Ihr Geld - Foto: Mario Schmidt @ aboutpixel.de
Das Jahr 2010 hat gerade begonnen. Die Zeit ist von einer großen Unsicherheit geprägt, was insbesondere den Finanzmarkt betrifft. Viele Anleger fragen sich, wie sich die
Zinsen 2010 entwickeln werden, und welche Schlüsse daraus für die private Anlagestrategie zu ziehen sind.
Zuerst sollte man sich die volkswirtschaftlichen Zahlen etwas genauer ansehen. Deutschland hat im Jahr 2009 den größten wirtschaftlichen Einbruch seiner jüngeren Geschichte erlebt, das Bruttoinlandsprodukt ist mit minus 5,0 Prozent so stark gefallen wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig bewegte sich die Inflationsrate im deutschen Raum um die Null-Marke, im Dezember 2009 lagen die Preise für Konsumenten um 0,9 Prozent höher als im Dezember 2008. Somit war das Vorjahr sowohl von einem einmaligen Wirtschaftseinbruch und einer sehr niedrigen Inflationsrate geprägt.
Diese Werte haben auch einen indirekten Einfluss auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese ist zuallererst dazu verpflichtet, für die Stabilität der Währung, also des Euro, zu sorgen. Eine niedrige Inflationsrate führt dazu, dass die EZB auch die Leitzinsen senkt bzw. auf einem niedrigen Niveau hält. Und der Leitzins steht seit dem 13. Mai 2009 bei 1,0 Prozent, ein ebenfalls rekordverdächtig geringer Stand.
Durch den Wirtschaftseinbruch ist zudem die Nachfrage nach Krediten eingebrochen. Die Geschäftsbanken müssen also keine hohen Zinsen für ihre Anlageprodukte anbieten, um an das Geld der privaten Anleger zu bekommen. Denn da kaum Nachfrage nach Krediten besteht, das Angebot an privatem Geldvermögen jedoch gleich geblieben ist, sind die Zinsen zwangsläufig gesunken. Zudem steht den Banken ja noch die Möglichkeit offen, sich teilweise über die EZB zu refinanzieren, der niedrige Leitzins hat hier auch dazu geführt, dass dadurch die Zinsen für Privatanleger gesunken sind.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass durch die volkswirtschaftliche Entwicklung das ständige Absinken der Zinsen, das wir im Vorjahr gesehen haben, eine logische Entwicklung war. Diese wird sich auch 2010 fortsetzen, zumindest im ersten Halbjahr. Denn eine Änderung der deutschen Wirtschaft bzw. ein Anziehen der Konjunktur im EURO-Raum ist noch nicht erkennbar. Die Zinsen werden auf ihrem niedrigen Niveau bleiben.