impression, design und code
Um
On-Page Optimierung zu betreiben, müssen zunächst die zugrunde liegen Technologien betrachtet werden mit denen Internetseiten umgesetzt werden können. Im Laufe der Zeit sind verschiedene Technologien, mit unterschiedlichen Einsatzpotentialen entstanden. Meist stand bei den Technologien der Aspekt der Suchmaschinenfreundlichkeit nicht im Fokus der Entwickler. Erst mit zunehmender Nutzung wurde die Suchmaschinenoptimierung auch ein Thema für neue Technologien. Folgend werden HTML als Auszeichnungssprache und RIA-Technologien für die Basis einer Internetseite betrachtet.
HTML
HTML ist wohl die bekannteste und suchmaschinenfreundlichste „Technologie". Durch den im Klartext vorliegenden HTML-Quelltext haben es Suchmaschinen einfach, Informationen aus einer Internetseite zu extrahieren. Dabei müssen von Google keine Bilder und Grafiken geladen werden, die ohnehin für Suchmaschinen keine Information bieten. Zudem bietet HTML die Möglichkeit die Informationen in sogenannten HTML-Tags zu strukturieren. So kann beispielsweise eine Überschriften in ein H1-Tag und ein Absatz in einem P-Tag gefasst werden. Das Webdesign soll nicht ausschließlich über HTML, sondern mit Hilfe von CSS gestaltet werden.
Für eine Suchmaschine sind die HTML-Tags sehr nützlich, da sie sonst beispielsweise zwischen einem Fließtext und einer Überschrift nicht unterscheiden könnte. Schlüsselwörter in Überschriften haben in bestimmten Konstellationen eine größere Bedeutung als Schlüsselwörter im Fließtext. Nur mit einer allgemeinen Konvention wie dem HTML-Standard kann die Suchmaschine auch wissen, welche Bedeutung welcher Textbaustein auf einer Internetseite hat. Die HTML-Elemente sollten so genutzt werden, wie es der jeweilig genutzte HTML-Standard vorsieht. Aus diesem Grund sollte jede HTML-Seite auch einen gültigen Documenten-Type besitzen.
Um eine Webseite zu validieren, empfiehlt sich der HTML-Validator von W3C. Um HTML und seine Eigenschaften genauer zu betrachten, empfiehlt sich das Portal SelfHTML.
Früher war es üblich die Internetseite mit HTML-Tabellen oder Frames zu gestalten. Um den Overhead an Quellcode (Tabellen-Layout) und die Verteilung einer Seite im Browser über mehrere Dateien (Frames) so gering wie möglich zu halten, empfiehlt es sich, HTML als Auszeichnungssprache und CSS zum Gestalten der Ausgabe im Browser zu verwenden. Dieses Vorgehen hat nicht nur für die Suchmaschinenoptimierung ihre Vorteile. Auch bezüglich der Barrierefreiheit können damit Fortschritte erzielt werden. Somit bietet ein valides HTML und CSS die solide Grundlage für die On-Page Optimierung einer Homepage.
Rich Internet Applications
Zu den bekanntesten RIA-Technologien gehören heute Ajax, Asynchronous JavaScript + XML. Ajax ist genau genommen selbst keine Technologie, wie beispielsweise Microsoft Silverlight oder Adobe Flash, es ist viel mehr eine Zusammenstellung aus verschiedenen bereits existierenden Technologien. Jesse James Garrett war derjenige, der den Begriff AJAX ausschlaggebend prägte. AJAX bietet den Vorteil, das es keinen clientseitigen Browser-Plug-in benötigt. Es muss lediglich JavaScript im Browser des Anwenders aktiviert sein, was heute meistens der Fall ist. Durch zunehmend ausgereiftere AJAX-Frameworks wie Prototype oder jQuery wird auch die Kompatibilität über die Browser hinweg deutlich verbessert. Auch wird mit AJAX-Frameworks viel Entwicklungsaufwand gespart. Die AJAX Anwendungen werden schlanker und übersichtlicher durch die Kapselung der AJAX Funktionalität in einem Framework.
AJAX bietet für den Nutzer viele Vorteile, da sich eine Internetseite zunehmend wie eine Desktop-Anwendung bedienen lässt. Für die Crawler der Suchmaschinen bietet AJAX eher nur Nachteile. Durch das asynchrone Nachladen von Informationen werden nach dem initialen GET-Request zusätzliche Informationen übertragen. Somit sind diese, später nachgeladenen Informationen, für die Suchmaschine nicht einsehbar. Informationen gehen verloren und dies ist keineswegs suchmaschinenfreundlich. Internetseiten, die AJAX nutzen, sind meist zu komplex, so dass Crawler nicht einfach Javascipt einschalten und die Informationen selbst nachladen könnten. Zudem würde dies die Crawling-Geschwindigkeit maßgeblich beeinträchtigen.
Der zugrunde liegende Sachverhalt zeigt, dass zur Zeit Seiten, die auf eine gute Indizierung angewiesen sind keine Informationen mit AJAX nachladen sollten, da Google diese Informationen meist nicht lesen kann.
Vor AJAX ist historisch gesehen Flash die älteste RIA-Technologie. Flash wurde in den 90er Jahren von der Firma Macromedia entwickelt und 2005 von Adobe gekauft. Im Gegensatz zu AJAX ist Flash eine echte RIA-Technologie. Für das Abspielen von Flash-Anwendungen in einem Browser wird ein Flash-Player benötigt, der kostenlos bei Adobe zur Verfügung steht. Noch vor einigen Jahren wurde Flash ausschließlich zur Wiedergabe von multimedialen Inhalten oder zur Animation genutzt. Mit der Programmiersprache ActionScript von Adobe können heute auch komplexere browserbasierte Anwendungen objektorientiert geschrieben werden. Flash bietet die Möglichkeit, verschiedene Typen von Anwendungen zu entwickeln, jedoch arbeitet es im Grunde nur framebasiert.
RIAs und somit auch Silverlight sowie Java-Applets und JavaFX stellen viele neue reichhaltige Möglichkeiten, schaffen aber auch Probleme in der alltäglichen Nutzung, die es bei herkömmlicher Internetseite nicht gegeben hat. Eine RIA wird in eine HTML Seite eingebettet. Wird nun innerhalb der RIA navigiert, so kann man diese einzelnen Seiten ohne Weiteres nicht als Lesezeichen im Browser speichern, da die HTML Seite, die in der Adressleiste des Browsers steht nicht geändert wurde. Microsoft will mit Silverlight 3 dieses Probleme beheben.
Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich für die Suchmaschinenoptimierung einer RIA. So können die herkömmlichen Crawler den Inhalt einer RIA nur begrenzt indizieren. Die Inhalte einer RIA-Anwendung sind nicht im Quelltext der HTML Seite hinterlegt und somit nicht für die Suchmaschinen lesbar. Zumindest auf dem Gebiet der Indizierung von RIA Inhalten, versuchen die Betreiber von Suchmaschinen schnell Möglichkeiten zu finden. Es wird deutlich, dass die Nutzung von RIAs im Internet immer mehr zunimmt und auch die marktdominierenden Unternehmen wie Google sich schnellstmöglich auf die neue Situation einstellen müssen. Auch Microsoft will mit der neuen Version 3 von Silverlight die Suchmaschinenoptimierung verbessern.
Eine Internetseite sollte nur für multimediale oder interaktive Notwendigkeiten RIA-Technologien einsetzen. Als Basis sind HTML und CSS auf jeden Fall zu bevorzugen.
Julian Roedig / Lösungen für neue Medien