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Wie der kleine Alfred Bernhard Nobel groß wurde

Autor: Malik1 | Erstellt am: 26.12.2013 | Gelesen: 1565
Kategorie: Menschen & Biographien | Bewertung: rateArateArateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Eine biografische Kurznovelle von Malik Hebbat

Alfred Bernhard Nobel
Alfred Bernhard Nobel

Einst lebte in einem großen Königreich auf der Nordhalbkugel der Erde ein kleiner Junge namens Alfred Bernhard Nobel, dessen Geschichte wie ein Märchen klingt, aber dennoch nur der Wirklichkeit entsprechen kann, da sie unsere Fantasie überschreitet.

Wir schreiben das 19. Jahrhundert im europäischen Königreich Schweden. Der kleine Alfred, seine Mutter Andriette und seine beiden Brüder, Robert und Ludvig, lebten ärmlich in der Hauptstadt Stockholm. Der Vater Immanuel, ausgezogen in ferne Länder, um der Familie nach einigen unglücklichen Ereignissen ein besseres Leben bieten zu können, war ein nach Bildung ächzender optimistischer Mensch, der sein Potenzial in die Lehren der Architektur einbrachte. Wegen der aufkommenden Industrialisierung in Russland und den anderen Vorteilen, die das Zarenreich bot, versuchte Immanuel dort sein Glück.

Währendessen litt der kleine Alfred in Stockholm an seiner zerbrechlichen kränklichen Statur, die ihm auch nicht erlaubte mit Freunden zu spielen oder in die Schule zu gehen. Es scheiterte schon beim Versuch, so hatte er für nur ein Jahr eine höhere Apologistenschule besucht, wo er nur die besten Noten erhielt und unter den ersten drei besten Schülern war. Seine Mutter liebte Alfred und kümmerte sich, neben den anderen Sorgen einer alleinerziehenden Mutter, fortwährend um ihn, so dass er als älterer Mensch folgendermaßen zurückdenkt: „Meine Wiege glich einem Totenbett, und jahrelang wachte eine Mutter in ewig angstvoller Liebe, um das zitternde Flämmchen zu hüten, so gering die Hoffnung auch war."

Bald aber löste der Vater sein Versprechen ein und holte seine Familie in die damalige Hauptstadt Russlands - St. Petersburg - nach. Sie führten ein glückliches Leben. Der größte Traum Alfreds ging in Erfüllung; er bekam Privatunterricht bei den in der Zeit besten Lehrern St. Petersburgs – Chemie bei Professor Sinn sowie Sprachen und Geschichte bei Herrn Santesson. Er war so wissbegierig, dass er fünf Sprachen beherrschte und sich in die Naturwissenschaften verliebte. Seine Familie war stolz auf den kleinen gebrechlichen Mann – der Vater sagte oft zu Bekannten: „...mein guter fleißiger Alfred verfügt über großes Wissen und eine unermüdliche Schaffenskraft, in der ihm keiner gleichkommt."

Deswegen schickte sein inzwischen wohlhabender Vater Alfred auf eine 2-jährige Studienreise nach Schweden, Deutschland, Frankreich, Italien und sogar nach Nordamerika. Alfred saugte das Wissen der fernen Länder auf und kehrte arbeitseifrig zurück zu seiner Familie, um dem Vater alles Erlebte zu berichten. Zwei Jahre nach seiner Rückkehr musste Alfred im Zarenreich einen Krieg erleben – den Krimkrieg1. Alfreds Vater war daran beteiligt, indem er auf Staatsbefehl die russischen Kämpfer ausrüstete mit Land- und Seeminen und gut daran verdiente.

Er erfand verschiedene Dinge zur Abwehr der Gegner. In der Zwischenzeit gebar seine Mutter weitere drei Kinder, von denen leider nur eines überlebte – Alfreds Bruder Emil. Bald ging eben dieser mit seiner Mutter und seinem Vater nach dem Tod des Zaren und der Niederlage Russland wieder zurück nach Schweden. Zwar arm, aber immer noch optimistisch richtete sich der Vater in Heleneborg eine neue Existenz ein und begann nun unentwegt im Laboratorium zu arbeiten. Alfred und seine beiden Brüder hingegen blieben in Russland und in diesem Moment begann Alfreds Zeit. Nach vielen Versuchen, Austauschen und Katastrophen, wo bei einer auch der jüngste Bruder Emil starb, der im Laboratorium in Schweden mitarbeitete, machte Alfred die Entdeckung seines Lebens und die wohl umstrittenste Erfindung der Menschheit, nämlich das bekannte Dynamit. Nun boomten die Geschäfte und der einst kleine gebrechliche Mann wurde vermögend. Er errichtete auf der ganzen Welt Fabriken und war jahrzehntelang verantwortlich für die neuesten Erfindungen in der Waffentechnik. Ihm trieb sein so verhasster Unternehmergeist voran. Er wurde zu dem, was er vorher so beschrieb:

„Die übertriebene Jagd nach dem Geld ist ein Zeichen von Kleinlichkeit, die der menschlichen Begegnung viel von ihrem Angenehmen raubt und das Gefühl für Ehre zerstört zugunsten von eingebildeten Notwendigkeiten."

Er wurde zum knallharten Geschäftsmann. Nach Einsicht pflegte er später zu sagen: „Ich habe keine Wirtschaftsausbildung und hasse sie von Herzen" Doch die Einsicht kam kurz bevor es zu spät war und er kam zu dem Schluss, dasses nichts auf der Welt gibt, was man nicht missverstehen oder missbrauchen kann. Alfred wurde Pazifist und schrieb mit seiner guten Freundin Baronin Bertha vonSutter Ideen2, die die frühe Zukunft vor allem Europas bestimmen sollte. Alfred bekam auch den Doktortitel in Philosophie und war Ehrenmitglied an der KöniglichSchwedischen Akademie der Wissenschaften. Er lebte zurückgezogen und verachtete Ruhm. Er bemerkte oft: „Der Wunsch, irgendeine Rolle in der buntgewürfelten Sammlung der 1400 Millionen zweibeinigen, schwanzlosen Affen zu spielen, die auf unserem kreisenden Endprojektil herumlaufen, scheint mir verächtlich!"

Malik Hebbat

1. Der Krimkrieg fand von 1853 bis 1856 zwischen Russland einerseits und dem Osmanischen Reich (Türkei) Frankreich Großbritannien und seit 1855 auch Piemont-Sardinien andererseits statt. Er begann als der siebte russisch-türkische Krieg und erhielt den Namen "Krimkrieg" weil die längsten und entscheidenden Schlachten um die Halbinsel Krim geführt wurden.

 
 
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