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Wie viel Verrücktheit geht noch?

Autor: Lackner | Erstellt am: 12.06.2010 | Gelesen: 799
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft. Ein Plädoyer für das richtige Maß.

Verrücktheit
Verrücktheit
Verrücktheit ist die Unfähigkeit des menschlichen Geistes aus Beobachtungen und Erfahrungen die Bedeutung zu erkennen und danach zu handeln.

Wie sieht es nun aus mit der Fähigkeit des menschlichen Geistes und was würden Besucher fremder Welten mutmaßen, wenn sie beispielsweise Realityshows oder Werbeblöcke im Fernsehen, besondere Exponate moderner Kunst, schräges Theater auf Bühnen oder auf den Finanzmärkten, wilde Egotrips auf Autobahnen oder das Blabla so mancher Volksvertreter sehen und/oder hören müssten?

Wenn beispielsweise eine nicht enden wollende Flut an Werbebotschaften die ewige Jugend, das weißeste Weiß, den unsagbaren Reichtum und das allerbeste Beste zum Kostfastnix-Tarif verspricht. Und, wenn Vierzehnjährige die Ultramegaantifaltencreme bewerben und das Versprechen mit dem Einhalten so viel gemein hat wie der Teufel mit dem Weihwasser. Und dass Menschen bereit sind, dieses Selbstbeweihräucherungsgeschwätz mit ihren Kaufentscheidungen zu belohnen.

Oder, wenn Kunstapostel über das Borstenspiel eines Künstlerpinsels den Kampf um die Macht im griechischen Götterhimmel schwadronieren, welches der geniale Künstler mit einem in schwarzgrauer Farbe getränkten breiten Borstenpinsel in übersinnlicher Entfremdung auf die Leinwand zauberte. Und Kunstspekulanten für dieses Kunstwerk bereit sind, Hunderttausende Euro einzutauschen.

Oder, wenn die Bürokratie wiehert und mit Steuern finanzierte Organisationen keine Kunden brauchen, um gestresste Mitarbeiter auf Kuraufenthalte schicken zu müssen. Oder, wenn enormen Anstrengungen unternommen werden, um effizient die falschen Dinge zu tun: Wie das Ressourcenvergeudungsprogramm, das Lebensmittel welche um die Ecke wachsen, tausende Kilometer hin- und herschickt. Oder die Wegwerfgesellschaft, welche Werte zu hundert Prozent auf Müllbergen lagert, bei denen oft nur wenige Prozent wertlos sind.

Andererseits, zu viel an Vernunft könnte langweilig sein. Bei der Unvernunft ist es aber, wie in vielen Bereichen des Lebens: Eine vernünftige Dosis sollte es schon sein.

Leicht wird es nicht – wie auch Bertolt Brecht meinte: "Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft."

Robert Lackner
Ein Plädoyer für das richtige Maß. www.h-eureka.com - Ethik, Moral und Qualität in der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

 
 
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