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Wer kennt Topinambur?

Autor: Baumann | Erstellt am: 31.08.2011 | Gelesen: 771
Kategorie: Essen - Trinken & Rezepte | Bewertung: rateArateArateArateArateA
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(Online-Artikel.de) - Bekanntheit von Topinambur in Deutschland

Topinambur - Knolle (Quelle: Axel Baumann)
Topinambur - Knolle (Quelle: Axel Baumann)

Inhalte:
- Topinambur heute und früher
- Eigenschaften von Topinambur
- Interesse an Topinambur
- Ernte und Lagerung

Möhren, Erbsen, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln - jeder kennt sie. Aber ganz anders sieht es in Deutschland mit Topinambur aus, eine im Aussehen der Kartoffel ähnelnde Knolle. Das zeigen die aktuell von Axel Baumann (Forscher im Raum Stuttgart) durchgeführten Umfragen zum Thema Bekanntheit von Topinambur. An den Untersuchungen nahmen Personen im Alter von über 16 Jahren teil, die geschlossene Fragen mit Antwortmöglichkeiten zum Ankreuzen und offene Fragen mit Möglichkeiten der freien Antwortformulierung bearbeiteten.

Topinambur heute und früher

Der geringe Bekanntheitsgrad von Topinambur, der sich aus den Untersuchungsergebnissen ableiten lässt, war jedoch nicht immer so. Die Knolle, die aus Übersee stammt und im Herbst wie eine Sonnenblume blüht, war vor Jahrhunderten bei der Bevölkerung beliebter als die Kartoffel. Vom 18. Jahrhundert an wurde Topinambur aus der Landwirtschaft und aus vielen Gärten durch die Nutzung der Kartoffel immer mehr verdrängt. Als Acker- und Nutzpflanze hat Topinambur heute in der baden-württembergischen Landwirtschaft in der Umgebung von Baden-Baden Bedeutung.

Eigenschaften von Topinambur

Dabei hat Topinambur, welche zum Beispiel auch Erd-, Jerusalem-Artischocke, Indianerknolle oder Ewigkeitskartoffel genannt wird, wahrhaft herausragende Eigenschaften.

Diese Erdknolle enthält keine Stärke wie Kartoffeln, sondern das Zucker-„Äquivalent" Inulin. Der Mehrfachzucker Inulin wird beim Verzehr in einen für Diabetiker besonders verträglichen Fruchtzucker umgewandelt. Topinambur ist die Knolle für Diabetiker.

Eine Topinambur-Mahlzeit führt außerdem dazu, dass sich sehr schnell ein starkes Sättigungsgefühl einstellt. Topinambur ist der natürliche Appetitzügler aus dem Garten.

So vielfältig wie die Formen der Knolle, so mannigfaltig sind auch die Zubereitungs- und Verwendungsmöglichkeiten des Gemüses. Topinambur lässt sich roh und gekocht als Püree, Suppe, Reibekuchen, Puffer u.v.m. essen. Aus Topinambur lassen sich alkoholische und nicht-alkoholische Getränke erzeugen und immer wieder tauchen neue Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten der an Mineralien und Vitaminen reichen Ackerfrucht im Internet auf.

Hervorragendes Potential für die Verbreitung einer Erdknolle, die laut den Befragten wohl vorwiegend von Diabetikern und ökologisch orientierten, ernährungsbewussten Frauen genutzt wird, welche die Knolle vor allem über Naturkostfachgeschäfte oder Reformhäuser beziehen.

Interesse an Topinambur

Allerdings löst der Anblick der Knolle häufig wenig positive Assoziationen aus, wie die aktuell durchgeführten Umfragen von Herrn Baumann gezeigt haben.

Dennoch: Für den Großteil der Befragten ist Topinambur derart interessant, außergewöhnlich und vorteilhaft, dass über 70% der Personen Topinambur gerne einmal versuchen wollen. Insbesondere dann, wenn Topinambur ansprechend dargeboten wird - denn auch hier gilt das altbekannte Sprichwort „Das Auge isst mit".

Ernte und Lagerung

Geerntet wird die frostunempfindliche Knolle, die Seitenknollen bzw. Wurzelknollen bildet, im Spätherbst - oft nach den ersten Frösten. Dann ist auch das bis zu drei Meter hoch wachsende Kraut und Blattwerk mit den gelben Blüten verwelkt. Die Erntezeit der Erdknolle reicht bis ins Frühjahr und endet vor dem Austrieb der Knolle.

Topinambur kann sich rasch im Freiland ausbreiten und Jahr für Jahr austreiben, wenn Knollenreste oder Tochterknöllchen bei der Ernte, die aufwendiger als die Kartoffel-Ernte ist, abbrechen und im Boden bleiben.

Die Lagerfähigkeit der dünnschaligen Knolle ist zudem begrenzt und kann im Kühlschrank bei ca. zwei Wochen liegen. Spezielle Lagermethoden und Vorkehrmaßnahmen für die Lagerung der Knolle sind bereits in der Entwicklung und Erprobung und werden die Aufbewahrung dieser Nahrungsbereicherung unterstützen. Besser ist bisher noch das Ernten der Knolle bei Bedarf während der Ernteperiode.

Einen guten Appetit.
Axel Baumann

Literatur:
Baumann, A., u. a., Einstieg in die Marktforschung, Sternenfels 2010

Kaltschmitt, M., u. a., Energie aus Biomasse, Grundlagen, Techniken und Verfahren, Berlin u. a. 2009
Landwirtschaftliches Technologiezentrum LTZ, Topinambur - eine Pflanze mit vielen Verwendungsmöglichkeiten, Workshop am 18.02.2009, Tagungsband, Karlsruhe 2009
Stolzenburg, K., Inulin - Industrierohstoff aus Topinambur, Forchheim 2003
Vogel, G., u. a., Handbuch des speziellen Gemüsebaus – Topinambur, Stuttgart 1996

 
 
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