Man sollte sich jedoch besonders beim Forex Trading immer des Risikos bewusst sein...
Das Wort Traden ist die eingedeutschte Form von dem englischen Verb „trade" und bedeutet „handeln". Besonders in der Finanzwelt wird dieses Wort oft dem deutschen bevorzugt, weil diese international operiert und deshalb größtenteils englisch gesprochen wird. Insbesondere beim Handeln mit Devisen spricht man oft von Trading oder Forex Trading. Was sind Wertpapiere?
Wertpapiere sind zunächst einmal Urkunden, die schriftlich ein Vermögensrecht definieren, was der Fachmann als verbriefen bezeichnet. Die in diesen Urkunden aufgeführten Rechte können nur vom Besitzer der Urkunde ausgeübt werden. Nicht alle Urkunden sind allerdings für das Traden geeignet, sondern nur solche, die an der Börse oder außerbörslich gehandelt werden. Diese Art von Wertpapieren bezeichnet man als Effekten.
Was gehört zu den Effekten?
Zu den Effekten gehören Aktien, Anleihen, Schuldverschreibungen, Optionsanleihen, Futures, Zertifikate, Fondsanteilscheine, Derivate und Optionen. All diesen Wertpapieren ist gemeinsam, dass diese alltäglich an den Börsen oder außerbörslich gehandelt werden können und dass diese ständigen Kursschwankungen ausgesetzt sind. Die Kurse können steigen und fallen. Dies gilt auch für die Anleihen und Schuldverschreibungen, auch wenn diese gewisse Garantieren beinhalten, nämlich die regelmäßige Zinszahlung und die Einlösung zum aufgedruckten Wert (=Nominalwert) am Tag der Fälligkeit.
Was versteht man unter Traden?
Unter Traden versteht man den Kauf und Verkauf von Wertpapieren in kurzen Zeitabständen, meistens in der Form des sogenannten Daytradings. Hierbei wird ein Wertpapier gekauft und innerhalb weniger Minuten und Stunden wieder verkauft. Ziel dieser Tätigkeiten ist es, aus kleinsten Kursschwankungen Gewinne zu erlösen.
Es sind auch Leerverkäufe möglich
Unter Leerverkauf versteht man den Verkauf von Wertpapieren, die man zum Zeitpunkt des Verkaufes nicht besitzt. Derjenige, der diesen Leerverkauf tätigt, rechnet damit, dass es bezüglich der von ihm verkauften Papiere zu Kursverlusten kommen wird und er dann die verkauften Papiere billiger zurückkaufen kann.
In der Praxis werden gedeckte und ungedeckte Leerverkäufe getätigt. In Deutschland sind ungedeckte Leerverkäufe verboten.
Wer darf Wertpapiere traden?
Wertpapiere traden darf jeder, der die Terminbörsenfähigkeit besitzt. Dazu gehört unter anderem, dass der Trader volljährig ist und einen Fragebogen des Brokers oder Bank ausfüllt und unterschreibt, in dem er über den zeitlichen Umfang seiner Börsenerfahrungen schreibt. Zudem muss er eine Belehrung unterschreiben, aus der hervorgeht, dass ihm die Risiken des Tradens bekannt sind und dass ihm auch bekannt ist, dass seine Verluste auch höher sein können, als das eingesetzte Kapital. Hat man diese Belehrung unterschrieben und wurde diese vom Vertragspartner erfolgreich geprüft, erhält man die Zulassung zum Handeln in der höchsten Risikostufe.
Persönliche Voraussetzungen für das Wertpapier Trading
Als Trader muss man seine Stimmungen und Gefühle im Griff haben, das heißt ein besonders günstiger Kursverlauf darf nicht zu einer unkontrollierten Euphorie verleiten. Genauso wenig darf ein besonders ungünstiger Kursverlauf nicht zur Panik verleiten. Konkret ist damit gemeint, dass man vor der Investition genau festlegt, wie hoch der Verlust sein darf, den man tragen kann oder tragen will. Bei positivem Kursverlauf heißt es, dass man Gewinne laufen lassen soll. Der Trader muss in diesen Fällen seine Gewinne absichern, das heißt er muss seine "Stopp- Loss-Marke" ständig nachziehen. Damit ist folgendes gemeint. Eine Aktie verzeichnet einen Kurssprung von 10% und es sieht so aus, dass die Aufwärtsentwicklung noch weiter gehen kann. In diesem Fall könnte der Trader seine Stopp-Loss-Marke auf 5% unterhalb des erreichten Kurses setzen. Diese Marke kann er dem Broker mitteilen, dass dieser beim Erreichen dieser Marke automatisch verkauft, oder der Trader setzt sich selbst diese Marke und zwingt sich dazu, an dieser Stelle zu verkaufen.
Verfügt man nicht über die Fähigkeit, emotionslos eine solche von Anfang an festgelegte Strategie einzuhalten, fehlt es an der persönlichen Voraussetzung sich zu einem erfolgreichen Trader zu entwickeln.
Technische Voraussetzungen für das Wertpapier Traden
Nicht vorgeschrieben, aber für die Entwicklung hin zum erfolgreichen Trader ist eine entsprechende technische Ausstattung, wobei zwei PC als Minimum anzusehen sind. Denn einerseits muss der Trader ständig in Kontakt mit seiner Bank bzw. mit seinem Broker sein, um die notwendigen Aufträge schnell zu erteilen. Mit dem zweiten PC muss die laufende Kursentwciklung beobachtet werden und auch aktuellste Nachrichten empfangen werden und deren Einfluss auf die Kursentwicklung bedacht werden. So kann das Gerücht, dass die Zentralbank die Zinsen erhöhen will bereits dazu führen, dass die festverzinslichen Wertpapiere im Kurswert sinken und dass man diese rasch verkaufen muss.
Kosten und Steuern
Dieser Gesichtspunkt darf nicht unberücksichtigt bleiben, denn die deutschen Banken verlangen bei jedem Kauf und Verkauf feste Gebühren zuzüglich prozentuale Gebühren, während im US-Raum meistens feste Pauschalen verlangt werden. Da oftmals Mindestgebühren anfallen, braucht man auch ein entsprechendes Startkapital, um den zu erteilenden Aufträgen auch ein wirtschaftlich sinnvolles Volumen zu geben, damit nur minimale Gebühren anfallen. Ein Vergleich der verschiedenen Angebote lohnt sich da auf jeden Fall. Soweit ein Trade - Kauf und anschließender Verkauf - mit Gewinn abgeschlossen worden ist, fällt die
Abgeltungssteuer an, die 25% zuzüglich Soli zuzüglich Kirchensteuer beträgt und damit den Gewinn noch einmal schmälert.