Mädchenfussball im Schulbezirk Leipzig
Wer kennt ihn nicht den Slogan:
"Deutschland - Ein Sommermärchen!". Was 2006 für die Fussballmänner ein Renner war, wurde es auch ein Jahr später für die Handballmänner oder in diesem Jahr für den weiblichen Fussballnachwuchs. Nun ruft im kommenden Jahr wieder eine WM, nämlich die der Fussballfrauen. Und wieder werden kräftig die Werbetrommeln gerührt und wieder wird über den kommenden Boom an neuen (weiblichen) Mitgliedern in den Fussballsportvereinen sinniert. Doch warum macht dieser Boom einen so grossen Bogen um Sachsen?
Höhepunkte gab es auch schon vor dem Sommermärchen reichlich! So gab es z.B. 2003 eine Juniorinneneuropameisterschaft im mitteldeutschen Raum sowie 2 Jahre später ein Vierländertrunier der U15 Juniorinnen im Bezirk Leipzig. Sicherlich waren die Initiativen für diese Ereignisse vielschichtig, gründeten sich neue Mannschaften, entstanden schmucke kleine Arenen. Allein die Nachhaltigkeit war nicht von langer Dauer.
Hier mal kurz ein paar Zahlen. Eine Bezirksliga Leipzig der B-Juniorinnen gibt es seit der Saison 1996/97 damals mit 10 Mannschaften, heute sind es derer 4. Ähnlich verhält es sich bei den C-Juniorinnen. D-Juniorinnen und jünger - bisher Fehlanzeige! Nicht verschwiegen sei hier, dass es in Leipzig noch je 3 Mädchenmannschaften die Gross- und Kleinfeld bei den Jungs mitspielen.
2007 wurde mit der Gründung des
Leipziger FC 07 eine neue Ära begonnen. Wurde doch nun endlich auch ein weibliches Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) in Sachsen aufgebaut. Deren Protagonisten gingen dann auch mit sehr viel Schwung an die Aufgabe es aufzubauen. Wurden zunächst die umliegenden Mädchenmannschaften geplündert, kamen später die restlichen Vereine in Sachsen dran und man machte auch nicht vor Vereinen aus den angrenzenden Bundesländern halt. Vom Sächsischen Fussballverband mit allen Freiheiten ausgestattet, wurde es ein Siegeszug auf der ganzen Linie....Bis es zum Ende des Jahres 2009 finanzielle Probleme gab und der Spielbetrieb wie ein Kartenhaus zusammenbrach. Klar, dass das Vergnügen und Kopfschütteln der umliegenden Vereine keine Grenzen kannte.
Wieder einmal erwies sich in Leipzig ein Fussballprojekt als Luftschloß. Das NLZ konnte immerhin Lok Leipzig übernehmen, inkl. der besten Spielerinnen im Frauenbereich und den beiden Leistungsmannschaften (B- und C-Mädchen). Beim LFC blieben eine neugebildete Frauen- und 2 kleinere Mädchenmannschaften zurück. Diese haben nicht nur mit einem maroden Restgebilde in ihrem Verein, sondern auch mit der Häme ihrer Gegner zu kämpfen.
Hat nun Lok ein Leistungszentrum für ganz Sachsen? Wohl nicht ganz, denn ihm entsagt sich der Dresdner Krösus, der FFC Fortuna DD-Rähnitz. Die gingen lieber eine Fusion mit Dynamo ein und behalten dafür ihre Talente. Der Erfolg war bisher durchschlagend, ist doch das Dresdner "Rudolf-Harbig-Stadion" eine der Spielstätten der WM. Sie stachen dabei Magdeburg aus, wo immerhin das NLZ von Sachsen-Anhalt beim FFC Magdeburg besteht und der Verein auf eine gute Aufbauarbeit zurück blicken kann.
Andreas Scholl