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Wenn Druckereien zur Kasse bitten

Autor: Europadruck | Erstellt am: 17.03.2010 | Gelesen: 518
Kategorie: Marketing - Werbung & PR | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Vertrauen in der Druckindustrie ist gut, Vorkasse ist besser

Im Kampf um Kunden und Auftrgäge, verzichtet manch eine Druckerei auf jegliche Absicherung und geht bei der Druckproduktion zu 100% in Vorleistung. Ein Spiel mit dem Feuer, denn eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Zahlungsausfall eintritt. Das trotz dieser wiederholten, negativen Erfahrung viele Druckereien noch immer auf eine Vorkasseregelung in Ihren Zahlungsbedingungen verzichten, ist kaum noch nachvollziehbar. Ist die Angst einen Kunden nicht zu bekommen größer, als die Angst vor dem finanziellen Totalverlust? Warum ist Vorkasse in der grafischen Industrie noch immer oft die Ausnahme und nicht die (wünschenswerte) Regel?

"Schwarze Schafe" gibt es überall, auch unter den Drucksacheneinkäufern. Da werden Druckaufträge erteilt, ohne das jemals die Absicht bestand, diese auch rechtmäßig und wie vereinbart zu bezahlen. Die Leidtragenden sind dann oft die Druckereien, die auf den entstandenen Kosten und Ihrer Rechnung "sitzenbleiben". Da der Gesetzgeber aber leider mehr die Täter, nicht aber die Opfer (Druckereien) zu schützen scheint, können diese, oft über Jahre hinweg, eine Druckerei nach der anderen schädigen. Selbstschutz ist also gefragt.

Eines kann man zu diesem Thema gleich vorab sagen: "Einen absoluten Schutz gibt es nicht". Sehr wohl ist es möglich, durch eine durchdachte Vorkasseregelung, gerade bei Neukunden, gleich von Anfang an die "Spreu vom Weizen" zu trennen. Seriöse Auftraggeber und dies sind mit Sicherheit die große Mehrheit der Drucksacheneinkäufer, werden sicherlich Verständnis dafür haben, dass eine Druckerei vor Produktionsbeginn zumindest die Materialkosten gedeckt sehen möchte.

Wie aber könnte so eine "strukturierte Vorkasseregelung" in der Praxis aussehen? Einfach ist es bei den Privatkunden. Hier sollte grundsätlich Vorkasse vereinbart werden. Bei Geschäftskunden möge folgendes Beispiel gelten: Für Neukunden wird eine Nettowarenwert, z.B. 1.000 Euro festgelegt. Liegt der Bestellwert darunter, ist vom Neukunden grundsätzlich Vorkasse zu leisten. Liegt der Bestellwert darüber, so erfolgt die Lieferung auf Rechnung, allerdings nur bei einer entsprechend positiven Bonitätsauskunft. Bei einer negativen Bonitätsauskunft lässt man dem Kunden noch die Möglichkeit der Zahlungsart Vorkasse. Mit zu den Zahlungsbedingungen bei Vorkasse, gehört in diesem Kontext auch zwingend der Hinweis "Produktionsbeginn erfolgt erst nach Zahlungseingang".

Die Onlinedruckereien haben zu dem Thema Vorkasse sehr viel Vorarbeit geleistet und praktizieren die entsprechenden Zahlungsbedingungen seit Jahren recht erfolgreich. Der "Druckereikunde" wird also nicht unbedingt verschreckt von einer (klassischen) Druckerei Abstand nehmen, wenn diese nun ebenfalls um Vorkasse beim Erstauftrag, bittet. Vielleicht braucht es einfach nur ein wenig Mut, von Seiten der Druckereien und ein wenig mehr Verständnis von Seiten der Auftraggeber, um das Produktionsrisiko zu minimieren. Überfällig und sehr wünschenswert wäre eine Umsetzung dieser Form der Absicherung "auf breiter Front" allemal. Vorkasse ist keine "unmoralische Forderung", sondern nur die ehrliche und faire Abwicklung eines Druckauftrages und dies Zug um Zug.

Klaus Wenderoth
 
 
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