Wickel, Packungen und Kompressen gehören seit ewigen Zeiten zum Hausmittel Schatz, und spielen auch in der allseits bekannten und sehr beliebten Kneipp Therapie, der anthroposophischen Medizin oder auch in Verbindung mit der Kräuterheilkunde, eine wichtige Rolle. Wickel kombinieren eine Wärme- oder Kältereiztherapie mit Ruhe, Zuwendung und Entspannung. Sie eignen sich hervorragend zur Linderung von Schmerzen, Fieber, Unruhe, Stress und auch Verspannungen. Wickel und Packungen wirken auch vorbeugend. Zum Beispiel können geschwächte, krankheitsanfällige Organe gezielt durch sie gestärkt werden, beispielsweise mit einem kurzen Wickel nach Kneipp um Brust oder Hüften.
Diese so genannten kurzen Wickel werden im Brustbereich bei Husten und Erkältungen angewandt, und im Hüftbereich sind sie hilfreich bei Blasenentzündungen. Bei dieser Art der Behandlung wird ein Leintuch in kaltes Wasser getaucht, ausgewrungen und auf einem Wolltuch und einem Baumwolltuch ausgebreitet, und eineinhalb mal satt um den Körper gewickelt. Zu beachten ist hierbei, dass das Baumwolltuch größer als das Leintuch sein soll, und das der Wickel möglichst ohne Falten und ohne Luftlöcher gelegt wird.
Die Einwirkungszeit sollte 45 Minuten bis 90 Minuten dauern, und im Anschluss wird eine halbe Stunde Nachruhen empfohlen. Der erste Kältereiz bewirkt ein kurzzeitiges Verengen der Blutgefäße. Dies ist wiederum ein Anreiz zu stärkerer Durchblutung, die mit einer angenehmen Erwärmung einhergeht. Wichtig ist zweierlei. Vor dem Applizieren des Wickels muss der ganze Körper warm sein, auch die Hände und die Füße. Nach fünf bis acht Minuten Wirkungszeit muss sich Erwärmung einstellen. Wenn dem nicht so ist, sollte der Wickel entfernt werden. Dieser Wickel hat sich in der Frauengesundheit bei Wechseljahrbeschwerden, Stress, Schlafstörungen und Verstopfung bewährt. Warme Wickel eignen sich zur Entspannung, etwa der Schultern und des Nackens, oder bei Menstruationsschmerzen.
Bekannt und auch beliebt sind etwa Fangopackungen oder Umschläge mit Lehm, der Heilerde. Kalte oder laue Wickel und Umschläge können als Wadenwickel zur Fiebersenkung eingesetzt werden, bei Insektenstichen mit Lehm, Quark oder Arnika, oder auch bei oberflächlichen Venenentzündungen, Blutergüssen, Prellungen und verstauchten Gelenken. Wickel beeinflussen die Durchblutung und den Stoffwechsel. Daher steigern sie die Ausscheidungsfunktionen der Haut, was nicht nur die Hautpflege sehr unterstützt, sondern sich auch positiv auf die Faltenbehandlung und die Bekämpfung von Dehnungsstreifen oder auch Schwangerschaftsstreifen, mit Hilfe von
Dehnungsstreifen Creme, auswirkt. Außerdem setzt diese Art von Wickel die Muskelspannung herab und vertieft die Atmung. Kurz gesagt, sie wirken also auf den ganzen Organismus. Da sie relativ aufwendig und zeitintensiv sind, helfen sie auch durch die wohltuende und aufbauende Zuwendung der Person, die den Wickel appliziert.