Wenn man über Jahre hinweg durch die einschlägigen Foren zum Thema Internetmarketing geblättert hat, dann wird man die Texte von so manchen vermeintlichen Experten kennen gelernt haben, in denen fast schon religiös der gläubigen Zuhörerschaft gepredigt worden war, welchen Maßnahmen des Internetmarketings keine Zukunft mehr gegönnt sei und dass in nächster Zeit schon nichts mehr gelte, was früher einmal wahr war. Anstelle von Belegen wurden meist Theorien geliefert und wenn man ein paar Monate weiter durch die Foren blättert ist es nicht schwer zu ermitteln, wie hoch die Trefferqote solcher Seo-Propheten tatsächlich war. Der Wert, bzw. der Unwert von Einträgen in Internetverzeichnissen ist seit jeher Gegenstand solcher selbsternannter Experten und schon in Beiträgen, die nicht wenige Jahre in den Archiven der Foren schlummern, kann man lesen, dass Webkataloge und Artikelverzeichnisse keine Zukunft mehr haben können. Und doch gibt es sie immer noch und die Zahl und die Vielseitigkeit der deutschsprachigen Internetverzeichnisse ist so bunt wie sie immer gewesen ist. Von Herbst 2010 bis Frühjahr 2011 ist sogar eine Vielzahl von Webkatalogen und Artikelverzeichnissen in Ihrem Ranking-Balken (was nicht sehr wichtig war) und in der Anzahl der indexierten Seiten (was außerordentlich wichtig ist) in den Suchergebnissen der marktführenden Suchmaschine wieder aufgewertet worden. Eine Entwicklung, die an so manchem Experten für die Suchmaschinenoptimierung, der sonst alle noch so unwichtigen Entwicklungen zu dokumentieren müssen meint, vorüber gegangen ist.
Lohnen sich die Dienste eines Anbieters für den
Webkatalog-Eintragdienst überhaupt, wenn die Wirkung von Links aus Verzeichnissen derart umstritten ist? Es steht außer Frage, dass ein Link, der in einem Verzeichnis gesetzt wird, kaum jemals die selbe Stärke entwickeln kann, wie beispielsweise ein Verweis aus einem themennahen Portal, das nur sehr selten ausgehende Links setzt. Allein die Zahl der externen Links, die sich in einem Verzeichnis zwangsläufig sammeln, beantwortet diese Frage bereits. Aber wir alle kennen die Wirkung des steten Tropfens, das den heißen Stein irgendwann zum Brechen bringt, vom kleinen Flüsschen, das sich im Verlauf der Zeit ein eigenes Tal gegraben hat und vom Löwenzahn, der den Asphalt der Autobahn spaltet. Verzeichnisse haben den Vorteil, dass man mit ihnen eine Vielzahl neuer Links generieren kann, die größtenteils auf unterschiedliche Server und damit auch verschiedene IPs und vieles mehr verteilt sind. Wer sich für ein natürliches, vielfältiges und vor allem dezentrales Linkwachstum interessiert, sollte auf Einträge in Internetverzeichnisse nicht verzichten. Und die Frage, ob man auch in einer schwierigen Konkurrenzsituation mit Verzeichniseinträgen alleine in den Suchergebnissen der wichtigsten Suchportale voran kommen kann, ist wie folgt zu beantworten: Die Frage nach dem „ob" stellt sich überhaupt nicht, höchstens die Frage nach dem „wann".
Andreas Mettler