Haarausfall und Haartransplantation
Wenn Haarwuchsmittel nicht mehr helfen und das Haar immer lichter und der Kopf kahler wird, hilft oft nur noch eine Haarverpflanzung. Im Rahmen dieser plastischen Behandlung werden jedoch keine neuen Haare produziert oder fremde Haare implantiert, sondern die eigenen Haare umverteilt. Dies sind in der Regel Kopfhaare, können aber auch Körperhaare vom Bart, von der Brust oder vom Bein sein. Auch Wimpernhaartransplantation ist heutzutage möglich.
Wie läuft eine solche Operation ab?
Grundsätzlich kann nur genetisch bedingter Haarausfall mit einer Haartransplantation behandelt werden. Die medizinische Fachbezeichnung für diese Art von Haarausfall ist androgenetische Alopezie. Diese ist die häufigste Form unter der Männer leiden. Dabei sind Geheimratsecken erste Anzeichen und das Resultat eine Halbglatze.
Zunächst überprüft der Haarchirurg, ob noch genügend Spenderhaare vorhanden sind. Diese werden in der Regel vom Hinterkopfbereich gewonnen, da die Haare dort nämlich gegen Ausfall resistent sind. Danach wird geplant wie viele Haare entnommen werden müssen und in welche Stellen die Haartransplantate eingesetzt werden sollen.
Planung der Behandlung
Beginn der Behandlung:
Als erstes muss im Normalfall der Kopf kahl rasiert werden, damit der Arzt die Haare sehenund präzise extrahieren kann. Jetzt wird die Entnahmestelle lokal betäubt. Sobald die Wirkung der Betäubung einsetzt, kann die Haarentnahme losgehen. Dazu benutzt der Chirurg einen so genannten "Punch" (eine feine Hohlnadel), mit dem er die Haare, eins nach dem anderen, aus der Kopfhaut herauslöst. Die Entnahmetechnik nennt sich FUE (Follicular Unit Extraction) und bedeutet Einzelhaartransplantation. Die andere Alternative der Haartransplantation ist die Streifenentnahme (FUT) bei der ein länglicher Hautlappen aus dem Spendergebiet herausgeschnitten wird. Von diesem werden dann die einzelnen Haare gewonnen. Nachteil hierbei ist eine bleibende Narbe, da die Wunde wieder zugenäht werden muss.
Sobald genügend Haare entnommen worden sind, kann der Arzt die Öffnungen für die Transplantate erzeugen. Hierfür wird ein feines Schlitzinstrument verwendet mit dem winzige Einstiche vorgenommen werden. Hierbei ist die Wuchsrichtung der anderen Haare zu beachten. Soll eine besonders hohe Haardichte erzielt werden, damit das Haarvolumen wieder größer wird, kann das "Densepacking" verwendet werden. Dabei setzt der Haarchirurg ca. 50-70 Haareinheiten/Grafts pro qcm in bestimmte Bereiche, wie z.B. der Haarlinie. Diese sollte so natürlich wie möglich aussehen, damit hinterher nicht festgestellt werden kann, dass eine Eigenhaarverpflanzung stattgefunden hat.
Im nächsten Schritt werden die Haare in die Empfangskanäle eingesetzt und somit wieder an den Blutkreislauf angeschlossen.
Der Heilungsverlauf:
Durch die Einzelentnahme sind winzige Löcher entstanden, die nach wenigen Tagen wieder zuwachsen und heilen. Die rötlichen Krusten fallen innerhalb der ersten 10 Tagen von selbst ab. Nach etwa 2-3 Tagen kann eine Schwellung im Stirnbereich auftreten, die jedoch schnell wieder abklingt. In der Anfangszeit nach der Operation fallen die eingesetzten Haare zunächst aus, was aber kein Grund zur Panik ist. Dies ist eine völlig Normale Reaktion. Nach 1-3 Monaten wachsen die Haare erneut und gewinnen von Monat zu Monat an Stärke und Festigkeit. Nach etwa einem Jahr wird das Endresultat der Haartransplantation erreicht.
Volleres, dichteres und voluminöseres Haar.
Was sind die Haartransplantation Preise?
Da in Deutschland diese neue, moderne Einzelhaartransplantation noch nicht sehr bekannt ist und nur von wenigen Ärzten praktiziert wird, sind die Preise relativ hoch. Schnell kommen mehr als 10.000€ zusammen. In anderen Ländern ist man im Bereich der Haarchirurgie bereits weiterentwickelt. Bei einer Haartransplantation in Istanbul, in der Türkei als Beispiel, verwenden die Chirurgen state-of-the-art Techniken und Instrumente und bieten aufgrund der niedrigen Lebenshaltungskosten deutlich günstigere Preise an.
Clemens Weber