Bisher war es für Business-Zwecke schwer, professionelle Videos ohne die Hilfe von professionellen Videoproduktionen, Kamerateams oder Werbeagenturen herzustellen. Mit der neuen Generation von Web-Video-Editoren könnte sich das ändern. Begonnen hat alles vor ein paar Jahren mit bunten Websites, die klar auf jüngere Zielgruppen zugeschnitten waren - hier, so die Hoffnung der damaligen Anbieter und Investoren, sollte sich die "YouTube-Generation" austoben und die neueste Chart-Musik mit eigenen Bildern unterlegen können. Die Vorreiter dieser Technologie hießen animoto und rockyou (in den USA), stupeflix (in Frankreich) oder clipgenerator (in Deutschland). Bei Clipgenerator hatte man sogar Michael Jackson im Programm und aktuell kann man immer noch seine neuesten Party-Fotos mit der Musik von Lady Gaga oder Rhianna unterlegen - entsprechende Verträge mit Sony machen's möglich.
Für Business-Nutzer aber kamen solche schrillen Rhythmen und auch die "Schnittmuster" dieser Animationen nicht infrage. Aus diesem Grund haben einige Anbieter die Business-Schiene neu entdeckt und kommerzielle Kunden verstärkt ins Visier genommen. animoto bietet etwa ein affiliate-Programm, um neue Zielgruppen zu erschließen, und clipgenerator hat mit clip-editor sogar einen völlig neuen Video-Clip-Editor entwickelt, der von der Musikauswahl und von den Schnitten rein auf die Anforderungen von Business-Kunden eingestellt ist - bei
www.clip-editor.com können Business-Kunden einen kostenlosen Testzugang bekommen. Die Animations-Algorithmen z. B. zerschneiden die Produkte nicht, auch wird darauf geachtet, dass die Bilder lange genug "stehen", um dem Betrachter Zeit zu geben, das Produkt oder die Dienstleistung wahrnehmen zu können. Hier geht Substanz vor Effekt.
Allen gemein ist: die Clip-Editoren animieren Fotos und kommen daher ohne Videofilm-Material aus. Die Bedienung ist auf Eigen-Nutzer zugeschnitten und entsprechend einfach. Der Nutzer muss keine großen Vorkenntnisse mitbringen, die Editoren erstellen auch so ein gutes Video mit professionellen Schnitten, gefälligen Animationen und einer emotional ansprechenden Musik im Hintergrund.
Wichtig für Business-Kunden ist die rechtliche Thematik: Die Zeiten, in denen das Internet, was die Verwendung von Musikstücken betraf, wie eine Art "rechtsfreier Raum" wirkte, sind endgültig vorbei. Jeden Tag aufs Neue werden auf den Video-Plattformen Musik-Videos abgemahnt und aus dem Internet entfernt. Wenn man Videos für Business-Zwecke Zwecke verwendet, muss die im Video abgespielte Musik rechtlich einwandfrei sein. Das bedeutet, dass kein Urheber Forderungen stellen kann und dass beim Hochladen keine anderweitigen Rechte verletzt werden. Immer mehr dieser Editor-Plattformen haben deshalb die Musik-Nutzung rechtlich abgesichert.Die Musikrechte sind abgeklärt und zum Teil auch GEMA-frei. Darauf sollten Video-Nutzer auf jeden Fall achten. Alternativ kann man sich auf entsprechenden Seiten wie bei Soundexpress auch lizenzfreie Musik besorgen, doch liegen die Kosten dafür oft genau so hoch wie jene, die man für den fertigen Video-Clip inklusive Musik zahlt.
Die neuen Web-Video-Editoren können selbstverständlich nicht mit einer "richtigen" Videoproduktion mithalten, was die technischen Möglichkeiten betrifft. Die Art der Animationen ist eingeschränkt wie auch die Möglichkeit, Textinhalte oder Sprecher- sowie Tonspuren zu integrieren. Doch wer die Bandbreite dieser Individualisierung gar nicht braucht, für den ist es durchaus von Vorteil, bei einem Web-Editor vielleicht ein paar Euro im Monat zu bezahlen statt 1-malig ab 500 € aufwärts für ein Video berappen zu müssen. Denn: Von der Anmutung her lassen die fertigen Videos nichts zu wünschen übrig, sie kommen absolut professionell daher, die Bild- und Soundqualität wirkt wie eine Profi-Lösung. Der Unterschied besteht eben in den eingeschränkten Möglichkeiten - aber das sieht der Betrachter des Videos ja nicht. Wer sich von der Leistungsfähigkeit der neuen Web-Video-Editoren überzeugen möchte, wirft am besten einen Blick auf die genannten Anbieter.
Christian Born