Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Welpenspielgruppen - Sinn oder Unsinn?

Autor: Hundewelten | Erstellt am: 20.03.2009 | Gelesen: 1724
Kategorie: Freizeit - Hobby & Unterhaltung | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Welpenspielgruppen - Nutzen oder Schaden für das Hundekind?

Hundewelten
Hundewelten

Sozialisierung durch Welpenspielgruppen bei Haushunden

Das Erscheinungsbild von Welpen manipuliert uns Menschen, denn Knopfaugen, watteweiches Kuschelfell, tapsige Bewegungsabläufe und der bei uns dadurch geweckte Beschützer- und Mutterinstinkt lassen uns unbewusst schon in den ersten Wochen dieses jungen Lebens fatale Fehler machen.

War das niedliche Anspringen und Kontaktsuchen unseres Hundekindes anfangs noch lustig, so wird uns spätestens die Rechnung der Kleiderreinigung negativ stimmen, wenn der nunmehr erwachsene Hund den Mantel eines Passanten mit seinen herbstlichen Matschpfoten veredelt hat.

Wir Menschen fühlen uns durch die Aufgabe „Hundekind" wichtig und gebraucht, sie kann uns aus sozialer Isolation helfen und uns bei der Kontaktaufnahme zu Gleichgesinnten helfen. (So manche Freundschaft oder Partnerschaft ist auf den Hund zurück zu führen).

Das vermeintlich zerbrechliche Wesen „Welpe" muss seine hündische Familie verlassen, ist alleine in der großen weiten Welt, bei ihm fremden, großen Zweibeinern eingezogen und es ist nur allzu menschlich, wenn wir ihm diese Lebensphase so angenehm wie möglich machen wollen. Bedenken Sie bitte, Ausflüge zu Welpenspielgruppen gehören NICHT dazu!

In den letzten Jahren verzeichnen wir einen Wandel im Bereich sinnvolle Hundeerziehung. Gesteigerter Wert wird auf die Gehorsamkeit und das Sozialverhalten von Hunden gelegt. Welpen aller Rassen und Größen werden in „Spielgruppen" verheizt und durch die Leitung vermeintlich kompetenter Hundetrainer in unnatürlichem Verhalten gefördert. Genau betrachtet, sind Welpenspielstunden so ziemlich der größte Unsinn, welche die Menschheit jemals erfunden hat. Was lernt ein Welpe von einem Welpen? Richtig nichts, zumindest nichts wirklich positives. Da werden bis zu 10 Welpen verschiedener Rassen, verschiedener Größen und verschiedenen Alters in einen Pulk geworfen und sich selbst überlassen. Jeder Einzelne, auf sich alleine gestellt, versucht, sich im wahrsten Sinne des Wortes seiner Haut zu wehren, besonders wenn er von einer Meute fremder Artgenossen überrumpelt wird.

Während sich der Hundehalter brav an den Rand des Geschehens stellt, legt er hiermit schon den Grundstein für späteres Problem- oder Fehlverhalten bei seinem Tier. Da wird ein Welpe von anderen untergebuttert, sogar gehetzt und gezwickt. Andere Welpen, die ohnehin etwas unsicher oder sensibel sind, ziehen sich apathisch in eine Ecke zurück und warten auf die Erlösung durch den Rudelführer Mensch.

Einzelne Tiere kontrollieren die Lage, tragen Machtkämpfe aus und verhalten sich je nach rassespezifischer Eigenschaft oder bereits erlerntem Verhalten mehr oder weniger aggressiv. Oder dachten Sie das Knurren bei Welpen sei ein anderes als das bei erwachsenen Tieren?

