Wickel für Kinder bei Erkältung und Blähungen
Wickel sind noch aus Großmutter Zeiten bekannt. Heute werden
Wickel als einfaches aber wirkungsvolles Hausmittel wiederentdeckt.
Blähungen, Erkältung, Halsschmerzen oder Fieber… vor allem Mütter mit kranken Kindern besinnen sich wieder alter Hausmittel um sanfte Heilung zu erzielen. Obwohl
Wickel eine sanfte Methode sind, kann man mit falsch angewendeten
Wickeln auch Schaden anrichten. Mit ein paar Grundkenntnissen zu
Wickeln, können diese ihre positive Wirkung jedoch komplett entfalten.
Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Grundregeln bei
Wickeln und ausführlichere Erklärungen zu
Wickeln für Kinder …
5 goldene Regeln zu Wickeln bei Kindern:
- Die Anwendung des Wickels sollte für Ihr Kind immer angenehm sein. Beenden Sie die Anwendung, wenn Ihr Kind klagt, die Anwendung sei sehr unangenehm.
- Fragen Sie Ihr Kind zunächst, ob ihm Wärme oder Kälte gut tut. Kann Ihr Kind keine Aussage dazu machen, oder ist es noch zu klein, können Sie auch genau beobachten: verlangt Ihr Kind eher warme oder kalte Getränke? Je nachdem wenden Sie auch eher warme oder kalte Wickel an.
- Führen Sie die Anwendungen nicht direkt nach dem Essen (oder Stillen) durch, warten Sie ca. eine halbe Stunde. (Eine Ausnahme bilden hier verdauungsfördernde Wickel bspw. warme Bauchwickel gegen Blähungen.)
- Nach der Anwendung des Wickels sollte Ihr Kind sich wohl fühlen. Achten Sie, insbesondere bei wärmeentziehenden (kühlen)Wickeln darauf, den Körper anschließend wieder zu erwärmen. Packen Sie Ihr Kind also gleich nach dem Wickel warm ein und geben Sie evtl. ein leicht erwärmtes Kirschkernsäckchen mit unter die Decke.
- Sorgen Sie nach dem Wickel für ausreichend Ruhe.
Keine extrem heißen oder kalten Wickel für Kinder
Gerade Kinder sollten niemals wirklich kalte oder sehr heiße
Wickel bekommen. Ein bis zwei Grad Celsius über bzw. unter der Körpertemperatur sind empfehlenswert. Bitte beachten Sie jedoch, dass jeder Mensch ein anderes Empfinden hat: Was dem einen zu kühl erscheint, ist für den anderen schon fast zu heiß. Reden Sie daher immer mit Ihrem Kind. Nehmen Sie dessen Kritik sehr ernst und handeln sie danach.
Der Aufbau eines Wickels
Wickel könne Sie selbst herstellen oder vorgefertigte Wickelsets benutzen. Auf beide Varianten gehe ich im folgenden Abschnitt genauer ein.
Ein selbst hergestellter Wickel besteht im Grunde immer aus folgenden Bestandteilen:
Das Innentuch
Das Innentuch sollte aus pflanzlichen Fasern wie Baumwolle oder Leinen bestehen. Kunstfasern sind ungeeignet, da sie einen Wärmestau verursachen. Benutzen können Sie:
- Stoff- oder Mullwindeln
- Geschirrtücher
- Stofftaschentücher
- Baumwollhandtücher
- Mullkompressen
- Stoffstücke aus alten Bettbezügen und Leintüchern
Das Zwischentuch
Das Zwischentuch schützt das Außentuch vor Verfärbungen und Flecken .
Geeignet sind:
- Frottiertücher
- Flanelltücher
- Geschirrtücher
Das Außentuch
Ideal als Außentuch sind Wolltücher, da diese überschüssige Flüssigkeit gut aufnehmen aber nicht nach außen abgeben. Dennoch lassen Sie Luft gut durch. Wolltücher können Sie jedoch schlecht reinigen. Alternativ können Sie dicke Moltontücher verwenden.
Das Befestigungsmaterial
Zusätzlich benötigen sie etwas, um den Wickel fest am Körper zu halten und ein Verrutschen zu verhindern.
Benutzen können Sie:
- Sicherheitsnadeln in verschiedenen Größen
- Elastische Binden
- Dreieckstücher
Praxistipp: Um das Anlegen des Wickels zu vereinfachen, gibt es heute auch von verschiedenen Herstellern Wickelsets, die schon alles benötigte enthalten und so gefertigt sind, dass sie ganz einfach anzulegen sind.
Der Vorteil von Wickelsets:
Sie sind nicht so dick wie selbst hergestellte Wickel aus Tüchern. So wird das Anlegen gerade bei Kindern vereinfacht.
Die vorgefertigten Wickel enthalten bereits Befestigungselemente wie Klettverschlüsse oder Bänder. Auf eine Verwendung von Nadeln und Klammern (was ja gerade bei Kindern problematisch ist) kann somit verzichtet werden.
