Auf der Suche nach einem guten Tagesgeldkonto weiß jeder Anleger, was er sucht: natürlich möglichst hohe Zinsen und dadurch einen hohen Zinsertrag. Dabei hat sich aus Gründen der Vergleichbarkeit der Nominalzins pro Jahr durchgesetzt. Diejenige Information, welche den Realzins betreffen werden allerdings in Anzeigen nur sehr selten erwähnt. Denn der Intervall zwischen den Zins-Gutschriften ist in diesem Fall bedeutend und kann einen Einfluss auf den Zinsertrag nehmen. Tagesgeld-zinsvergleich.com hat sich gefragt, wie hoch dieser Unterschied ist und ob dieser in die Entscheidungsfindung bei der Tagesgeldwahl mit einbezogen werden sollte.
Hierzu wurde eine Kurzstudie durchgeführt, welche einen typischen Kleinanleger vor die Wahl stellte zwischen drei Banken mit gleichem Nominalzins in Höhe von 2,00 % zu wählen, die sich lediglich im Zinsgutschriften-Intervall unterschieden. Hierbei wurden die branchenüblichen Intervalle gewählt: drei Monate, sechs Monate und zwölf Monate. Der Anleger sollte 20.000 Euro über drei Jahre hinweg auf seinem Tagesgeldkonto verweilen lassen.
Anhand diesen Beispiels wurden für die gesamte Zeit (3 Jahre) der Renditezins berechnet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Im besten Fall, also bei der Bank mit dreimonatiger Zinsgutschrift und somit dem höchsten Zinseszinseffekt beträgt der Gesamtzins 1.233,56 Euro. Dies entspricht einer Gesamtrendite von 6,17 %. Bei dem Tagesgeldkonto der Bank mit jährlicher Zinsgutschrift wurden aus ehemals 20.000 Euro nun 21.224,16 Euro, was im Vergleich zur Tagesgeldbank mit dreimonatiger Zinsgutschrift eine Differenz von 9,40 Euro ausmacht. Dies bedeutet konkret, dass die Gesamtrendite nun bei 6,12 % liegt, was eine Renditedifferenz von gerade einmal 0,05 % oder 0,5 Promill ausmacht.
Als Ergebnis kann also festgehalten werden, dass einem Kapitalanleger, welcher Tagesgeldkonten als die richtige Anlageform für seine Bedürfnisse sondiert hat in der Regel nur einen marginalen finanziellen Nachteil hat, wenn er eine Bank mit langen Zinsgutschriftintervallen wählt. Dieser ist so gering, dass es im genannten Beispiel bereits mehr als ausreichen würde den Nominalzins der Tagesgeldbank mit jährlicher Zinsgutschrift um 0,015 % auf rund 2,02 Prozent anzuheben, um eine höhere Rendite als bei der anderen Bank zu erhalten.
Da es sich bei der Studie um ein Modell handelt bildet sie auch keineswegs die Realität ab: Keine Tagesgeldbank entspricht in ihrem Risiko-Nutzen-Profil einer anderen und selten haben mehr als zwei Banken einen exakt gleichen Nominalzins. Daher sollte ein Tagesgeldkonto vor allem nach anderen Kriterien ausgesucht werden: Neben dem natürlich wichtigen Nominalzins sollte ein Anleger vor allem schauen in welchem Land er das Geld anlegt und welchen Gesetzen die dort ansässige Bank unterliegt. So gibt es allein in Europa viele unterschiedliche Regelungen, wieviel Geld im Falle einer Insolvenz der Bank aus der Einlagensicherung erstattet wird. Hier sollte ein Anleger also vor allem wachsam sein und nicht blind das gesamte Ersparte auf die Bank mit dem höchsten Zins setzen: Denn je höher der Zins einer Anlage ist, desto höher ist auch das Risiko.
Weitere Informationen zum Kurztest "Zinseszinseffekt" finden sie auch unter www.tagesgeld-zinsvergleich.com/..
Autor: Georg Hartmann,
payoffmarketing.de