Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Wie lange hält das digitale Gedächtnis?

Autor: MarkusS | Erstellt am: 02.06.2007 | Gelesen: 2497
Kategorie: Wissenschaft - Forschung & Technik | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

CD-DVD LebenserwartungAls die CD zu Beginn der 80er-Jahre die Vinyl-Schallplatte ablöste, glaubte die Industrie, ein Speichermedium für die Ewigkeit gefunden zu haben. Heute erweisst sich das als Schall und Rauch: Das Deutsche Musikarchiv registriert, dass sich die ältesten Exemplare zu zersetzten beginnen. Mithin hat die CD die Lebensdauer einer Aufnahme gegenüber den 200 Jahren einer Schallplatte nicht etwa verlängert, sondern drastisch verkürzt, und zwar auf ein Sechstel. Damit entspricht die Haltbarkeit der silbernen Scheibe der des Tonbands, das sich nach etwa 30 Jahren entmagnetisiert.

Entsprechendes gilt für Videoband und DVD. Immerhin: Private Sammler, die sich ihr eigenes Musik- oder Filmarchiv aufbauen, werden den allmählichen Qualitätsverlust der Scheiben kaum mitbekommen. Denn die Abspielgeräte können die verschwundenen digitalen Daten aus dem Rest der Spur hochrechnen. Problematischer sieht es dagegen für die Archive von Behörden, Forschungs- und Kulturbetrieben, Banken Versicherungen und sonstigen Unternehmen aus. Nahezu all diese Einrichtungen haben im Vertrauen auf die Technik ihre Daten digitalisiert.

Jetzt kommen die nicht umhin, ihren Datenbestand beizeiten auf ein neues Medium umzukopieren (migrieren), das für den jeweiligen Zweck „State of the Art" ist. Einige Spezialunternehmen wie IBM liefern bereits Roboter, die Datenspeicher kontinuierlich überprüfen und bei Mängeln automatisch restaurieren. Diese hochproffesionelle Variante der Datensicherung kostet pro migrierter Scheibe allerdings einen dreistelligen Betrag.

Kulturarchive besinnen sich bereits auf den guten alten Mikrofilm zurück – jedoch in einer zeitgemäßen Variante: Es geht nicht mehr darum, die Originale einzuscannen. Vielmehr werden Schriftstücke, Buchseiten und Bilder, wie derzeit üblich, zu einem digitalen Datensatz komprimiert; ein Laser schreibt ihn direkt auf den Film. Er wird als Masterband möglichst  luftdicht und lichtgeschützt aufbewahrt; für den Gebrauch werden Kopien gezogen. Der Nachteil: Das Archiv-Laser-Verfahren braucht ein Lasergerät. Und das dürfte nicht mehrerer Hundert Jahre halten wie der Film.

 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Wissenschaft - Forschung & Technik:
Know-how für die Elektromobilität
OEM-Treiberelektronik für PIShift
Verstärkermesssystem AMS42-LAN16f von bmcm: 1 System - 1000 Möglichkeiten
LED Taschenlampe vs. Glühbirnen
Hörnlein Umformtechnik: Tiefziehen als Alternative zur Zerspanung
SafeTIC AG: Einfache Handhabung der Defibrillatoren
'Morgenstadt' - die Stadt der Zukunft
Das Gesamtheitsmodell (Die Synthese)

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “Wie lange hält das digitale Gedächtnis?”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.