Während des 2. Weltkrieges war es nicht üblich, sich über Mode oder Makeup zu unterhalten. Zwar gab es Wünsche, aber die Zeit war nicht dafür geeignet, denn es ging um das nackte Überleben. Als dann auch dieser Krieg ein Ende hatte, und die Währungsreform durchgeführt worden war, schwappte von den USA eine Welle nach Europa. Langsam formierte sich die Jugend der Länder zu einer interessierten Käuferschicht, mit der man starke Umsätze machen konnte. Alles „alte" wurde abgelehnt und nur das „neue" wurde gekauft. Waren es nun Schallplatten mit englischen Texten, Kosmetikartikel aus Frankreich oder andere Dinge, die es damals in Deutschland nicht gab oder verboten waren. Alles wurde gekauft.
Heutzutage spart man nicht mehr monatelang, um sich eine DVD-Player oder einen MP3-Player zu leisten. Nun spart man, damit man schön und begehrenswert ist. Im Zuge des
Anti-Aging und der damit verbundenen Kosten geht so manches Geld dahin. Und wofür? Das Schönheitsideal hat sich in den Jahren gewandelt, und so findet jeder Trend ganz schnell ein Ende, um einen neuen Verlauf nach sich zu ziehen. Was heute „in" ist, ist morgen schon wieder „out". Nur der Wunsch nach Jugend und Vollkommenheit ist geblieben. Damals so wie heute. Nur heute hat man mehr Möglichkeiten, sich ein schönes Aussehen zu „erkaufen". Nutznießer dieser Maßnahmen sind die plastischen Chirurgen, die sich eine goldene Nase daran verdienen. Auch diese Welle kam aus den USA, wo Schönheitskliniken wie Pilze aus dem Boden schossen. Hollywood lässt grüßen. Ob es nun
Wellnessbehandlung, Bauchdeckenstraffung, Oberschenkelforming oder Lifting ist, alles dient dazu, schön zu sein, oder sich jedenfalls so zu fühlen
Michel Michale