Wein und seine Geschichte
Wein gibt es schon seit vielen Jahrhunderten, aber erst durch die Römer kam der Weinanbau nach Deutschland. Hier trat er schnell seinen Siegeszug an und ist zum Volksgetränk Nr. 1 geworden. Auch der
Weinanbau hat sich in Deutschland rasant entwickelt. Erstmals wurde
Wein bereits 6000 Jahre vor der Geburt Christi angebaut und zwar in Vorderasien.
Das antike Persien gilt als Ursprung für die Kultivierung von Wein, wo König Dschamschid Trauben in seinem Keller lagerte, die dann begannen zu gären. Zuerst dachten die Menschen, dass die Trauben von bösen Geistern besessen waren und deshalb gärten, aber schnell fanden sie heraus, welche Wirkung die gegorenen Trauben wirklich hatten und bestimmten Wein zu ihrem offiziellen Getränk.
Wie der Wein nach Deutschland kam
Später im antiken Ägypten begann man bereits damit Wein intensiv anzubauen, weil er von der ägyptischen Oberschicht besonders gern getrunken wurde. Im antiken Griechenland wurde zwischen drei Sorten von Wein unterschieden, und zwar zwischen weißem, schwarzen und bernsteinfarbenem Wein, der sich auch geschmacklich unterschied, so kannte man schon in der Antike trockenen, halbtrockenen und süßen Wein. Und auch über die Bedeutung des Alters für den Geschmack von Wein waren sich die antiken Griechen bewusst. Sie erkannten, dass lange gegorener Wein besser schmeckte und einen höheren Alkoholgehalt hatte als junger Wein. Gelagert wurde Wein in dieser Epoche in versiegelten Tonkrügen oder in Schläuchen aus Ziegenhaut.
Trotz großer Beliebtheit von Wein blieb der Weinanbau zunächst regional begrenzt. Erst mit der Blüte des Römischen Reiches und seiner Expansionspolitik wurde der Weinanbau auf weite Teile Europas ausgedehnt. Die römischen Legionen ließen sich ihren Wein anfänglich über weite Strecken aus der Heimat heranschaffen, bis sie begannen in den besetzten Regionen eigenhändig Wein anzubauen. So gelangte der Wein sogar bis nach England und auch in den späteren deutschen Regionen der Barbaren betrieben die Römer Weinanbau.
Die Deutschen werden zu Winzern
Der Weinanbau blieb über lange Zeit in den Händen der römischen Legionen und wurde nach dessen Abzug von Klöstern übernommen. Der erste deutsche Kaiser Karl der Große förderte die Entwicklung von Wein auf deutschem Gebiet mit besonderem Interesse. Er ließ großflächig neue Weinberge anlegen und suchte neue Rebsorten. In dieser Zeit breitete sich der Anbau von Wein sogar bis nach Sachsen und in die Gegend um Magdeburg aus, trotz der schlechten klimatischen Bedingungen im Norden. Allerdings hatten schon die Römer erkannt, dass Wein aus nördlichen Gebieten einen besonderen Geschmack hat, den die Römer zu schätzen wussten.
Im 16. Jahrhundert erreicht der Anbau von Wein in Deutschland seine größte flächenmäßige Ausdehnung und Wein wird zum beliebtesten Volksgetränk jener Zeit.
Mitte des 19. Jahrhunderts werden die ersten Genossenschaften und Winzervereine gegründet, was den Winzern zu einem anerkannten Status und wirtschaftlichem Erfolg verhalf. Bis heute erfreut sich Wein in Deutschland großer Beliebtheit, vor allem Riesling wird in deutschen Landen mit Begeisterung getrunken.
Heiko Konradt