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Wer waren die Kelten wirklich?

Autor: Friedegard | Erstellt am: 08.11.2011 | Gelesen: 373
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Die Bedeutung des Keltentums von der Eisenzeit bis ins Frühmittelalter.

Jeder kennt sie oder hat schon einmal von ihnen gehört: Die Kelten. Wenn man ein durchschnittlich authentisches Lager auf dem nächsten Mittelaltermarkt fragen würde, kämen Assoziationen zu Irland, England und Frankreich. Die Kelten hatten Druiden, haben die Steinkreise errichtet und waren ein großes und ehrsames Volk. Doch, war es wirklich so? Wer waren die Kelten denn eigentlich genau?

Das große und ehrsame Volk wird immerhin durch die Übersetzung von celtael galli, der lateinischen Bezeichnung der Kelten gefestigt: "Die Edlen". Je nach wissenschaftlicher Definition waren die Edlen eine Sprachgemeinschaft, eine religiöse Gemeinschaft oder eine materielle Gemeinschaft. Gemeinsam ist allen Definitionen aber, dass sie eine Kultur vereinheitlichen, welche schon seit der Eisenzeit existiert, und zwar vorwiegend im Mittelmeerraum und Westeuropa. Dabei darf die Kultur der Kelten nicht als Volk oder gar Reich angesehen werden, sondern ähnlich wie im germanischen Raum als eine Unzahl von unterschiedlichen Stämmen mit kulturellen Gemeinsamkeiten und ähnlichen Sprachstämmen.

Die bekannte "klassische" keltische Kultur, aus der viele gut erhaltene Fundstücke (Keltischer Schmuck, Waffen, Alltagsgegenstände) stammen und die dadurch am besten dokumentiert werden kann, reicht grob gesehen von 600 v.Chr. bis 30 v.Chr. Durch zwei besonders reichhaltige Funde in der Schweiz (La Tène) und Österreich (Hallstadt) wird zwischen der Hallstadt-Kultur und der La Tène-Kultur unterschieden. Das Siedlungsgebiet der Kelten reichte damals vom jetzigen Südostengland bis hin zum jetzigen Slowenien. Von der keltischen Kultur vor 600 v.Chr. gibt es dagegen so gut wie keine Fundstücke oder schriftliche Überlieferungen.

Die keltische Kultur war eine Hochkultur mit ausgereiftem Handwerkstum, hoher Kunstfertigkeit und einem ausgereiften Wirtschafts- und Handelssytems. Während der höchten Ausbreitung war das keltische Kulturgebiet größer als das spätere römische Reich. Im letzten Jahrhundert vor Christus verschwand das Keltentum langsam, aufgrund der römischen Eroberungszüge (In Gallien lebten die "letzten Kelten", Asterix war also eigentlich ein Kelte ;) ) und der gleichzeitigen Ausbreitung der germanischen Stämme.

Geblieben sind uns vielerlei Fundstücke, vor allem aus Hüglegräbern, welche uns ein differenziertes Bild der neben den Griechen am höchsten entwickelten Kultur der Antike erlauben.
Man sieht, das Keltentum ist viel mehr als das, was wir im allgemeinen darunter verstehen. Seit der Eisenzeit, teilweise bis hinein in das Frühmittelalter prägten die Kelten Kultur, Sprache, Kunst und Architektur Europas. Nicht umsonst kann man sie neben den Germanen als unsere Urahnen und Wurzel ansehen.

André "Friedegard" Gebien
 
 
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