Ein Wechsel der Krankenversicherung bringt oft Vorteile.
Während der Regierungszeit der schwarz-roten Koalition aus Union und SPD hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) maßgeblich die Gesundheitsreform mitbestimmt. Diese zog viele Änderungen nach sich, wie beispielsweise den einheitlichen Krankenkassenbeitrag oder den Gesundheitsfonds. Neben den gesetzlichen Krankenkassen waren jedoch auch die
privaten Krankenversicherungen in starkem Maße von der Reform betroffen. Kritiker sprachen von einer schleichenden Verstaatlichung des gesamten Gesundheitssystems. Den Patienten wurden höhere Kosten zugemutet und sowohl die gesetzlichen Kassen als auch die privaten Krankenversicherungen mussten einen Teil ihrer Selbstbestimmung einbüßen.
Mehr Selbstbestimmung für Versicherungen
Die neue Regierung hat in ihrem Koaltionsvertrag bereits einige Absichtserklärungen abgegeben, wie sie das Gesundheitssystem verbessern möchte. Dazu zählen eine effektivere Gestaltung der Finanzierung der Gesundheitsvorsorge und auch wieder eine verstärkte Selbstbestimmung der Krankenkassen und privaten Versicherer. Die FDP möchte schrittweise die gesetzliche Krankenversicherung so umwandeln, dass diese zukunftssicher wirtschaftet und kapitaldeckend arbeitet, ähnlich wie bei der privaten Krankenversicherung. Für die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine derartige Umstellung auf die Kapitaldeckung bereits fest vorgesehen. Daher steht den Versicherten eine Überarbeitung der letzten Pflegereform von 2008 bevor. Wann diese kommt, ist allerdings noch offen. Es ist davon auszugehen, dass die neue Regierung unter Gesundheitsminister Philipp Rösler auch eine Überarbeitung der Gesundheitsreform vornehmen wird. Allerdings ist mit einer Gesundheitsreform nicht vor 2011 zu rechnen.
Patienten erhalten Planungssicherheit
Auch die Bürgerversicherung der SPD ist mit der schwarz-gelben Regierung vom Tisch. Zudem sollen die Voraussetzungen für einen Wechsel in die private Krankenversicherung wieder erleichtert werden. Daneben hat das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil bekräftigt, dass das duale Gesundheitssystem in Deutschland, bestehend aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung, nicht abgeschafft werden darf, sondern erhalten werden muss. All das sind nach Expertenansicht Faktoren, die wieder Planungssicherheit für die Patienten und den privaten Krankenversicherungsmarkt bringen. Wer einen Wechsel in die private Krankenversicherung erwägt, hat ab 2010 so gute Voraussetzungen wie lange nicht mehr.
Private Krankenversicherung: Zufriedene Kunden
Die private Krankenversicherung ist für immer mehr Menschen eine Alternative zur gesetzlichen Krankenkasse. Die meisten Privatpatienten sind Studien zufolge in hohem Maße zufrieden mit ihrem Versicherungsanbieter. Gut ein Drittel hat die eigene Versicherung schon einmal weiterempfohlen. Dabei schätzen die Kunden vor allem das gute Preis-Leistungsverhältnis – die Relation zwischen individuell berechneten Beiträgen und entsprechenden Leistungen. Letztere sind meist umfassender als in der gesetzlichen Versicherung, können aber von Anbieter zu Anbieter variieren. Daher raten Fachleute vor dem Wechsel zu einen gründlichen private Krankenversicherung Vergleich.
Vor dem Wechsel: Fristen beachten
Sobald eine neue Versicherung gefunden ist, gilt es Kündigungsfristen einzuhalten. Außerdem ist es wichtig, dass der Versicherungswechsel in die private Krankenversicherung reibungslos verläuft, um einen durchgehenden Versicherungsschutz zu gewährleisten. Das ist nicht nur aufgrund der Versicherungspflicht von Bedeutung, sondern auch, um Wartezeiten zu vermeiden. Wartezeiten können die Gewährleistung von Versicherungsleistungen beim neuen Anbieter verzögern, so dass während dieser Zeit die meisten Leistungen vom Patienten selbst getragen werden müssen.
Albert Gottelt