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Wellenreiten - die Wahl des richtigen Surfboards

Autor: Nico71 | Erstellt am: 30.08.2010 | Gelesen: 707
Kategorie: Sport - Fitness & Workouts | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Die Wahl des Materials ist von entscheidender Bedeutung um in dieser Sportart Erfolgserlebnisse zu haben.

Surfer mit Fish, Shortboard und MiniMalibu
Surfer mit Fish, Shortboard und MiniMalibu
Die Wahl des richtigen Surfboards entscheidet wesentlich darüber wie viel Spaß man später in der Welle hat. Im Gegensatz zum Snowboarden, wo auch wenig Fortgeschrittene mit nicht optimalen Boards den Berg irgendwie herunterkommen, kann die Wahl des falschen Surfboards im schlimmsten Fall Urlaubsfrust ohne eine einzige gesurfte Welle bedeuten. Vor allem die Umkehr der guten alten Regel aus Kinderzeiten "ein bisschen größer kaufen, da wächst du schon rein" gilt beim Surfen nicht. Wer in Erwartung von schnell steigendem Können das Board gleich mal eine Nummer kleiner kauft, den erwartet schnell das Gegenteil - die Wellenausbeute ist gering und man kann sein Level nicht steigern, während der eigentlich weniger sportliche Kumpel mit seinem größeren Board eine Welle nach der anderen abreitet. Da helfen auch keine 30 Jahre Skateboarden und 20 Jahre Snowboarden als Vorkenntnisse - es gilt die Faustregel: Alles was eine Spitze Nose hat ist nicht geeignet für Einsteiger. Bevor man sich ein Shortboard oder einen Fish zulegst sollte man erstmal einen ausleihen und schauen ob man damit zurechtkommst.

Die Fahreigenschaften eines Boards kann man im Wesentlichen an vier Kriterien festmachen: der Länge, der Breite, der Dicke und der Rocker Scoop Line.

Je länger ein Board ist, desto schneller ist es. Nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Paddeln. Da einen die Welle nur mitnimmt, wenn man sein Board davor auf die richtige Geschwindigkeit gepaddelt hat, bekommt man mit einem längerem Board also besser die Wellen.

Je breiter ein Board ist, desto weniger Druck muss die Welle haben, dass man sie abfahren kann und desto stabiler ist das Board beim fahren. Wer also eher kleine Sommerwellen in Europa fährt, ist mit dem breitem Fish besser bedient als mit dem schmalen Shortboard. Eine breite Nose erleichtert außerdem den Take Off. Als Faustregel gilt: Alle Boards unter 19'' Breite sind nur für gute Surfer geeignet.

Die Dicke des Boards hat Einfluss auf das Volumen des Boards. Je mehr Volumen ein Board hat, desto schneller ist es beim Paddeln, was ebenfalls die Wellenausbeute erhöht. Je dicker das Board ist, desto schwerer lässt es sich allerdings aufkanten und somit radikale Turns fahren. Bei guten Surfern spielt sich im Regelfall alles zwischen 2'' 1/4 und 2'' 1/2 Dicke ab, bei weniger fortgeschrittenen und Anfängern zwischen 2'' 3/8 und 3''.

Die Rocker Scoop Line ist die von der Seite betrachtete Kurve des Boards die Nose und Tail Aufbiegung des Boards ergibt. Je flacher die Rocker Scoop Line, desto schneller ist das Board. Eine ausgeprägte Rocker Scoop Line macht das Board wendiger. In schnellen, hohlen schnellem Indo Barrels fährt man Boards mit einer ausgeprägten Line, im kleinen europäischen Sommersurf eher flache Lines. Umgekeht funktioniert es nicht so gut. Mit einer flachen Line wird das Board in schnellen Wellen schwer kontrollierbar, weil es zu schnell wird und verschneidet gerne im steilen Wellenface. Ein Board mit einer ausgeprägten Line ist zu langsam, um bei kleinem Surf die Wellen zu bekommen.

Zum Schluss noch der Tipp für alle Mädels auf ihrem Weg in die Welle. Nicht generell kleinere Boards wählen, sondern am besten nur etwas kürzere, damit wird der Bottom Turn zur ersten Schrägfahrt erleichert und ihr bekommt nicht die Lip in den Rücken bevor ihr zum Turn ansetzen könnt.

Glossar:
Nose: Vorderer Teil des Surfboards
Take Off: Aufstehbewegung in der Welle
Shortboard: Kurzes und schmales Surfboard für fortgeschrittene Surfer.
Fish: Kürzer und breiter als Shortboards, für fortgeschrittene Surfer.
Turns: Kurven die man mit dem Surfboard im Wasser fährt
Maßeinheiten: 1'' (Inch) ist 2,54 cm. Ein 1' (Fuss) ca. 30 cm
Indo Barrels: Steile und kräftige Wellen in Indonesien
Wellenface: Steile, ungebrochene Wand der Welle
Bottom Turn: Kurve am unteren Teil der Welle
Lip: Wellenkamm kurz vor dem Brechen der Welle

Der Author Nico Meisner ist begeisterter Wellenreiter und arbeitet unter anderem für Buster Surfboards und Inite.
 
 
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