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Wertschätzender Umgang mit kranken Mitarbeitern

Autor: Matyssek | Erstellt am: 02.06.2011 | Gelesen: 625
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Tipps für Führungskräfte zur Fehlzeitenreduzierung und Anwesenheitsverbesserung

Buch-Cover
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Für viele Führungskräfte sind Krankenrückkehrgespräche ein Tabu, weil sie fürchten, der Mitarbeiter würde sie als Kontrolle erleben. Ein Ausweg sind Willkommensgespräche nach jeder Abwesenheit – also nicht nur nach Erkrankung, sondern auch nach Urlaub oder Fortbildung. Hiermit können Führungskräfte ihr Interesse zeigen, ohne dass dieser sich überwacht oder als Simulant abgestempelt fühlt.

Wie gut es um die Wertschätzung in einem Unternehmen bestellt ist, zeigt sich auch im Umgang mit Kranken: Sich nach der Genesung zu erkundigen, sollte die Norm sein. Doch vielen Vorgesetzten fehlt der Mut, krank geschriebene Beschäftigte daheim anzurufen. Sie fürchten, der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin könnte sich kontrolliert fühlen.

Und tatsächlich hat es schon Fälle gegeben, in denen Mitarbeiter nach einem Anruf der Führungskraft zum Betriebsrat gegangen sind, um sich dort zu beklagen: Durch den Anruf als solchen und insbesondere durch die Frage, wann denn wieder mit ihrem Einsatz zu rechnen sei, hätten sie sich unter Druck gesetzt gefühlt, was ihren Genesungsprozess behindert habe. Es ist zu vermuten, dass dieses Verhältnis schon vorher von Misstrauen geprägt war.

In einer von Vertrauen geprägten Kultur wird der Anruf des Vorgesetzten als ein Ausdruck von Interesse verstanden. Und genau das soll er auch sein: Die Führungskraft will zeigen, dass sie sich für das Wohlbefinden des Beschäftigten interessiert. Normalerweise tut es gut, wenn man merkt: Die anderen denken an einen und man ist ihnen nicht egal.

Übrigens ist es mehr als verständlich, dass die Führungskraft wissen möchte, wann wieder mit dem Mitarbeiter zu rechnen ist. Sie muss schließlich auch planen können. Und häufig kann der krank Geschriebene abschätzen, wann er ungefähr wieder einsatzbereit sein wird. Es ist ein Gebot der Fairness, den Vorgesetzten hierüber in Kenntnis zu setzen.

Wer sich am Arbeitsplatz wohl und gebraucht fühlt, der kehrt auch nach der Genesung gern wieder dorthin zurück. Willkommensgespräche können mit dazu beitragen, das Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter aus der Tabuzone herauszuholen. Menschen sollten schließlich nicht erst krank werden müssen, damit man mit ihnen spricht. Auch die Integration am Arbeitsplatz wird durch das Willkommensgespräch erleichtert.

Das Willkommensgespräch erleichtert es beiden Seiten, nach Abwesenheitszeiten des Mitarbeiters in Kontakt zu gehen. Idealerweise wird es nicht nur nach der Rückkehr aus einer Erkrankung geführt, sondern auch nach positiv besetzten Abwesenheiten wie Urlaub, Fortbildung oder ähnlichem. Damit ist es weniger tabubesetzt als die weit verbreiteten Rückkehrgespräche, die in der Praxis oft eher als Reglementierungsinstrument empfunden werden.

Je nach Grund der Abwesenheit dauert das Gespräch zwischen 10 Sekunden und einer Stunde (letzteres bei Wiedereingliederung nach längerem krankheitsbedingten Ausfall): „Schön, dass Sie wieder da sind! Das und das ist in der Zwischenzeit passiert …". Und bei Krankheit als Ausfallgrund sollte die Führungskraft zusätzlich fragen: „Hatte es etwas mit der Arbeit zu tun?" und „Ist noch Schonung nötig?" Dieses simple Führungsinstrument kann maßgeblich zur Anwesenheitsverbesserung beitragen.

Weitere Tipps, Ideen und Leseproben für mehr Wertschätzung im Betrieb und eine gesündere Unternehmenskultur finden sich auf der Website zum gleichnamigen Buch von Anne Katrin Matyssek (www.wertschaetzung-im-betrieb.de).

Anne Katrin Matyssek
 
 
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