren aus dem Dreck ziehen zu lassen. Sie haben richtig gelesen: Vielleicht ist eine Lösung möglich, ohne sich selbst groß anzustrengen.
Es gibt Hilfsmittel, die über die Dauer und Kraftaufwendung zur Lösungsfindung entscheiden können: Ein Hilfsmittel ist das Nutzen unserer Lieblingsaktivitäten, die uns begeistern, zum Lachen bringen, Zeit und Sorgen vergessen lassen, inspirieren und stärken.
Das Nutzen bzw. Utilisieren unserer Lieblingsaktivitäten bedeutet, dass wir die guten Gefühle und den Flow-Zustand, den sie bei uns erzeugen, auf herausfordernde berufliche oder persönliche Situationen übertragen, um in der Folge Lösungen und neue Wege dafür zu finden.
Vielleicht fällt es Ihnen auch viel leichter über Möglichkeiten und Lösungen in der Natur, beim Joggen, im Konzert oder beim Musizieren nachzudenken als auf einem Bürostuhl in einem Gebäude? Oder vielleicht fragen Sie sich als ambitionierter Hobby-Fußballspieler, welche Ihrer Top-Eigenschaften auf dem Fußballfeld auch in ihrem beruflichen Umfeld immer wieder zum Erfolg führen (könnten)?
Es geht darum, Ihren Flow-Zustand in „
Echtzeit", während des Erlebens zur Problemlösung zu nutzen, anstatt sich physisch und psychisch in das Problem zu begeben. Was wir übrigens oft tun, wenn wir Probleme lösen wollen. Vielleicht kennen Sie die Sorte Meetings, in denen Menschen am Ort des komplexen Übels in geschlossenen, überklimatisierten oder stickigen Räumen problemorientierte Lösungsversuche unternehmen?
Der Ausstieg aus einer schwierigen Situation wird leichter, wenn wir es – das Problem oder eine Herausforderung – von außen betrachten, als würde es nicht zu uns selbst gehören. Und während der Außenbetrachtung fühlen wir uns auch noch sehr gut, weil wir gerade unserer Lieblingsaktivität nachgehen.
Viele Menschen haben ein Flow-Erlebnis beim Sport: beim Bergsteigen, Joggen, Fallschirmspringen, bei der rhythmischen Sportgymnastik, beim Schwimmen, usw. – suchen Sie sich Ihren Lieblingssport aus!
Dort entstehen Gedanken, die inspirieren, Schweres leichter und Probleme lösbar erscheinen lassen sowie die konkrete Umsetzung Ihrer Ziele plötzlich ermöglichen.
Zum Beispiel kann Wandern in Kombination mit Coachingfragen, die den benannten Außen- und Lösungsblick eröffnen, zum Siebenmeilenstiefel werden, um dem eigenen Leben einen richtig guten Schub zu geben!
Packen wir es an!
www.kerstin-tuerkis.com