Der erste Wickel
- Wickel sollten nur angewendet werden, wenn ausreichend Zeit ist. Nehmen Sie sich also viel Zeit und sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre.
- Bereiten Sie alles vor, was Sie für den Wickel brauchen:
- d.h.: Sämtliche Wickeltücher oder ein fertiges Wickelset
- die Wirkstoffe, die Sie anwenden möchten (Zwiebeln, ätherische Öle, feuchte Tücher, Quark)
- ggf. ein Buch zum Vorlesen oder ein schöne CD um Ihrem Kind die Zeit zu verkürzen
- warme Decken und ggf. ein leicht erwärmtes Kirschkernsäckchen um nach dem Wickel wieder Wärme zuzuführen)
- Versuchen Sie, dass Ihr Kind vor dem Wickel noch einmal zur Toilette geht.
- Sprechen Sie immer mit Ihrem Kind darüber, was Sie tun. Fragen Sie auch, ob es angenehm ist, oder ob etwas geändert werden sollte (bspw. die Temperatur des Wickels). Größere Kinder können auch bei der Vorbereitung des Wickels mithelfen.
- Bleiben Sie am besten während der gesamten Zeit des Wickels bei Ihrem Kind. Sie können dann die Reaktion besser beobachten. Außerdem helfen Nähe und Zuwendung noch einmal zusätzlich beim Gesundungsprozess.
Warme oder kalte Wickel?
Je nachdem, welche Beschwerden vorliegen, sollten Sie sich für einen warmen oder einen kalten Wickel entscheiden. Bitte beachten Sie, dass der kalte Wickel nicht wirklich kalt sein sollte, sondern maximal 1-2°C unterhalb der Körpertemperatur.
Der „kalte Wickel" wirkt wärmeentziehend auf den Körper. Die Wirkung ist „abschwellend" und „entzündungsabbauend". Vergessen Sie nicht, bei kalten Wickeln Ihr Kind anschließend wieder aufzuwärmen und warm einzupacken.
Der warme Wickel fördert die Durchblutung und wärmt. Friert Ihr Kind, kann ein warmer Wickel sehr angenehm sein. Außerdem können warme Bauchwickel bei Verdauungsbeschwerden (z.B. Blähungen) eingesetzt werden.
Sie müssen auch nicht immer feuchte Tücher zum Wickeln benutzen. Sind Sie unsicher, welcher Wickel der richtige ist, Wickeln Sie einfach erst einmal mit trockenen Tüchern.
Quarkwickel
Quark ist ein beliebter Zusatz bei Wickeln. Es gibt unendlich viele Rezepte, die ganze Bücher füllen können. Hier sei daher nur beispielhaft dieses eine beschrieben:
Quark leitet bei äußerer Anwendung einen Milchsäureprozess ein. Dadurch werden Entzündungsstoffe durch die Haut abgeleitet.
Anwendungsgebiete sind:
Körperwarmer Wickel:- Husten
- Reizhusten, Bronchitis
Kühlender Wickel:- Sonnenbrand
- Insektenstiche
- Kopfweh
- Juckreiz, Ekzeme
Die Anwendung ist sowohl bei körperwarmem als auch bei kühlendem Wickel gleich: Der Quark wird ca. 1 cm Dick auf ein Tuch gestrichen und auf die betroffene Körperstelle aufgelegt. Manche Hersteller bieten mit den Wickel Wirkstofftaschen an, wo man den Quark einfach einfüllt. Die Wirkstofftasche kann später gewaschen werden.
Je nachdem, ob Sie eine kalte oder eine warme Anwendung machen, sollten Sie den Quark vorher einige Stunden aus dem Kühlschrank nehmen. Idealerweise erwärmen Sie den Wickel mit einem Kirschkern- oder Traubenkernsäckchen. Auf die gleiche Weise können Sie den Wickel währedn der Anwendung warm halten.
Wieder haben vorgefertigte Wickelsets hier Vorteile: Oft haben diese eine Öffnung, wo ein entsprechenden Traubenkern- oder Kirschkernsäckchen einfach eingesteckt wird. So können sich die Kinder gerade bei längerer Anwendungsdauer freier bewegen, ohne dass etwas verrutscht.
Warme Quarkwickel können Sie 4-10 Stunden einwirken lassen. Bei kalten Wickeln beträgt die Anwendungsdauer ca. 20 Minuten.
Autorin: Anne Herzberger
Anne Herzberger ist Redakteurin und Mitbegründerin von „babynatur" – dem Babymarkt von Müttern für Mütter. Das Besondere: Es gibt dort nur ausgewählte Produkte, die von erfahrenen Müttern erprobt und empfohlen wurden. Darüber hinaus stehen den (werdenden) Müttern über das Mütter-Magazin und den Babymarkt viele hilfreiche Infos und Testergebnisse zur Verfügung. Die Testergebnisse schreiben zum größten Teil die babynatur Mütter. Jeder kann sich bewerben: babynatur stellt die Produkte gratis zur Verfügung, im Gegenzug schreibt die Testerin einen kurzen Erfahrungsbericht.
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