Nachweislich haben 77% aller Hunde bis zu 2 Jahren Fehl- oder Problemverhalten entwickelt, was ursächlich von unkontrollierten Welpenspielgruppen her rührt. Wohlbemerkt wir sprechen hier von Welpen-Spielgruppen, nicht von geführter und kontrollierter Welpenfrüherziehung. Im übrigen sollte man einmal darüber nachdenken, dass es derartiges in der Natur gar nicht gibt. Welpen fremder Rudel spielen nicht miteinander, der Schutz und das Überleben des eigenen Rudels ist genetisch verankert, fremde Tiere, insbesondere Welpen würden vertrieben oder getötet. Auch der vielfach noch als Ausrede benutzte Begriff „Welpenschutz" ist eine Erfindung des Menschen. Sich darauf zu verlassen gleicht mehr einem Glücksspiel. Es gibt in der Natur nichts dergleichen, schon gar nicht bei Raubtieren.

Mal abgesehen davon, dass Sozialisierung nicht auf Artgenossen, sondern auf den Sozialpartner Mensch stattfinden muss, lernen Welpen alles nötige bereits im eigenen Rudel mit den eigenen Rudelmitgliedern im Zusammenspiel mit dem Muttertier als regulierende Einheit. Was Ihr Welpe aber unbedingt lernen sollte, sind verschiedene Umweltreize, Bindung an Menschen, Sicherheit und klare Führung durch den Menschen. Gerne auch kontrollierte Zusammenkünfte mit erwachsenen Artgenossen, von denen er etwas lernen kann! Das ist sinnvoll und trägt zu einem ausgeglichenen gut sozialisierten Welpenleben bei.

Hat Ihr Welpe bereits negative Erfahrungen in Welpenspielgruppen gemacht? Mit viel Glück, hat er keine bleibenden Schäden aus dieser Zeit davon getragen. Nehmen Sie die rosa-rote Brille ab. Es gibt keine denkbar bessere Phase, um positiv auf die Entwicklung Ihres Hundes einzuwirken! Handeln Sie verantwortungsvoll für sich und Ihren Vierbeiner und lassen Sie ihn nicht mit Artgenossen alleine. Sie würden Ihr Kind auch nicht unkontrolliert in einen Pulk mit größeren, älteren und stärkeren Kindern setzen und bei einer Rauferei tatenlos zusehen, nur weil ein Pädagoge Ihnen sagt, „Das müssen die unter sich ausmachen".

Wir von Hundewelten empfehlen Gruppen für Welpen, bei denen die Kurse kontrolliert geführt werden und vor allem in denen Hund und Hundehalter gemeinsam agieren. Die Teilnehmerzahl bei solchen Kursen muss auf 2 bis maximal 4 Hunde und deren Halter begrenzt sein. Hier werden Welpen sinnvoll an Ihre Umwelt und den täglich anzutreffenden Umwelteinflüssen gewöhnt. Hund und Hundehalter lernen bereits jetzt die korrekte Leinenführigkeit, es wird an verschiedenen Orten geübt und ein Erwachsener, gut sozialisierte Hund wird integriert. Es geht also darum, den Welpen auf die wirklich wichtigen Dinge in seinem späteren Leben vorzubereiten und zwar mit seinem Menschen und nicht primär mit fremden Artgenossen. Wenn Sie jetzt einmal Rückblende halten und das Fehl- oder Problemverhalten Ihres Hundes genauer betrachten, fällt Ihnen vielleicht auf, dass die heutige Aggression Ihres Hundes gegenüber Artgenossen daher rührt, dass Ihr Hund damals in der Welpenspielgruppe von anderen Welpen traktiert wurde. Da Sie ihn aber damals mit dem Problem alleine gelassen haben, weil ein Trainer Ihnen verboten hat dazwischen zu gehen, dürfen Sie sich nicht wundern wenn Ihr Hund diese Dinge auch heute selbständig ohne Sie regelt.

Gerhard Wiesmteh
 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Freizeit - Hobby & Unterhaltung:
Den Aquarium Wassertest machen
Die FANsation der Fussball Europameisterschaft 2012!
Der Grund Warum Kostenlose Singlebörsen Meist Nicht Gratis Sind?
Luxus-Insektenhotels bauen
Die 5 besten Freizeitparks in Deutschland
Große Piraten-Pool-Party im Freizeitbad Heveney
Webband mit eigenem Design
Warum man Renegade Hoofboots einstellen sollte

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “Welpenspielgruppen - Sinn oder Unsinn?”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.