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Wenn das Spiel kein Spaß mehr ist

Autor: FranziSteiner | Erstellt am: 06.07.2010 | Gelesen: 542
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Viele Österreicher sind von der Spielsucht befallen und warten krankhaft auf das große Glück, dass sich niemals einstellen wird.

Spielsucht
Spielsucht
Viele Österreicher sind von der Spielsucht befallen und warten krankhaft auf das große Glück, dass sich niemals einstellen wird. Ohne richtige Hilfe stürzen sie in den finanziellen Abgrund. In den kommenden Jahren werden es noch mehr Menschen sein, so die Suchtexperten. Laut Ferdinand Herndler von der Spieler- und Schuldnerhilfe in Linz sei es so, dass die Nachfrage an Beratungen für Spielsüchtige rasch in die Höhe schnellen werde.

Das neue Gesetz sei nicht geeignet für die Bekämpfung dieses Problems. Schon die Tatsache, dass der maximale Gewinneinsatz von aktuell 50 Cent pro Spiel um das 20fache erhöht wird, sei wenig hilfreich, so kann man ja noch mehr verlieren, sagt Herndler. In Oberösterreich existiere ein unkontrolliertes Wachstum an „kleine Glücksspielautomaten" wie einarmigen Banditen und das, obwohl sie hier untersagt sind.

Sie verbergen sich hinter dem Begriff „Geschicklichkeitsspiel" oder haben Zulassungen aus anderen Ländern verhindert ihre Aufstellung nicht. Mit dem steigenden Angebot an Glücksspielen wächst auch die Zahl der Spielsuchtopfer. Kärnten hat auf diese Situation bereits reagiert. Erst vor kurzem machte in Villach die erste Spielsuchtambulanz in Österreich auf.

Auch in der Spieler- und Schuldnerhilfe in Linz steigt der Bedarf an Beratungen kontinuierlich an. Hierher kämen Menschen, die viel durchgemacht hätten und schon mehrfach versuchten, ihre Krankheit zu bekämpfen. Sie hätten ebenfalls große Probleme in der Familie, an ihrer Arbeitsstelle und mit ihren Finanzen, so Herndler. Die Variationen in denen die Spielsucht vorkomme, seien breit gefächert.

Manche Kranke würden nur in Casinos spielen, andere bei kleinen Automaten und wiederum andere überall wo sie nur spielen könnten. Es gebe auch andere Arten der Spielsucht, wie die Sucht nach Rubbellosen. Menschen mit einem mangelnden Selbstwertgefühl seien nach den Experten besonders gefährdet.

Ein bis zwei Prozent der Erwachsenen seien als gefährdet eingestuft. Um diese Zahl zu reduzieren, verlangt Herndler von der Politik, das Beratungsangebot zu erweitern, Glücksspielgelegenheiten in der Umgebung von Schulen zu untersagen und besonders die Jugendlichen dahingehend aufzuklären.
 
 
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