Seit etwa drei Wochen rollt der Ball für die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf südafrikanischem Boden. Wer das noch nicht mit bekommen hat, der muss irgendetwas falsch gemacht haben, denn in Nachrichten, egal ob Zeitung oder Fernsehn, wird nur noch über dieses Ereignis berichtet. Man trifft sich mit seinen Freunden, um gemeinsam zum Public Viewing zu gehen, denn gemeinsam Fußball schauen macht doch einfach mehr Spaß. Danach setzt man sich zusammen, um sich über die schönen und die schlechten Situationen zu unterhalten. Und dann gibt es auch noch die Menschen, die einfach mitgerissen werden. Sie interessieren sich nicht wirklich für das eigentliche Spiel, sondern werden einfach von der Stimmung mitgerissen. An den Autos, am Balkon oder im Garten hängen die Deutschlandfahnen.
Die Fans schminken sich in den Farben ihres Landes und die Städte werden in schwarz, rot, gold getaucht. Doch leider findet eine Fußball WM bzw. EM nur alle zwei bzw. vier Jahr statt. In dieser Zeit kommen alle Nationen zusammen, um gemeinsam zu feieren und mitzufiebern. Wenn dann eben die eigene Manschaft es nicht geschafft hat, dann freut man sich trotzdem für die Manschaft, die gewonnen hat, auch wenn dies im ersten Moment verständlicherweise etwas schwer fällt. Doch sobald ein solches Großereignis vorbei ist, dauert es vielleicht zwei Wochen, und die Fanutensilien werden für die nächsten zwei Jahre in den Keller gebracht. Eine Außnahme ist da dann vielleicht das heiß geliebte Trikot, denn so ganz ohne will man dann doch nicht da stehen. Doch um genau zu sein, ist das doch alles erst, seit dem die Fußball WM 2006 in Deutschland war. Erst seit dem ist das Fußballfieber doch so richtig in Deutschland angekommen.
Außerdem verschwindet danach wieder das Gemeinschaftsgefühl. Gut, dass der Fußball verbindet, dass ist nun wirklich kein offenes Geheimnis. Aber die Fußballbundesliga kann man eben nicht mit einer WM vergleichen. Denn wenn in der Bundesliga der eigene Verein verliert, dann werden viele Fans leider sehr schnell aggressiv. Man kann sich kaum noch halten und regt sich extrem über das verlorene Spiel auf. Und überhaupt würde man wahrscheinlich kaum auf die Idee kommen, sich für den anderen Verein freuen. Irgendwie ist das natürlich verständlich, aber warum geht was in der WM geht, nicht auch im nationalen Sport. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass es bei einer WM verschiedene Nationen gibt, und jede Nation ihre Eigenschaften mit bringt. Bei der Bundesliga ist es dann eben doch immer die gleiche Nation.
Vielleicht sollten wir uns öfter an die schönen Momente der WM erinnern, denn dann können wir bestimmt auch in Zukunft mehr Freude am Fußball haben und uns auch für andere Manschaften freuen. Vielleicht ist das auch eine Möglichkeit, damit weniger Zwischenfälle im nationalen Vereinssport passieren.
02. Juli 2010, Désirée-Sophie Lepell